Bezirk Hinwil

Bezirk Pfäffikon

Bezirk Uster

Tösstal

Themen

Specials

Services

ZO Portale

Abo

Politik

«Wir müssen uns nicht hinter renommierten Häusern verstecken»

Bald beginnt das Dübendorfer Kleinkunstfestival «Chrüz & Quär» in der Oberen Mühle. Der stellvertretende Leiter Marco Wieser erklärt, wieso es zwar lustig zu und her geht, aber eben nicht nur. Und weshalb man sich Experimente nicht leisten kann.

Und das sind die Künstlerinnen und Künstler, die am Festival zu sehen sind: Stiller Has als Duo., Die Exfreundinnen., Simon Enzler., Muk., Michel Gammenthaler., Das hier ist Marco Wieser. Der tritt nicht auf, sondern hat mit Züriost über das Festival gesprochen., Und weiter im Programm: Siebe Sieche., Michael Schacht (links) und Heinz Margot bringen Privatdetektiv Philip Maloney in die Obere Mühle., Bänz Friedli., Frölein Da Capo., Michael von der Heide ., Anna Rossinelli., Nina Dimitri & Silvana Gargiulo., Peter Pfändler., Schänner Blech-Füfermusik., Gaby Moreno., Fabian Unteregger., Michael Hatzius mit seiner grossmäuligen Echse.

PD

«Wir müssen uns nicht hinter renommierten Häusern verstecken»

Die meisten Acts am Kleinkunst-Festival Chrüz & Quär sind Comedy oder haben zumindest kabarettistische Elemente. Wieso sind Sie nicht konsequent und veranstalten gleich ein Comedy-Festival?
Das Festival wurde einst zur Feier des 20-jährigen Bestehens der Oberen Mühle ins Leben gerufen und sollte ein Querschnitt des Programms des Kulturzentrums sein. Und so ist es auch heute noch. Wir legen das ganze Jahre über viel Wert auf Cabaret und Comedy, daneben aber auch auf Musik, Lesungen und bildende Kunst. Dass wir uns nicht auf ein Genre konzentrieren, gibt uns ausserdem viel mehr Freiheit in der Programmgestaltung. Und dann ist Chrüz & Quär auch einfach ein super Name, so ganz ohne Anglizismen.

Beim Blick ins Programmheft fällt auf: Die auftretenden Künstler sind etabliert, teilweise mehrfach ausgezeichnet und viele treten zum wiederholten Mal in der Oberen Mühle auf. Können Sie es sich nicht leisten, am Festival auch mal ein Experiment zu wagen und unbekannte Talente zu buchen?
Im Zelt hat es Platz für 250 Leute, da ist man schon auf bekannte Namen angewiesen. Es braucht eine gewisse Anzahl Personen im Publikum, damit der Funke überspringt. Und da gibt es nun einmal einen eingeschränkten Kreis von Künstlern, die das schaffen, was unwillkürlich zu gewissen Wiederholungen führt. Wobei man sagen muss, dass hier in aller Regel niemand zweimal mit demselben Programm auftritt.

Volks-DJs am Plattenteller
Vor, zwischen und nach den Vorstellungen sorgen Hobby-DJs für musikalische Unterhaltung. Die Veranstalter haben per Newsletter nach Musikliebhabern gesucht – und gefunden: Mehrere Personen aus Dübendorf und Umgebung haben sich gemeldet.
«Wir wollten keine Profis», sagt Marco Wieser, stellvertretender Leiter der Oberen Mühle. Ein perfekter Übergang sei nicht wichtig; die DJs sollten die Leute unterhalten, Musikwünsche erfüllen und so zur Festivalatmosphäre beitragen. Das Besondere dabei: Die Musik kommt nicht ab CD oder Memorystick, sondern direkt von altehrwürdingen Vinylscheiben auf dem Plattenteller. tba

Die Auslastung der Vorstellungen beträgt im Durchschnitt 75 Prozent, reicht Ihnen das?
Jein. Natürlich hat man als Veranstalter gerne ein ausverkauftes Haus. Von den Einnahmen her reicht es aber, dass sich das Festival finanziell selber trägt. Für mich persönlich ist auch die Zufriedenheit der Zuschauer wichtig. Und da muss ich sagen: Die Stimmung ist immer ausgezeichnet. Viele Leute sind überrascht, dass ein Kulturzentrum in der Agglomeration ein solches Programm zusammenstellen kann. Es stimmt ja auch, wir müssen uns nicht hinter renommierten Häusern in Zürich oder Winterthur verstecken.

