Sie war die jüngste und die lauteste Ustermer Gemeinderätin: Meret Schneider, die mit 14 Jahren die Jungen Grünen Zürcher Oberland mitgründete, mit 20 Jahren Präsidentin der Jungen Grünen des Kantons wurde und die davon träumt, irgendwann im Ustermer Stadtrat und später im Nationalrat zu sitzen (Dieser Traum hat sich am 20. Oktober 2019 erfüllt).
Schneider würde aber nie von «träumen» reden. Die 24-Jährige ist Rationalistin. Sie bildet sich ein Urteil anhand von Fakten, beschreibt sich selber als trocken. «Kognitive Dissonanzen» sind ihr ein Dorn im Auge. Ein Beispiel: «Es gab einen medialen Aufschrei, als öffentlich bekannt wurde, dass Leute in ihrem Estrich Huskies halten. Alle haben sich aufgeregt. Dabei haben die meisten Schweine nur wenige Quadratmeter zum Leben.»
Ein vollgepackter Tag
Schneider sagt dann: «Hey Leute, echt jetzt?» Diese Formulierung verwendet sie öfters. Meret Schneiders Tage sind vollgepackt. In Joggingschuhen und Funktionswinterjacke steigt sie an diesem Morgen in die S5 nach Zürich.
Die Jeans schlottern um die Beine, die grossen grünen Augen sind wie immer mit einem dick gezogenen Lidstrich bemalt. In der Hand hält Schneider eine Cola Zero, von der sie auch im Parlament stets eine Flasche bei sich hat.

