Auf dem Friedhof Hinwil stehen Umbauarbeiten an. Die beiden Katafalkräume, in denen Verstorbene vorübergehend aufgebahrt werden, damit sich Angehörige von ihnen verabschieden können, sollen nach 30 Jahren saniert und optisch aufgewertet werden.
Die Renovation sei inzwischen dringlich, sagt Friedhofsvorsteherin Seraina Brogli. «Der Ort ist von grosser Bedeutung und die Räume sind in keinem guten Zustand.» Wie zum Beweis öffnet sie die Holztür und tritt in einen der beiden zwölf Quadratmeter grossen Räume ein. Über zwei Treppenstufen geht sie zu einer schlichten Holzkonstruktion. Der Deckel ist abnehmbar. Es ist der sogenannte Katafalk, in dem ein Leichnam vorübergehend aufgebahrt wird. «Von den Kerzen hat es hier Brandspuren», sagt Brogli.
Kühltechnik am Limit
Zwei Wandlampen und eine Kerze beim Eingang spenden etwas Licht. Trotzdem: Der Raum hat keine Fenster und wirkt düster. Vor dem Katafalk sind zwei rustikale Holzstühle aufgestellt. Der Fussboden besteht aus schwarzen Steinplatten, die Decke aus dunklem Holz. «Die Akustik hier drinnen ist schlecht», sagt Brogli. Es hallt, wenn sie spricht. «Es wirkt alles sehr klobig, erdrückend und ungemütlich.»
Und nicht nur der Raum, auch die Technik sei in die Jahre gekommen. «Wir haben festgestellt, dass die Kühlung unzureichend ist.» Das habe gelegentlich zu unangenehmen Geruchsemissionen geführt. Der Ersatz der Kühlanlage sei deshalb unausweichlich.

