130'000 Franken teuer, politisch breit abgestützt – und seit einigen Tagen installiert: Das ist das neue Fussgängerleitsystem der Stadt Uster. Es soll den Fussgängern in der drittgrössten Stadt des Kantons helfen, sich besser zu orientieren. Dabei richtet es sich vor allem an Auswärtige.
Doch was taugt das Ganze im Realitäts-Check? Die Redaktion wollte es testen und hat einen Freiwilligen nach Uster geschickt – und das unter erschwerten Bedingungen ohne Stadtplan oder Handy. Obwohl sich dieser unerschrockene Held immer mal wieder in Uster aufhält, ist er die Idealbesetzung, hat er doch den Orientierungssinn eines Flaschenkürbisses und verirrt sich selbst bei sich zu Hause regelmässig auf dem Weg vom Schlafzimmer in die Küche.
Wo ist diese Altstadt?
Ausgangspunkt für den Selbstversuch ist der Bahnhof Uster, wo unser Held vor der anthrazitfarbenen Tafel steht. Stadthaus, Musikcontainer, Park am Aabach, Schwimmbad, Altstadt… Moment, Altstadt? Unser Held stutzt, von einer Ustermer Altstadt hat er noch nie etwas gehört. Das soll sein erstes Ziel sein.
600 Meter entfernt ist diese Altstadt, so steht es geschrieben. Unser Held marschiert wie angegeben in südöstlicher Richtung los. Vor der nächsten Tafel an der Bahnhofstrasse stutzt er, denn jetzt sind es plötzlich nur noch 400 Meter bis zur sagenumwobenen Altstadt, dabei ist er höchstens 100 Meter spaziert. Unser Held freut sich, dass er offenbar eine Abkürzung gefunden hat, denn für eine lange Wanderung ist es an diesem Spätsommertag ohnehin viel zu heiss.

