Normalerweise verfolgt eine Handvoll Interessierter die Sitzungen des Gemeinderats. Doch am Montag wurden die Parlamentarier von rund hundert Vertretern der örtlichen Kulturvereine empfangen. Der Weg in den Leepüntsaal führte durch einen Spalier und vorbei an Plakaten mit der Aufschrift «Die Dübendorfer Kulturvereine danken für Ihre Unterstützung». Es herrschte eine Stimmung wie vor einer Gemeindeversammlung.
Grund für den Aufmarsch war der vom Stadtrat beantragte Kredit von 8,5 Millionen Franken für den Bau eines Mehrzweckgebäudes neben dem Kulturzentrum Obere Mühle. Das Projekt umfasst im Wesentlichen einen Saal für 300 Personen und zwei gut 90 Quadratmeter grosse Nebenräume für Proben oder Kurse, eine Küche, Garderoben sowie Toilettenanlagen.
Erscheinungsbild ist «Geschmacksache»
Die Befürworter wiederholten beinahe mantrahaft, wie wichtig das Mehrzweckgebäude für das kulturelle und gesellschaftliche Leben in Dübendorf sei. «Alle Kulturvereine melden einen grossen Bedarf an Räumen an», sagte Stadtpräsident André Ingold (SVP). Auch die Betreiber der Oberen Mühle hätten mit einem Saal zu kämpfen, der viel zu klein und schlecht belüftet sei und dazu über eine mangelhafte Akustik verfüge. «Ist das der viertgrössten Stadt im Kanton würdig?», fragte er rhetorisch.
«Es sei nicht opportun, ein ‹Nice to have›-Projekt zu finanzieren.»
Marcel Drescher (GLP/GEU), Gemeinderat

