Herr Heeb, seit drei Monaten sind Sie nun der Präsident des Gemeinderats und damit offiziell höchster Dübendorfer. Ihre Zwischenbilanz?
Reto Heeb: Schon in den ersten Wochen konnte ich in viele Bereiche reinschauen, die ich sonst nie gesehen hätte. Ich war unter anderem am 100-Jahr-Jubiläum des Verschönerungsvereins, an den Pferdesporttagen, konnte an der gemeinsamen Übung des Samaritervereins und des Motorradclubs Hurricanes teilnehmen und werde auch einen Blick hinter die Kulissen der Stadtverwaltung werfen können. Ich versuche jede Einladung wahrzunehmen, denn überall lernt man neue Menschen kennen und führt interessante Gespräche.
Das alles ist sehr zeitintensiv.
Als Ratspräsident ist man sozusagen im Ausnahmezustand, gleichzeitig ist es auch überschaubar, da die Amtszeit nur ein Jahr dauert.
In diesem Jahr haben Sie nur bei Stichentscheiden eine Stimme. Macht es Ihnen keine Probleme, politisch quasi kaltgestellt zu sein?
Man weiss das ja und stellt sich darauf ein. Das Amt ist eine Ehre, da habe ich keine Mühe, mal ein wenig zurückzustehen. Gleichzeitig hoffe ich, dass es nicht zu einem Stichentscheid kommt. Nicht dass ich ein Problem damit hätte, einen Entscheid zu fällen. Aber wenn nur gerade eine Stimme ausschlaggebend ist, dann heisst das auch, dass das Geschäft nicht breit abgestützt ist. Und das wäre zum Beispiel bei einem Geschäft wie dem Bauprojektkredit für das Mehrzweckgebäude bei der Oberen Mühle ein schlechtes Fundament.
« Sehr schade finde ich, dass sich die FDP nicht mehr zu Wort meldet. »
Was halten Sie von Ihrem Parlament?
Was auffällt: In den grösseren Fraktionen gibt es eine Dominanz von ein paar Leuten. Die restlichen sind eher unscheinbar und schwer fassbar. Man weiss nicht, ob es sich um Parteiideologen handelt oder ob man sie motivieren könnte, auch mal anders zu stimmen als die Mehrheit der Partei. Sehr schade finde ich, dass sich die FDP nicht mehr zu Wort meldet.

