Patrouille auf dem Drahtesel
In grösseren Städten hat man sich daran gewöhnt: Polizisten sind nicht nur zu Fuss oder im Auto unterwegs, sondern zuweilen mit Rollerblades, hoch zu Ross oder auf dem Velo. Seit kurzem gehen nun auch in Rüti jeweils zwei Polizisten mit dem Velo auf Patrouillenfahrt.
Eine Neuerung, die erstmals in der rund 17-jährigen Geschichte der Rütner Polizei zum Einsatz kommt. Warum gerade jetzt? Beat Laib, stellvertretender Polizeichef in Rüti, sagt am Telefon, dass die « Bike-Police » , wie es in der Medienmitteilung auf neudeutsch heisst, einem « angefressenen Velofahrer » im Team geschuldet sei.
« Für den Velokurs mit den Schulkindern der ersten bis sechsten Klasse hat sich der zuständige Instruktor ein Velo angeschafft. Dadurch kamen wir überhaupt erst in den Besitz eines Velos » , so Laib. Der gleiche Kollege habe sich dann auch für ein zweites Fahrrad stark gemacht. « Und wenn man schon zwei Velos hat, kann man sie auch brauchen » , sagt Laib.
Vor- und Nachteile
Zusammen mit seinem Kollegen Marco Eusebio ist Laib seit einigen Wochen hin und wieder mit dem Velo unterwegs . Der Polizist sieht einige Vorteile. « Wir sind viel näher bei den Leuten, werden auch mal angesprochen. Man kann auch Wege kontrollieren, die mit dem Auto nicht zugänglich sind. »
Der Weg oben beim Krematorium sei so ein Beispiel oder die Steintreppen runter zur Jona bei der Bandwies. Ein weiterer Vorteil sei, dass man mit dem Velo lautlos unterwegs sei, sich quasi anschleichen könne .
« Wir können nicht alles erledigen, was wir sonst machen. Bei einem Verkehrsunfall fehlt uns das Absperrmaterial »
Beat Laib, stellvertretender Polizeichef in Rüti
Und Nachteile? Auch die gebe es, so der Polizist. Man sei auf dem Velo auch eingeschränkt. Beispielsweise was das Material angehe. « Wir können nicht alles erledigen, was wir sonst machen. Bei einem Verkehrsunfall fehlt uns das Absperrmaterial. Deshalb ist auch stets eine zweite Patrouille mit dem Auto verfügbar. »
«Keine E-Bikes»
Auf die Frage ob es unter seinen Kollegen auch Skepsis über die Einführung der Zweiräder gab, antwortet Laib: « Ja natürlich. Diejenigen, die nicht so gerne Velo fahren, waren nicht begeistert. » Aber es müsse auch niemand in die Pedalen trampen, der nicht wolle. « Ich muss auch nicht unbedingt zweimal täglich nach Fägswil hochradeln. Es sind nämlich keine E-Bikes » , sagt Laib und lacht.
« Die Leute zeigen uns den Daumen nach oben. Das ist ungewöhnlich. Wenn ein Finger hochgeht, ist es meistens ein anderer. »
Beat Laib, stellvertretender Polizeichef in Rüti
Fortan seien er und Kollege Eusebio die einzigen, die auf Velopatrouille gehen. Und dabei positive Rückmeldungen erhalten, wie Laib festgestellt hat. « Die Leute zeigen uns den Daumen nach oben. Das ist ungewöhnlich. Wenn ein Finger hochgeht, ist es meistens ein anderer. »