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Nach Spielschluss rastet der Goalie aus

Bei einem Ligaspiel zwischen dem FC Mönchaltorf und dem FC Männedorf gab es rote Karten, einen fassungslosen Trainer, und ein «Nachspiel» in der Umkleidekabine der Gäste.

Der Platzwart des FC Mönchaltorf zeigt auf die kaputte Tür in der Gästekabine., Aus Wut hat der Goalie des FC Männedorf die Tür «geschletzt»., Beat Bühler, Trainer des FC Mönchaltorf, mangelt es im Amateurfussball einer vornehmen Zurückhaltung., Beim nächsten Spiel in Mönchaltorf will der FC Männedorf als Wiedergutmachung ein kleines Präsent überreichen.

Alice Küng

Nach Spielschluss rastet der Goalie aus

Beim Heimspiel des FC Mönchaltorf gegen den FC Männedorf standen gegen Ende der ersten Halbzeit nur noch neun Männedörfler Spieler auf dem Feld. Zwei hat der Schiedsrichter wegen Regelverstössen, einer wegen Beleidigung, vom Platz gestellt. «Zu recht», findet der Mönchaltorfer Trainer Beat Bühler, der mit seiner Mannschaft das 3.Liga-Spiel schliesslich 3:0 gewann. Anders sah das der Männedörfler Trainer Matthias Heusser: «Der Schiedsrichter hat ein bisschen extrem reagiert.»

«Dass der Trainer danach aufs Spielfeld bellte, brachte zusätzliche Unruhe in die Mannschaft rein.»

Beat Bühler, Trainer FC Mönchaltorf

Trotz der roten Karten bezeichnet Bücher das Spiel vor zwei Wochen rückblickend als «normal». Solche Spielverläufe gäbe es nicht nur bei Amateuren, sondern auch bei den Profis.
Dass aber die Emotionen des Männedörfler Trainers während des Spiels derart hochgingen, habe sicherlich auch die Stimmung der Spieler zum Kochen gebracht. So zumindest erklärt sich Mönchaltorf-Trainer Bühler das, was danach in der Umkleidekabine geschah.  

Flüche auf dem Platz

In der Gästekabine hat der Goldküstengoalie seinen Frust an der Tür ausgelassen.  Gesehen hat Männedorf-Trainer Matthias Heusser die Tat nicht – nur die gesplitterte Tür. «Er ist ein junger Mensch und ein junger Mensch macht Fehler», so erklärt er das Verhalten seines Goalies. Für Heusser ist ein solches Verhalten in seiner Mannschaft die Ausnahme: «Meine Spieler haben eher ein ruhiges Gemüt.»

«Ich bin sicher kein Magnin.»

Matthias Heusser, Trainer FC Männedorf

Für Beat Bühler, der seit 18 Jahren Trainer ist, davon rund fünf Jahre beim FC Mönchaltorf, fehlt es im Amateurfussball generell an Zurückhaltung. «Auf dem Platz hört man oft lautes Fluchen und wüste Beschimpfungen, dabei ist das doch nur ein Spiel.» Vor allem der Schiedsrichter könne es niemandem recht machen. Dessen Entscheidungen seien oft der Auslöser von heftigen emotionalen Reaktionen. Davon habe sich wohl auch der Trainer des FC Männedorf nach den zwei roten Karten anstecken lassen. «Dass der Trainer danach aufs Spielfeld bellte, brachte zusätzliche Unruhe in die Mannschaft rein», sagt Bühler.

Tür schletzen bis zum Bruch

Für Heusser war sein Verhalten während des besagten Spiels eher eine Ausnahme: «Ich bin sicher kein Magnin», sagt er mit Verweis auf die legendären Schimpftiraden des FC Zürich Trainers Ludovic Magnin. «Man muss mich aber schon hören. Um das Team zu unterstützen, braucht es den Input von der Linie.»

«Tant pis – was soll’s.»

Marc Schäffeler, Präsident FC Mönchaltorf

Beim Spiel sei eine rote Karte gegen seinen Spieler ausgesprochen worden, obwohl der Situation ein «glasklares Offside» vorausgegangen sei. Da sei er nicht mit dem Schiedsrichter einer Meinung gewesen und eben schon «einen Moment emotional geworden», sagt Heusser. So sei es eben auch seinem Goalie ergangen, der bisher nie negativ aufgefallen sei. «Ein klarer Fehler. Nach dem Spiel sind bei ihm wohl kurzfristig die Sicherungen durchgebrannt», so Heusser. «Er hat mir gegenüber gesagt, dass er die Türe stark zugeschletzt habe.»

Ein Geschenk für Mönchaltorf

Der Spieler habe aber daraufhin den Schaden gleich gemeldet und sich im nächsten Training des FC Männedorf dafür entschuldigt. «Die Türe werden vielleicht Spieler aus unserem Team gleich selber reparieren», so Heusser. Der Goalie habe aber für alle Fälle seine Versicherung angegeben. «Wenn der Schaden behoben ist, werden wir zudem beim nächsten Spiel in Mönchaltorf dem FC eine kleine Wiedergutmachung übergeben.» Was das sein wird, lässt Heusser noch offen.

Versöhnlich zeigt sich auch der Mönchaltorfer Vereinspräsident Marc Schäffeler: «Tant pis – was soll’s.» Er sei nicht böse auf die Männedörfler. Solche Emotionen gehörten dazu. Dieselbe Türe sei nun mittlerweile zum dritten Mal von Spielern verschiedener Teams kaputt gemacht worden. Jedes Mal sei sie umgehend repariert worden, sagt Schäffeler.

Am Wochenende war die Gästekabinentür noch kaputt. Schäffeler ist aber überzeugt: «Die Männedörfler werden das in den nächsten 16 Tagen regeln.»

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