Herr Oldani, Sie arbeiten seit bald zehn Jahren in leitender Funktion im Bereich Altersbetreuung. Was mögen Sie an alten Menschen?
Michael Oldani: An ‹alten› Menschen schätze ich sehr, dass diese eine grosse Lebenserfahrung haben und in der Regel auch genau wissen, was sie wollen und was nicht. Ich arbeitete schon immer sehr gerne mit Menschen für Menschen, deshalb war ich auch stets im Dienstleistungsbereich tätig.
In den letzten viereinhalb Jahren haben Sie als Gebietsleiter und Geschäftsführer innerhalb der Tertianum-Gruppe wiederholt ihre Gebietszuständigkeit gewechselt. Wurden Sie da als Troubleshooter eingesetzt oder halten Sie es nirgends lange aus?
Die wiederholten Wechsel – oder präziser, die wiederholten Wechsel der Verantwortlichkeiten – waren bedingt durch das grosse Wachstum der Tertianum-Gruppe in dieser Zeit. Bis wir die optimale Organisation hatten, wurde die Gruppe bis Ende 2017 drei Mal reorganisiert.
«Von den Bewohnenden bin ich sehr herzlich aufgenommen worden.»
Ihr Vorgänger hat kurz vor seiner Pensionierung gekündigt und an seiner politischen Vorgesetzten kein gutes Haar gelassen. In welchem Zustand haben Sie das ASZD, also das Alters- und Spitexzentrum Dübendorf vorgefunden? Mussten Sie Versäumnisse aufarbeiten?
‹Versäumnisse›, wie Sie sagen, habe ich nicht angetroffen. Ich habe einen sehr gut organisierten Betrieb übernehmen dürfen und habe zuvorkommende, motivierte Mitarbeitende angetroffen. Auch von den Bewohnenden bin ich sehr herzlich empfangen worden.
Die Arbeiten am Neu- und Umbau des Alters- und Spitexzentrums sind praktisch abgeschlossen. Sie setzen sich jetzt also quasi ins gemachte Nest. Ist Ihnen das nicht zu langweilig?
Langweilig wird es mir bestimmt nicht. Das ASZD wird sich auch nach dem Abschluss des Ergänzungsbaus weiterentwickeln. Wir wollen uns noch mehr mit unserem ganzen Umfeld vernetzen. Und wir sind daran, mit der Sozialbehörde Vorschläge auszuarbeiten für eine geschützte gerontopsychiatrische Pflegeabteilung, also eine spezialisierte Abteilung für alterspsychiatrische Erkrankungen mit Demenzgarten. Aber für mich ist es nun wichtig, den Betrieb und die Abläufe kennen zu lernen – ich habe ja erst gerade im ASZD zu arbeiten begonnen.

