Auf der guten Seite der Dienstpflicht in Greifensee
Das Wichtigste in Kürze
- Sicherheitsdirektor Mario Fehr besucht den Wiederholungskurs der Zivilschützer in Greifensee
- Die Zivilschützer zeigen dem Regierungsrat ihre Arbeitsplätze und Aufgaben
- Mario Fehr zeigt sich hungrig
Zu Beginn der Visite am Donnerstagmorgen sagt Regierungsrat Mario Fehr (SP): «Wir haben eine besonders schöne Gemeinde gesucht, in der die ganze Macht in Frauenhänden liegt.» Mit dieser Erklärung, wieso er den Wiederholungskurs der Zivilschutzorganisation (ZSO) Greifensee-Schwerzenbach besucht, hat Fehr die Lacher auf seiner Seite. Erst auf Nachfrage liefert er eine offizielle Erklärung: «Wir suchen bei der Auswahl nach WKs mit interessanten Übungen, wo die Zivilschützer arbeiten und Wissen praktisch angewendet wird.»
«Militär ist für eine Frau die Zeit, in der Männer zum ausnüchtern nach Hause kommen und wilde Geschichte erzählen.»
Monika Keller (FDP), Gemeindepräsidentin Greifensee
Vor dem Greifenseer Feuerwehrgebäude haben sich die Verantwortlichen des Zivilschutzes, Sicherheitsvorsteherin Franziska Graf Schläppi (Aktion G), Reto Haltinner (CVP) Sicherheitsvorsteher Schwerzenbach und Gemeindepräsidentin Monika Keller (FDP) versammelt.
Besoffene Militaristen
Keller (FDP) sagt, wie sie als Frau die verschiedenen Dienstpflichten einschätzt: «Militär ist für eine Frau die Zeit, in der Männer zum ausnüchtern nach Hause kommen und wilde Geschichte erzählen.» Als sie noch Sicherheitsvorsteherin war, habe sie den Zivilschutz kennengelernt und gesehen: «Die Aufgaben, die der Zivilschutzes übernimmt, sind sehr wichtig.»
Im Schutzraum unter dem Feuerwehrgebäude riecht es nach Curry. Der Raum dient der ZSO als Kommandoposten. Hier beginnt der Rundgang, der von Swen Huber, Kommandant der ZSO, zusammen mit Zivilschutzchef Werner Balmer geführt wird. Verschiedene Arbeitsplätze der Zivilschützer stehen auf dem Programm. Thema des Wiederholungskurses ist, wie sich die ZSO auf einen möglichen regionalen Stromausfall vorbereitet und diesen bewältigt.
Händeschütteln
Der Curry-Geruch liess Mario Fehr offensichtlich nicht mehr los und nach den Erklärungen, wie hier in einem Krisenfall vorgegangen wird, will er die Küche sehen. Dort schüttelt er den Köchen die Hände.
Das ist typisch für den Regierungsrat an diesem Morgen. Wer Fehr über den Weg läuft, dem schüttelt er die Hand – im Zweifel auch zweimal. Er nimmt sich viel Zeit. Hier fragt er einen Zivilschützer nach dessen Biografie, da erzählt er eine Anekdote von seiner Mutter und dort macht er auf eine Dekoration aufmerksam.
Auf einen Jass ins Pflegeheim
Auch im Pflegezentrum «Im Hof», wo Zivilschützer mit Bewohnerinnen basteln, Eile mit Weile spielen und jassen zeigt sich Fehr gesellig. Er greift bald zu den Jasskarten und spielt mit zwei Zivilschützern und einer betagten Dame ein paar Runden. «Sie jassen gut!», schreit er der Schwerhörigen zum Abschluss ins Ohr.
Nächster Stopp: Der Garnhänki-Steg. Doch Fehr will am Seeufer nicht bremsen, um sich die Sanierungsarbeiten der Zivilschützer aus der Ferne zu betrachten und schreitet zum Steg-Ende. Die Warnungen der Zivilschützer, dass die Bretter zum Steg nur lose auf den Balken liegen, ignoriert er. Dort spricht er mit den Arbeitern und zeigt sich beeindruckt von der Biografie eines Zivilschützers: «Ein Anwalt bei den Pionieren, der hochmotiviert das Holz herumträgt.»
Eine Runde auf Kantonskosten
Der Sicherheitsdirektor fragt, ob für die Arbeiter ein kleines Einweihungsfest des Stegs vorgesehen sei und verspricht kurzerhand, dass der Kanton ein solches bezahlen wird.
Bevor zum Abschluss des Besuches die Arbeit des Kulturgüterschutzes im Schloss Greifensee gewürdigt werden, will Mario Fehr noch einen Blick ins Landenberghaus erhaschen. Gemeinderätin Franziska Graf Schläppi zeigt dem Gast ein paar Räume des Greifenseer Landenberghauses und des angrenzenden Pfarrhauses, wo Arbeiter kurz vor der Eröffnung noch hektisch arbeiten. Die Hektik hat offenbar auch Fehr bemerkt – diesmal verzichtet er aufs Händeschütteln.
