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Uster, die grüne Hochburg

Neben Zürich und Winterthur mausert sich mit Uster auch die drittgrösste Stadt im Kanton zur Hochburg der Grünen. In Fischenthal hat über die Hälfte der Stimmberechtigten die SVP gewählt. Und die fleissigsten Wähler der Region sind in Wildberg zu finden. Eine Rückschau auf ein turbulentes Wahlwochenende.

Uster hat sich zur Hochburg der Grünen gemausert.

Nicolas Zonvi

Uster, die grüne Hochburg

Wo sind eigentlich die neuen Hochburgen der Wahlgewinner in der Region? Die Stadt Uster, wo bei den Kommunalwahlen die Grünen bereits den Einzug in die Stadtregierung geschafft haben, können diese auf die grösste Wählerbasis zählen. Jeder Sechste, genau 16,49 Prozent, legte deren Liste ein. Mit einem Zuwachs von 8,46 Prozent fiel hier auch der Sprung nach oben besonders hoch aus. Dabei fungierte die Neo-Nationalrätin Meret Schneider zweifellos als lokale Wahllokomotive.

Es ist allerdings in der Ustermer Nachbargemeinde Seegräben, wo die Grünen den prozentual grössten Zuwachs verzeichnet haben: Um 8,84 Prozentpunkte legten sie dort zu auf 15,91 Prozent, der zweithöchste Wert in einer Gemeinde der Region. Umgekehrt das härteste Pflaster liegt für die Grünen in Volketswil, wo sie es nur auf 7,46 Prozent Wähleanteil brachten.

GLP im Bezirk Uster stark

Die Grünliberalen, die anderen grossen Wahlsieger im Kanton Zürich, sind vor allem im Bezirk Uster stark. Greifensee, Dübendorf und Schwerzenbach sind die Spitzenreiter mit über 17 Prozent.

Die andere liberale Partei, die bürgerliche FDP konnte immerhin in fünf der 31 Gemeinden in den Bezirken Hinwil, Pfäffikon und Uster noch leicht zulegen. Den höchsten Wähleranteil mit knapp 20 Prozent verzeichnet sie in Maur. Allerdings gab es dort gegenüber 2015 ein Minus von über 4 Prozent.

Fischenthal in SVP-Hand

Die grösste SVP-Gemeinde bleibt weiterhin Fischenthal: Mehr als jeder zweite Wähler gab dieser Partei seine Stimme. Genau 55,23 Prozent Wähleranteil erreichte die Volkspartei dort. Mit einem Minus von nur 0,68 Prozent war auch der Einbruch gering. Erstaunlich ist, dass Seegräben die einzige Oberländer Gemeinde ist, in der bei diesem Wahlgang die SVP sogar noch zulegen konnte.

Den tiefsten Wähleranteil in der Region hat die SVP mit 23,73 Prozent in Greifensee, wo auch der Rückgang mit einem Minus von 2,36 Prozent recht markant ausfiel. Greifensee ist gleichzeitig auch die linkste Ortschaft in der Region. Die SP bringt es dort auf einen Wähleranteil von 17,77 Prozent. Allerdings nahm auch dieser um fast 5 Prozent ab.

In Wildberg wird fleissig gewählt

Die Gemeinde mit der höchsten Wahlbeteiligung in der Region ist Wildberg. 56,61 Prozent der Stimmberechtigten gingen dort an die Urne. Seegräben, der letzte Spitzenreiter, wurde damit auf den zweiten Platz verdrängt:  Die Beteiligung liegt dort diesmal bei 52,97 Prozent. Den tiefsten Wert weist Wangen-Brüttisellen auf. Gerade mal 35,96 Prozent der Stimmberechtigten gaben dort ihr Couvert ab. 

Kaum zur Hand genommen wurden von den Oberländern die Listen ausserhalb der etablierten Parteien SVP, SP, GLP, Grüne, FDP, CVP, EVP, BDP und EDU.  Einzig die Jungen Grünen brachten es in den Bezirk Hinwil und Uster auf etwas über 1 Prozent.

