«Als würde mir jemand pausenlos ein Bügeleisen auf die Haut drücken»
Das Wichtigste in Kürze
- Józsefné Hajdú-Moharos hat im Mönchaltorfer Wald eine giftige Pflanze gestreift
- Weil sie daraufhin die Haut der Sonne ausgesetzt hat, wurden die Schmerzen schlimmer
- Die Gemeinde Mönchaltorf beteuert, dass solche Pflanzen regelmässig bekämpft werden
Józsefné Hajdú-Moharos ging eigentlich immer gerne in den Wald. Das Gebiet um die Mönchaltorfer Rossweid gefiel ihr besonders gut. An einem sonnigen Tag Ende August war sie wieder dort und verliess den Waldweg, weil sie Pilze sammeln wollte. Plötzlich spürte sie einen Stich am Bein. «Ich glaubte, eine Brennnessel oder eine Bremse hätte mich erwischt», sagt Hajdú-Moharos.
«Die Haut hat sich rot, schwarz und lila gefärbt.»
Józsefné Hajdú-Moharos, Riesenbärenklau-Opfer
Doch offenbar hatte sie einen Riesenbärenklau gestreift. Die Pflanze ist ein Neophyt und gilt als besonders giftig. In einer Infobroschüre des kantonales Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (Awel) heisst es: «Eine grosse Gefahr besteht für die menschliche Gesundheit, denn die Berührung der Pflanze unter Sonneneinstrahlung kann zu Blasen und Verbrennungen führen.»
Für Hajdú-Moharos war das besonders verheerend. Denn nach ihrem Waldspaziergang ging sie an den Greifensee, um ein Sonnenbad zu nehmen. Die rötliche Stelle am Bein, wofür sie Bremse oder Brennnessel verantwortlich machte, wurde zur Qual. «Als würde mir jemand pausenlos ein Bügeleisen auf die Haut drücken», beschreibt Hajdú-Moharos den Schmerz.
Schmerz in allen Farben
Zum Arzt wollte die 57-Jährige nicht. Sie arbeitete in England als Pflegerin und behandelte die Haut mit einer Aloe-Vera-Creme. Gelindert hatte das die Beschwerden nicht merklich. «Der Fleck hat sich dunkelrot verfärbt und der Schmerz war unerträglich.» Auch zwei Wochen nach dem Vorfall sei der Fleck noch deutlich zu sehen gewesen. «Die Haut hat sich in dieser Zeit rot, schwarz und lila gefärbt.»
Ihre Nachbarin in Forch brachte sie auf den Riesenbärenklau als Grund des Übels, weil diese den Schmerz aus der Kindheit kannte. Während ihrer Genesung suchte Hajdú-Moharos die Pflanze im Mönchaltorfer Wald mit einem entsprechenden Bildes aus dem Internet. Offenbar wurde der Riesenbärenklau aber in der Zwischenzeit entfernt.
Neophytenbeauftragter war schnell
Ausgerissen hat die Pflanze der Neophytenbeauftragte, der dies regelmässig im Auftrag der Gemeinde Mönchaltorf erledigt. Laut Gemeinderätin Christina Thomas (parteilos) würden sie umgehend entfernt, sobald Personen invasive Pflanzen melden. So sei das zum Beispiel vor zwei Wochen geschehen. Der Riesenbärenklau sei aber in Mönchaltorf kein grosses Problem. «Die Pflanze ist auf Gemeindegebiet nicht sehr verbreitet», so Thomas. Das Berufkraut sei eher ein Problem.
Für Hajdú-Moharos bleibt das unfreiwillige Kennenlernen mit der invasiven Pflanze ein traumatisches Erlebnis. «Ich habe Angst, dass ich wieder auf die Pflanze treffe. Meinen Spaziergang werde ich künftig an einem anderen Ort machen», sagt sie.
Das raten Fachleute des Spitals Uster:
Empfehlenswert ist es bei einer Berührung mit dem Riesenbärenklau, die betroffene Hautpartie umgehend zu kühlen und diese einem Hausarzt zu zeigen, vor allem wenn es zu Husten oder Atemnot kommt, schreibt Martine Frei, Leiterin Marketing und Kommunikation des Spitals Uster auf Anfrage. Ausserdem sollte direkte Sonneneinstrahlung auf der betroffenen Stelle unbedingt vermieden werden, da diese die Hautreaktion hervorruft.Die Behandlung im Spital erfolgt wie bei einer Verbrennung mit Cremes oder Lotionen, die entzündungshemmend wirken. Unbehandelt können die Hautirritationen zu bleibenden Schäden führen.
