«Eine stärkere Verbindung der drei Dörfer ist das Ziel des Gemeinderats»
Die Gemeinde Fischenthal hatte in der Vergangenheit diverse Baustellen, die das Gemeindeleben prägten. Viele haben sich seit den letzten Behördenwahlen mit dem neu zusammengesetzten Gemeinderat gelöst. Die «Blume» hat einen Pächter, die Bürgerplattform «Pro Fischenthal» ist verstummt und auch in der Schulbehörde kehrt langsam wieder Ruhe ein.
Doch damit gibt sich Gemeindepräsidentin Barbara Dillier-Keller (parteilos) nicht zufrieden. Fischenthal soll sich «ganzheitlich entwickeln». Zu diesem Zweck hat der Gemeinderat die «Werkstatt F» ins Leben gerufen. In einem partizipativen Prozess sollen die Fischenthaler ihren Wohn- und Lebensort selber mitgestalten können.
Stärkere Verbindung der Dörfer
Finanziert wird das Projekt durch den Nachtragskredit von 320’000 Franken, den die Einwohner im Juni an der Gemeindeversammlung gutgeheissen haben. Dieser Kredit beinhaltet auch die Alters- und Liegenschaftsstrategie, die parallel zum Gemeindeentwicklungsprozess geführt wird.
«Die Erhebung der Bedürfnisse aus der Bevölkerung soll nicht beeinflusst werden.»
Barbara Dillier-Keller (parteilos), Gemeindepräsidentin von Fischenthal
Welche Themen im Rahmen der «Werkstatt F» besprochen werden sollen, ist offen. Es hänge von der Bevölkerung ab, was genau in Angriff genommen wird, so Dillier. «Eine stärkere Verbindung der drei Dörfer und der Aussenwachten und auch die Nutzung des Potenzials von Fischenthal ist das Ziel des Gemeinderats.» Ob dies auch das Bedürfnis der Bevölkerung sei, wisse sie jedoch nicht.
Öffentlicher Anlass
«Aktuell erheben wir die Bedürfnisse der Bevölkerung», sagt die Gemeindepräsidentin. Auf der eigens für das Projekt lancierten Webseite steht, dass sich der Projektausschuss zur ersten Sitzung getroffen hat. Dabei hätten sich erste Themen herauskristallisiert, die helfen würden, ein «vertieftes Verständnis der Gemeinde und ihrer Bevölkerung» zu erlangen.
«Wie die Menschen in Plaffeien dieses Angebot angenommen haben und sich über mehr als ein Jahr für ihr Dorfzentrum engagiert haben, hat uns inspiriert.»
Barbara Dillier-Keller
Um welche Themen es sich dabei handelt, will Dillier nicht verraten. Die Erhebung der Bedürfnisse aus der Bevölkerung solle nicht beeinflusst werden. Am 9. November findet dann der erste öffentliche Anlass der «Werkstatt F» statt. Da bestimmen die Fischenthaler die Themen, an denen sie im Rahmen des Projekts arbeiten wollen. Danach folgen weitere Schritte, teils auch in Arbeitsgruppen.
Inspiriert von Plaffeien
Die Idee zur «Werkstatt F» kam, als der Gemeinderat bei Recherchen auf das Projekt «Plaffeien 23» gestossen ist. «Das Dorf im Kanton Freiburg möchte sein Dorfzentrum in einem offenen, partizipativen Prozess mit mehr Leben füllen. Wie die Menschen dieses Angebot der Mitwirkung angenommen haben und sich über mehr als ein Jahr für ihr Dorfzentrum engagiert haben, hat uns inspiriert», so Dillier.
Da ein solcher Prozess professionell konzipiert, moderiert und umgesetzt werden muss, sei klar gewesen, dass Fachpersonen das unterstützen müssen, sagt Dillier. Dafür lud der Projektausschuss drei auf Gemeindeentwicklung spezialisierte Unternehmen eingeladen. Die Firma Planval, die bereits die freiburgische Gemeinde betreut hat, machte das Rennen.
Instagram für die Jungen
Um ein jüngeres Publikum zu erreichen, existiert auch eine Instagramseite des Projekts. «Grundsätzlich wollen wir alle Bevölkerungsschichten ansprechen, beziehungsweise allen die Möglichkeit geben, sich zu beteiligen und einzubringen», sagt Dillier. Über die Webseite hätten sich schon verschiedene Personen gemeldet. Barbara Dillier hofft nun, dass viele weitere der Einladung von Anfang November folgen und sich auch im weiteren Prozess aktiv engagieren.
«Wir sind uns aber auch bewusst, dass dies für Fischenthal etwas Neues und Einzigartiges ist. Die Werkstatt F ist ein längerer Prozess. Wir können uns daher auch etwas Zeit lassen, um uns an diese neue Form des gemeinsamen Gestaltens zu gewöhnen», so Dillier. In Fischenthal habe es aber immer Menschen gegeben, und gebe es auch heute, die gerne anpacken, gestalten und etwas aufbauen.