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DVZO will sechs Wochen lang täglich von Hinwil nach Bauma fahren

Der Dampfbahn-Verein Zürcher Oberland hat Grosses vor. Im nächsten Herbst will er sechs Wochen lang täglich mehrere Fahrten anbieten.

Im Herbst 2020 fährt die Dampfbahn täglich., Rund 30 Personen nahmen am Infoanlass des DVZO über dieses Projekt teil.

Willy Roth

DVZO will sechs Wochen lang täglich von Hinwil nach Bauma fahren

Das Wichtigste in Kürze

  • Der DVZO will im Herbst 2020 sechs Wochen lang täglich mehrere Fahrten anbieten.
  • Hinzu kommt eine Buslinie mit Oldtimer-Fahrzeugen
  • Das Projekt soll in der ganzen Schweiz Beachtung finden

 

«Wir wollen damit nicht nur den Eisenbahn-Fan ansprechen. Nein, wir wollen auch den Gemeinden etwas bringen.» Das erklärte Christian Schlatter am Montagabend im Gasthaus Tanne in Bauma. Schlatter ist Leiter Infrastruktur des Dampfbahn-Vereins Zürcher Oberland (DVZO) und er stellte die Pläne des Vereins für einen täglichen Fahrbetrieb im Herbst 2020 vor (wir berichteten).

Dass es sich beim geplanten Pilotversuch um mehr als nur die Hobbypflege einiger Enthusiasten handelt, wurde schnell klar. Einbezogen in das Projekt sind acht Museen, sieben Museumsbahnen, sechs historische Busse sowie zwei Kantone.

Ausgeklügelter Fahrplan

Während sechs Wochen, vom 4. September bis zum 18. Oktober 2020, werden im Zürcher Oberland täglich historische Züge und Busse entsprechend eines ausgeklügelten Fahrplans verkehren. Diese Fahrten werden grob gesagt im Raum zwischen Wetzikon und der sich im Kanton St. Gallen befindenden Hulftegg stattfinden.

Während seitens der Bahn die bewährte Strecke von Bauma über Bäretswil nach Hinwil angeboten wird, konnte für das Befahren der übrigen Strecken mit Jürg Biegger und seinen historischen Fahrzeugen ein zuverlässiger und erfahrener Partner gewonnen werden.

«Am letzten Fahrsonntag beförderten wir auf einem einzigen Zug über 300 Leute.»
Christian Schlatter, Leiter Infrastruktur DVZO

Die Postautos fahren neben den Haltestationen der Dampfbahn die Orte Wetzikon, Ringwil, Bettswil, Gibswil, Fischenthal und Steg (mit Abstecher auf die Hulftegg) an. Haltestellen wird es an diversen Partnerrestaurants sowie an verschiedenen musealen Orten wie der Wasserrad-Sagi Stockrüti, dem Oldtimermuseum Junod in Bäretswil oder bei der Drechslerei Kleintal bei Steg geben. Die Betreiber der Museen sind übereingekommen, ihre Häuser während jeweils zwei Tagen in der Woche zu öffnen.

Er werde oft gefragt, was der Grund für diese Pläne des DVZO sind, erzählte Schlatter und erklärte: «Wir merken, dass wir an Grenzen stossen, trotzdem wollen wir weiter ausbauen». Es gehe auch darum, Spitzen zu brechen. «Am letzten Fahrsonntag beförderten wir auf einem einzigen Zug über 300 Leute.»

Es handle sich hier nicht um regionales, sondern um ein nationales Projekt. Die ganze Museumsbahnszene werde in der Schweiz immer stärker wahrgenommen. Weiter möchte der DVZO vermehrt alle Interessierten ansprechen.

Schlatter stellt sich vor, dass unter der Woche beispielsweise Familien einen Ausflug mit Dampfbahn unternehmen. Auch für Geschäftsausflüge und Touristen sei das Angebot eines täglichen Fahrbetriebs durchaus attraktiv.

Der geplante Zeitrahmen von anfangs September bis Mitte Oktober entspricht einem ermittelten Bedürfnis. Über die letzten Jahre habe man in dieser Zeit jeweils die grösste Anzahl Fahrgäste gezählt, sagte Schlatter.

«Wir hoffen, dass so viele Passagiere wie möglich mit den öffentlichen Verkehrsbetrieben anreisen.»
Christian Schlatter

Das Angebot von Extrafahrten wird auch während dieser Pilotprojekts bestehen bleiben, allerdings unter Berücksichtigung des Sonderfahrplans. Das Gesuch zur Erteilung einer Konzession für den Betrieb über die nächsten zehn Jahre wurde eingereicht.

Ungenügende Informationspolitik

Einige kritische Stimmen aus der Zuhörerschaft bemängelten vor allem die mit dem Zusatzfahrbetrieb einhergehenden Emissionen sowie die ungenügende Informationspolitik des DVZO. Auch die Parkplatzsituation wurde angesprochen.

Doch dürfte dieses Problem mit dem erweiterten Betrieb gemäss Schlatter eher entschärft werden. «Wir hoffen, dass so viele Passagiere wie möglich mit den öffentlichen Verkehrsbetrieben anreisen.» Wie gesagt handle es sich um ein Versuchsprojekt für das Jahr 2020 und die dabei gemachten Erfahrungen würden mit Sicherheit in die weiteren Planungen miteinbezogen. (Willy Roth)

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