Grüne machen mit «Bienen-Initiative» einen ersten Stich
Die Mönchaltorfer hielten an der Gemeindeversammlung am Montagabend nichts von eisernem Sparen. Die gute Konjunktur mag ein Grund dafür gewesen sein, ein anderer könnte – auch unfreiwillig – Finanzvorstand Bernhard Kaderli (FDP) geliefert haben. Kaderli sagte vor den 214 Stimmberechtigten in der Turnhalle Rietwis, dass er seit seiner Amtsübernahme 2014 stets ein Budget mit roten Zahlen präsentiert habe. «Seit dann haben wir gestrichen, gespart und jeden Rappen umgedreht, um Franken zu sparen. Jetzt haben wir es geschafft», sagt Kaderli. Er stelle somit heute das Budget 2020 mit einer schwarzen Null vor.
Dass heuer die Bevölkerung des Sparens ein wenig Müde war, zeigte sich im Seilziehen um das Kostendach für die sogenannten Klassenassistenzen (siehe Box). Aber auch bei der Diskussion um die Einzelinitiative «Schutz der Artenvielfalt – rettet die Bienen», die an diesem Abend besonders zu reden gab.
Gegensteuer beim Artenschwund
Es war das letzte Geschäft des Abends. Gleich zwei Mönchaltorfer bezogen sich in ihren Voten zur Initiative der Grünen Salome Tschopp auf das Budget. Urs Volken sagte: «Bei einer Annahme der Initiative machen die Kosten dafür jährlich 0,26 Prozent des budgetierten Aufwands aus – das müsste zu verkraften sein.»
Mönchaltorfer Gemeinderat stellt sich gegen «Bienen-Initiative»
04.10.2019

Förderung der Artenvielfalt
Die Grünen des Bezirks Uster wollen mit Vorstössen in den Gemeinden um den Greifensee die Artenvi Beitrag in Merkliste speichern Und Theo Sutter vom Naturschutzverein Mönchaltorf stiess bezüglich finanziellem Aufwand ins gleiche Horn, und betonte: «Ohne Gegensteuer geht der Artenschwund unaufhaltsam weiter – das ist keine Frage.»
Wie sich Initiantin Salome Tschopp dieses Gegensteuern vorstellt, erläuterte sie in ihrem Referat zu dem Geschäft. So könnten beispielsweise Weiher und Feuchtgebiete erstellt, Waldränder aufgewertet oder kleinere Flächen bei Schule und Kirche neu bepflanzt werden. Vielleicht brauche es dazu eine Weiterbildung der Gemeindemitarbeiter oder ein Aktionstag für die Bevölkerung, so Tschopp.
Tschopp lobte die bisherigen ökologischen Anstrengungen des Gemeinderats, doch diese reichten nicht aus. 210‘000 Franken sollen für die Jahre 2021 bis 2023 einzig für den Schutz und die Förderung der Biodiversität verwendet werden. Das ist die Idee der Initiative.
Gemeinderat votiert vergeblich
Der Gemeinderat empfahl das Anliegen abzulehnen. Gemeinderätin Christina Thomas (parteilos) befürchtete, dass bei einer Annahme der Initiative künftig kein Geld mehr für andere notwendige Projekte der Gemeinde genehmigt würden.
Dass ein Erfolg des Anliegens eintreffen könnte, zeigte sich im Laufe der Debatte am kräftigen Applaus, den die Fürsprecher der Initiative einheimsten. Dagegen wurde der einzige Redner – neben Gemeinderätin Thomas –gegen das Begehren mit Schmährufen bestraft. Gemeindepräsident Urs Graf (FDP) erinnerte daraufhin die Zwischenrufer daran, das Gebot von Respekt und Toleranz einzuhalten.
Die Abstimmung war dann eine klare Sache: 123 Personen stimmten für die «Bienen-Initiative», nur 75 waren dagegen. Noch ehe Graf das Ergebnis offiziell verkünden konnte, wurde das augenscheinlich klare Resultat mit grossem Applaus quittiert.
Geld für Klassenassistenzen
Am Montagabend konnten die Mönchaltorfer an der Gemeindeversammlung über fünf Geschäfte abstimmen. Einstimmig wurde das Budget 2020 mit einem Plus von 39‘500 Franken angenommen. Der Steuerfuss bleibt bei 111 Prozent. Ebenfalls ohne Gegenstimme fiel auch die Abstimmung über den «mittelfristigen Ausgleich» aus. Weiter genehmigten die Mönchaltorfer die Totalrevision des Personalreglements. Der Antrag der Schulbehörde für ein jährlich wiederkehrendes Kostendach von 150‘000 Franken für die Einführung von Klassenassistenzen kam ebenfalls durch. Ein Antrag der Rechnungsprüfungskommission für ein tieferes Kostendach in der Höhe von 100’000 Franken lehnten die Stimmberechtigten ab. Die Versammlung wurde mit der Annahme der Einzelinitiative «Schutz der Artenvielfalt – rettet die Bienen» abgeschlossen.
