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Herrin des Mönchaltorfer Gedächtnisses

Im Mönchaltorfer Dorfarchiv gibt es für Crista Weisshaupt viel zu tun. Sie entscheidet, was für das Dorf historisch relevant ist.

Archivarin Christa Weisshaupt und Felix Hess, Vereinspräsident des Mönchaltorfer Forums bei der Wiedereröffnung des Dorfarchiv , Wertvoll sind Fotos, die Beschreibungen enthalten., Die Bibel einer Mönchaltorfer Familie Brunner von 1712 auf dem Tisch eines Mönchaltorfer Holzbildbauers gehört auch zum Archiv., Für die Archivarin warten noch weitere Aufgaben im Bunker., Der Ausstellungsraum im Dorfarchiv sieht heute so aus.

Mönchaltorfer Forum

Herrin des Mönchaltorfer Gedächtnisses

Rund ein halbes Jahr ist die Wiedereröffnung des Dorfarchivs im Mönchhof nun her. Auch dabei war Crista Weisshaupt. Sie ist die Leiterin im Archiv und Mitglied des Vereins Mönchaltofer Forums, der dieses unterhält. Weisshaupt arbeitet sich im Bunker, der sich im Untergeschoss des Mönchhofs befindet durch die Mönchaltorfer Geschichte. Vor allem Vereine haben hier ihre Fotos, Berichte und Ordner gelagert. Diese wird Weisshaupt alle nach ihrer Relevanz überprüfen. «Wir brauchen nicht jede Mitgliederbeitragsmahnung», sagt sie. Interessant seien beispielsweise Jahres- und Vorstandsprotokolle, dokumentierte Fotos oder Umbaupläne.

«Es ist schön, dass der Vorstand oder mein Vereinskollege meine Entscheide akzeptieren.»
Crista Weisshaupt, Leiterin Dorfarchiv 

Ein Vereinsmitglied hilft ihr öfters bei der Arbeit, doch über die Aufnahme der Dokumente ins Archiv entscheidet am Ende Weisshaupt. Wenn sie doch mal unsicher sei, frage sie aber den Vorstand nach der Relevanz eines Dokumentes. Zudem gebe es immer wieder Unterlagen die einen Grundsatzentscheid durch den Vorstand vonnöten machten. «Es ist schön, dass der Vorstand oder mein Vereinskollege meine Entscheide akzeptieren.» Vor allem, da sie ja keine gebürtige Mönchaltorferin sei und erst seit einigen Jahren hier wohne.

Stickiger Bunker

Bei ihrer Freiwilligenarbeit stösst Weisshaupt immer wieder auf interessante Dokumente. So sei beispielsweise einst diskutiert worden den Hauptmannshof, heute ein denkmalgeschütztes Gebäude, abzureissen. Ansonsten gilt für Weisshaupt: «Die Dokumente sind für Mönchaltorf interessant. Ausserhalb des Dorfes dürften sie niemanden gross interessieren.»

Weisshaupt ackert sich seit Anfang 2017 im Untergeschoss des Mönchhofs durch den Bunker. Zu Beginn war das in der Tat noch ein Krampf. Weisshaupt erinnert sich: «Es war im Schutzraum stickig und staubig und vollgestellt mit allerlei Zeugs.»

Archiv statt Museum

Gemäss Vereinspräsident Felix Hess hatte man ursprünglich andere Pläne mit den Räumen: «Früher wollte der Verein Mönchaltorfer Heimatschutz, der das Archiv betreut hatte, noch ein Ortsmuseum mit den Sachen machen.» Aus dem «Mönchaltorfer Heimatschutz» wurde dann der Verein Mönchaltorfer Forum. «Im Archiv lagerten alte Schweizer Illustrierte, eine alte Druckmaschine oder Feuerwehrausrüstungen. Sachen, die nichts mit Mönchaltorf zu tun hatten, mussten weg», so Hess. Die Gegenstände seien entsorgt oder Museen als Leihgabe übergeben worden.

Danach wurde der Bunker renoviert. Finanziert hat das die Gemeinde, die mit dem Verein eine Leistungsvereinbarung abschloss (siehe Box). Für Weisshaupt ein elementarer Schritt: «Ohne die Leistungsvereinbarung hätte ich wahrscheinlich nach zwei bis drei Jahren den Bettel hingeschmissen.»

Heute ist sie froh, dass sie es nicht getan hat. «Die Arbeit befriedigt ungemein und ich lerne so auf relativ einfache Art und Weise unser Dorf und die dazugehörige Geschichte kennen», sagt Weisshaupt. Und die Arbeit werde ihr auch nicht ausgehen: «Ich könnte noch 100 Jahre hier arbeiten. Es gibt immer etwas zu tun.»

 

Dorfarchiv finanziert von der Gemeinde

2018 genehmigte der Gemeinderat eine Leistungsvereinbarung, die bis Ende 2020 gilt. Mit der Abmachung zwischen der Gemeinde und dem Verein Mönchaltorfer Forum sollte das historische Dorfarchiv erhalten und im digitalen Bereich ausgebaut werden. Über eine Verlängerung oder Erneuerung der Leistungsvereinbarung entscheidet der Gemeinderat im Sommer 2020.
Dafür beteiligt sich die Gemeinde mit einem jährlichen Beitrag von 8‘400 Franken für die Archivführung. Zudem trägt sie bis 2022 Investitionskosten von 20’750 Franken für die Anpassung der Räume. So wurden sie renoviert und ein klimatisierter Archivraum eingerichtet. Weiter übernimmt die Gemeinde die Miete, Reinigung und Leistungen von Verwaltung und Hauswartung in der Höhe von jährlich 11‘660 Franken.

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