«Ich bin mir meiner Eigenheiten sehr wohl bewusst»
Am Dienstag wurde bekannt, dass Bruno Sauter, Chef des Amts für Wirtschaft und Arbeit (AWA), seiner Aufgabe beim Kanton nicht mehr nachgehen wird. Gemäss einer Mitteilung des Regierungsrats sei das Arbeitsverhältnis mit Bruno Sauter «im gegenseitigen Einvernehmen» aufgelöst worden.
Gerüchte kursierten, dass sich Volkswirtschaftsdirektorin Carmen Walker Späh (FDP) und der machtbewusste Amtschef überworfen hatten und sie sich von ihm trennen wollte. Über die Gründe für Sauters Abgang sagten die Beteiligten am Dienstag nichts. Gegenüber Züriost nimmt Bruno Sauter nun erstmals Stellung. Auf die Fragen hat er schriftlich Auskunft gegeben.
Bruno Sauter, 2019 haben Sie über die Zusammenarbeit mit Gemeindeschreiber Markus Gossweiler gegenüber Züriost gesagt; «An der fehlenden Harmonie bin ich oft auch selber schuld gewesen.» Sehen Sie im aktuellen Fall die Hauptschuld bei sich?
Bruno Sauter: Ich habe die Zusammenarbeit mit Markus Gossweiler immer sehr geschätzt. Ich habe damals im Interview zum Ausdruck gebracht, dass ich mir meiner Eigenheiten sehr wohl bewusst bin und deshalb auch bei allfälligen Dissonanzen – welche mehr als selten waren – den Fehler nicht einfach beim Gegenüber suche. Ich habe in meiner Karriere mehrfach bewiesen, dass ich in Organisationen gut funktioniere.
Was waren die Gründe ihres Abgangs beim AWA?
Über die Gründe meines Weggangs äussere ich mich nicht.
Was machen Sie jetzt nach ihrem Abgang als Amtschef?
Ich freue mich auf eine neue Herausforderung, wo ich meine Qualifikationen und Qualitäten optimal einbringen kann.
Beim Kanton werden Sie so schnell wohl nicht wieder eine Arbeit suchen, oder?
Ich bin offen für Herausforderungen mit Gestaltungsmöglichkeiten. Ich durfte beim AWA mit super Mitarbeitern wirken und wir haben gemeinsam viel Positives für Zürich bewirkt.
Wäre eine Tätigkeit bei der Gemeinde Maur, wo Sie so lange Gemeindepräsident waren, eine Option?
In Maur hatte ich eine tolle, bereichernde Zeit, in welcher ich mit vielen guten Mitarbeitern Einiges erreichen konnte. Ich kann mir eine Tätigkeit sowohl kommunal, kantonal als auch national gut vorstellen.
Wie gehen Sie als Arbeitsuchender mit der negativen Berichterstattung um und wie zerstreuen Sie mögliche Bedenken beim nächsten Vorstellungsgespräch?
Mein Leistungsausweis nach 14 Jahren als Chef des AWA lässt sich sehen. Wenn in den Medien nicht immer die paar wenigen negativen und erst noch falsch abgeschriebenen Geschichten kursieren würden, müsste ich mich gar nicht erklären. Ich besitze Gestaltungswillen, gehe mit den Menschen sorgsam um und ich bekomme für mein Engagement meist sehr positive Noten.
Bruno Sauter sass von 1998 bis 2014 für die FDP im Gemeinderat von Maur. Von 2002 bis 2014 war er Gemeindepräsident. Seit 2005 war er Chef des Amtes für Wirtschaft und Arbeit (AWA) in der Volkswirtschaftsdirektion des Kantons Zürich. Der 53-Jährige wohnt in Ebmatingen, ist verheiratet und Vater zweier Kinder.
