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«Die grösste Veränderung für die Schüler war das neue Logo»

Die Fusion der Schule Elsau-Schlatt sollte bis 2022 umgesetzt sein, sagt Präsident Roman Arnold (FDP). Beschäftigen wird die Behörde auch die Erweiterung des Primarschulhauses Elsau. Arnold schliesst eine Erhöhung des Steuerfusses nicht aus.

Roman Arnold (FDP) ist der erste Präsident der neuen Schulgemeinde Elsau-Schlatt.

Rolf Hug

«Die grösste Veränderung für die Schüler war das neue Logo»

Herr Arnold, seit Anfang Jahr ist die Schule Elsau-Schlatt fusioniert. Wie ist die neue Schule gestartet?

Roman Arnold: Im Grossen und Ganzen gut. Was den Schulbetrieb anbelangt, gab es keine grossen Probleme. Alle Klassen hatten auf das neue Schuljahr eine Lehrperson. Langfristig wird es schwieriger, genügend Lehrer zu finden. Aber mit diesem Problem kämpfen alle Schulen.

Und wie sieht es bei Schulbehörde und Verwaltung aus?

Am stärksten spürte die Fusion wohl die Schulverwaltung. Sie ist nun zentral im Oberstufenschulhaus Ebnet beheimatet. Für Verwaltung und Schulpflege war das erste halbe Jahr bis zum Schulstart eine Übergangsphase. Beide mussten sich einspielen. Per 1. Januar 2019 haben wir alle Arbeiten gemacht, die nötig sind, damit die Schule funktioniert. Einige Arbeiten haben wir aber auch bewusst nach hinten terminiert, um die Arbeitslast zu verteilen.

«Ich schätze, momentan ist die Fusion zu 70 Prozent umgesetzt.»

Welche zum Beispiel?

Etwa die Konsolidierung von Reglementen. Wir haben noch kein gemeinsames Weiterbildungsreglement und auch keine Geschäftsordnung. Das sind Arbeiten, die wir nach und nach erledigen werden. Das Ziel ist, dass die Fusion bis zum Ende der Legislatur 2022 abgeschlossen ist. Ich schätze, momentan ist die Fusion zu 70 Prozent umgesetzt.

Ist die Belastung für die neue Schulpflege gross?

Der Aufwand für jedes Behördenmitglied hat zugenommen. Aber das wussten wir von Beginn weg. Die Schule Elsau-Schlatt hat 140 Mitarbeiter. Der Kuchen ist grösser geworden und wir sind kein Kleinunternehmen mehr. Die Schulpflege kennt dadurch auch nicht mehr jeden persönlich.

Mittelfristig werden wir mit Kommissionen arbeiten müssen, damit nicht jede Detailfrage auf unserem Tisch landet. Die Pflege sollte vor allem strategisch tätig sein.
 

Zur Person
Roman Arnold ist seit Anfang Jahr Präsident der fusionierten Schule Elsau-Schlatt. Er ist verheiratet, Vater zweier schulpflichtiger Kindern und wohnt mit seiner Familie in Rümikon. Arnold arbeitet bei der Stadt Winterthur als Leiter der Abteilung Schulentwicklung und ist Mitglied der FDP. Vor der Schulfusion war er Präsident der Primarschule Elsau.

Und wie ist die Stimmung innerhalb der Schulpflege?

Ich würde behaupten, ziemlich harmonisch. Es gibt keine Einzelkämpfer. Natürlich finden auch kritische Diskussionen statt. Aber das soll so sein. Alle Mitglieder sammelten bereits Erfahrungen in den alten Schulpflegen. Diesen Rucksack galt es aber auch ein Stück weit abzulegen.

«Jeder musste sich bewusst machen, dass wir für die fusionierte Schule gemeinsam zuständig sind.» 

Inwiefern?

Die alten Schulgemeinden gibt es nicht mehr. Jeder musste sich bewusst machen, dass wir für die fusionierte Schule gemeinsam zuständig sind. Nehmen Sie mich als Schulpräsidenten. Ich versuche wenn immer möglich nach Schlatt an die Behördenanlässe zu gehen. Das gehört neu zu meinen Aufgaben.

«Ich versuche wenn immer möglich nach Schlatt an die Behördenanlässe zu gehen.»

Um diesen Fusionsgedanken zu stärken, haben wir in der Behörde Schulhausdelegierte eingeführt. Diese Einteilung haben wir bewusst so vorgenommen, dass den Schulen in Elsau auch Schlatter zugeteilt sind und umgekehrt. Das funktioniert gut.

Wie sieht es mit den Schülern aus? Haben sie im Schulalltag viel von der Fusion mitbekommen?

Ich denke nicht. Für sie änderte sich wenig. Die Schulstandorte und die Klassenzimmer sind dieselben. Die Schlatter Kinder sprechen beispielsweise immer noch davon, dass sie ins Reutern in die Schule gehen. Die grösste Veränderung für die Schüler war wohl das neue Logo. Zwei Schlatter Schüler haben mich gefragt, ob sie ihr altes Schullogo behalten dürften. (schmunzelt)

«Das alte Schlatter Logo war schön.»

Was haben Sie geantwortet?

Ich hatte Verständnis für diesen Wunsch, musste aber erklären, dass das nicht geht. Das alte Schlatter Logo war schön. Aber als fusionierte Schule brauchen wir einen einheitlichen Auftritt.

Und von den Eltern? Erhalten sie da Rückmeldungen zur neuen Schule?

Ehrlich gesagt, kaum. Ich glaube deshalb, sie sind zufrieden. Ich stelle fest, dass sie sich mit der neuen Schule zu identifizieren beginnen. Die Elternmitwirkungen haben zum Beispiel entschieden, sich halbjährlich über alle Schulstandorte hinweg zu treffen. Das finde ich schön.

Sprechen wir noch über die Zukunft. Das Primarschulhaus Elsau platzt aus allen Nähten und muss erweitert werden. Wie geht es da weiter?

Der Planungskredit für den Erweiterungsbau kommt wohl im nächsten Februar an die Urne. Der Baukredit rund zwei Jahre danach. Dieses Bauprojekt wird uns die ganze Legislatur beschäftigen und darüber hinaus. Das Wachstum von Elsau hat seinen Preis.

«Langfristig kommen wir um eine Erhöhung des Steuerfusses wohl nicht herum.»

Wird die Schule den Steuerfuss von 68 Prozent halten können?

Kurzfristig schon. Angesichts der notwendigen Investitionen kommen wir langfristig um eine Erhöhung aber wohl nicht herum.

Resultieren aus der Fusion nicht auch Einsparungen?

Ja, aber das sind kurzfristige Spareffekte aufgrund von Synergien. Wir haben immer gesagt, dass die Fusion keine Sparübung ist. Das war auch nie das Ziel.

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