Wie gross ist die Konkurrenz unter den Veranstaltern? Müssen Sie um gute Künstler kämpfen?
«Kämpfen» ist übertrieben. Wir bemühen uns um gute Künstler. Mittlerweile verfügen wir über sehr gute Kontakte zu Agenturen und wissen, wer wann auf Tour ist. Somit verläuft das Booking in aller Regel relativ unspektakulär. Wobei: Damit wir letztes Jahr Philipp Fankhauser in die Obere Mühle holen konnten, mussten wir schon ein wenig kämpfen.

Gibt es einen Wunschkünstler, den Sie bisher nicht buchen konnten.
Ganz klar Ursus & Nadeschkin. Leider war das bisher von der Bühneninfrastruktur her nicht möglich.

Vielleicht ja dann im neuen Mehrzweckgebäude, das der Stadtrat plant?
Ja, dann sollte es möglich sein. Aber auch sonst würde das Gebäude unsere Situation deutlich verbessern.«»

Haben Sie nicht Angst, dass etwas von der speziellen Festival-Atmosphäre verloren geht, wenn Sie nach Jahren im Zelt in einen Mehrzwecksaal zügeln?
Wenn man unser Theaterzelt mit all den Kronleuchtern und den Bilder an den Wänden betritt, taucht man schon in eine ganz eigene Welt ein. Aber einen Saal kann man auch dekorieren. Heute müssen wir vieles dazu mieten und benötigen spezielle Bewilligungen, was letztlich auch alles Kosten verursacht. Mit dem neuen Mehrzweckgebäude hätten wir eine perfekte Infrastruktur, und die gesamte Organisation wäre viel einfacher.

Vom Regen ins geheizte Zelt
 
Das Kleinkunstfestival Chrüz & Quär wurde 2011 das erste Mal durchgeführt – zum 20-jährigen Bestehen des Kulturzentrums Obere Mühle. Zu Beginn war das Festival eine reine Open-Air-Veranstaltung und fand im Juni statt. Nach zwei mehr oder weniger verregneten Ausgaben wechselten die Veranstalter in ein Zirkuszelt. Letztes Jahr ging das Festival erstmals in einem speziellen Theaterzelt über die Bühne.

Das «Chrüz & Quär»-Festival dauert vom 11. bis 29. September. Auftreten werden Künstler wie Michael von der Heide, Bänz Friedli, Michel Gammenthaler, Simon Enzler, Anna Rossinelli, Peter Pfändler oder die Grammy-Gewinnerin Gaby Moreno.
Für die Gastronomie sind erstmals Désirée Eggli und Tobias Kern zuständig. Die beiden haben bereits einige Events in der Oberen Mühle kulinarisch begleitet und übernehmen auf Anfang Oktober die Wirtschaft im Kulturzentrum. Désirée Eggli ist Wirtin des Restaurants Rubina in Zürich. tba

Abo

Möchten Sie weiterlesen?

Liebe Leserin, lieber Leser

Nichts ist gratis im Leben, auch nicht Qualitätsjournalismus aus der Region. Wir liefern Ihnen Tag für Tag relevante Informationen aus Ihrer Region, wir wollen Ihnen die vielen Facetten des Alltagslebens zeigen und wir versuchen, Zusammenhänge und gesellschaftliche Probleme zu beleuchten. Sie können unsere Arbeit unterstützen mit einem Kauf unserer Abos. Vielen Dank!

Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

Sie sind bereits Abonnent? Dann melden Sie sich hier an

Digital-Abo

Mit dem Digital-Abo profitieren Sie von vielen Vorteilen und können die Inhalte auf zueriost.ch uneingeschränkt nutzen.

Sind Sie bereits angemeldet und sehen trotzdem nicht den gesamten Artikel?

Dann lösen Sie hier ein aktuelles Abo.

Fehler gefunden?

Jetzt melden.

Kontakt

Inserieren

Abo

Services

Über uns