Viele Panaschierstimmen für Schlatter

Nach dem Dübendorfer Martin Bäumle (GLP, 2011) und Daniel Jositsch (SP, 2015) ist dieses Jahr Jacqueline Badran (SP) die Zürcher Panaschierkönigin. Ihr Name wurde also am häufigsten auf fremden Nationalratslisten notiert. Gemäss der Aufstellung des Statistischen Amts des Kantons Zürich erhielt sie 89 Stimmen pro 1000 listenfremde Wahlzettel, insgesamt über 30’000 Zusatzstimmen.

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In dieser Statistik ist die Grüne Marionna Schlatter aus Hinwil auf dem fünften Platz die bestplatzierte Oberländerin, einen Rang vor Bäumle. Schlatter fischte vor allem bei SP-Wählern Stimmen ab, aber auch GLP-Anhänger notierten ihren Namen häufig. Bäumle dagegen konnte vor allem noch bei FDP- und SP-Wählern punkten.

Bonus für die Spitzenleute an ihren Wohnorten

Und wie haben die Oberländer Spitzenleute in ihren eigenen Gemeinden abgeschnitten? Schlatter erhielt in Hinwil 0,56 Prozent aller Stimmen, das sind 656. Damit liegt sie zwar in ihrem Wohnort hinter allen Kandidaten der SVP, aber noch vor allen anderen Kandidaten. Immerhin ein Drittel dieser Stimmen stammt von anderen Parteiwählern. Nicht so eindeutig ist die Situation bei Meret Schneider in Uster. Von ihren 2401 ist gut ein Viertel Panaschierstimmen. Sie ist damit aber in der Stadt nicht die Königin, sondern muss noch mehrere Parteikollegen und auch der GLP-Politikerin Moser den Vortritt lassen.

In seinem Wohnort Volketswil erhielt der wiedergewählte Nationalrat Bruno Walliser (SVP) mit 2202 Stimmen die meisten aller Kandidaten überhaupt. Wenn allerdings die Panaschierstimmen angeschaut werden, muss er der abgewählten BDP-Nationalrätin Rosmarie Quadranti, die früher in Volketswil gewohnt und dort auch als Schulpräsidentin gewirkt hat, den Vortritt lassen. Und überholt worden ist er auch noch vom amtierenden Gemeindepräsidenten und CVP-Kantonsrat Jean-Philipp Pinto.

Martin Bäumle (GLP) schliesslich ist in seiner Wohnstadt Dübendorf der unumstrittene Panaschierkönig. Von seinen total 1427 Stimmen stammen 417 von anderen Parteiwählern.

Die Auf- und Absteiger

Und gibt es besondere Höhenflieger oder Absteiger in der Region? Auf der SVP-Liste fiel Bruno Walliser (Volketswil) um einen Platz zurück. Der junge Beni Fischer (Volketswil) konnte dagegen zwei Plätze gut machen und liegt nun als erster Ersatzmann auf dem 11. Rang. Gleich fünf Plätze – und damit sein Mandat – einbüssen musste Claudio Zanetti (Gossau). Vom 8. Listenplatz fiel er auf den 13. Rang zurück.

Bei der SP konnte sich Sabine Sieber (Sternenberg) leicht verbessern, Barbara Bussmann (Volketswil) machte gar fünf Plätze gut und landete auf dem 17. Rang. Neun Positionen nach hinten auf die Nummer 30 durchgereicht wurde dagegen der Wetziker Stadtrat Pascal Bassu. Bei der FDP mussten die beiden Oberländer Jörg Kündig (Gossau) und Matthias Bickel (Uster) einige Plätze nach hinten. Der ehemalige Gossauer Jungpolitiker Andri Silberschmidt machte allerdings den entscheidenden Satz um drei Plätze nach vorne, was ihm zum Einzug ins Parlament verholfen hat.

Bei der GLP waren die Verschiebungen der Oberländer gering. Einzig Thomas Maier (Dübendorf) musste vier Plätze abgeben. Während es bei der CVP und EVP fast keine Bewegungen gab, wurde bei den Grünen Urs Dietschi aus Tagelswangen nach hinten durchgereicht: Vom 18. Listenplatz gestartet landete er auf dem 35. und letzten. In die umgekehrte Richtung ging es beim BDP-Politiker Ivo Koller: Der Ustermer Gemeinderat arbeitete sich vom 30. auf den 18. Platz vor.

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