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Das sagt der neue Hinwiler Statthalter zu seiner Wahl

Wolfgang Harder (CVP) und Tumasch Mischol (SVP) lieferten sich bei der Wahl ums Statthalteramt im Bezirk Hinwil ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Am Ende setzte sich der CVP-Politiker durch.

Wolfgang Harder (CVP) entschied die Wahl zum neuen Statthalter Bezirk Hinwil mit 6715 Stimmen für sich., Gegenkandidat Tumasch Mischol (SVP) hat dagegen lediglich 5943 Stimmen gemacht.

PD

Das sagt der neue Hinwiler Statthalter zu seiner Wahl

Das Wichtigste in Kürze:

  • Wolfgang Harder (CVP) ist der neue Statthalter im Bezirk Hinwil
  • Der Ustermer erreichte 6715 Stimmen
  • Das Amt bleibt somit in den Händen der CVP
     

Zwei Kandidaten waren für das künftige Statthalteramt im Bezirk Hinwil nominiert. Neben dem Ustermer Wolfgang Harder (CVP) stellte sich auch der Hombrechtiker Tumasch Mischol (SVP) als Ersatz für den scheidenden Fridolin Kreienbühl (CVP) zur Verfügung.

Harder hat bei der Wählerschaft am Ende mehr gepunktet. Mit 6715 Stimmen übertraf er seinen Gegenkandidaten, der 5943 Stimmen erhielt, doch ziemlich deutlich. In sechs Gemeinden im Bezirk liegt der Ustermer vorne. Dazu zählen Bubikon, Dürnten, Rüti, Seegräben, Wald und Wetzikon. Mischol erlangte hingegen in Bäretswil, Fischenthal, Gossau, Grüningen und Hinwil mehr Unterstützung als Harder. Die Stimmbeteiligung lag lediglich bei 21 Prozent.

«Er war ein harter Konkurrent»

Die gute Nachricht hat den neuen Statthalter beim Mittagessen überrascht. «Ich freue mich riesig», sagt Harder kurz darauf am Telefon und spricht sogleich einen Dank an seine Unterstützer aus. Mit dem guten Wahlergebnis habe er nicht gerechnet. «Man kann zuvor nie abschätzen, was schliesslich passieren wird.»

«Für dieses Amt muss man nicht Jurist sein, aber es kann natürlich helfen.»

Wolfgang Harder (CVP), neuer Statthalter Bezirk Hinwil

Im Vorfeld gab es zwar schon Vermutungen, dass der Ustermer im Rennen um das Statthalteramt die Nase vorn haben wird. Zum einen, weil der 51-Jährige genauso wie der scheidende Statthalter Mitglied der CVP ist. Zum anderen rechnete man Harder aufgrund seiner beruflichen Erfahrung als Jurist gute Chancen aus. Doch der CVP-Politiker, der in Uster seit acht Jahren im Gemeinderat sitzt, glaubt nicht, dass sein Beruf ausschlaggebend für die Wahl zum Statthalter war. «Für dieses Amt muss man nicht Jurist sein, aber es kann natürlich helfen.»

Sein Gegenkandidat Tumasch Mischol habe in der Verwaltung und Politik ebenfalls viel Erfahrung mitgebracht. «Er war ein harter Konkurrent», sagt Harder. Weshalb sich die Stimmbürger am Ende jedoch für ihn entschieden, wisse er nicht. «Ich kann mir vorstellen, dass sich die Bevölkerung ein politisch ausgewogenes Gremium wünscht. Die Parteizugehörigkeit könnte demnach ein wichtiges Kriterium gewesen sein», vermutet er.

Verlierer bleibt gefasst

Weniger erfreulich fällt die Reaktion nach dem Wahlresultat beim Verlierer Tumasch Mischol aus. «Ich bin natürlich enttäuscht», sagt er, «aber ich trage die Entscheidung mit Fassung.» Der Wahlkampf sei fair gewesen. Er habe sich sehr engagiert und versucht, die Leute zu erreichen. «Das war aufgrund der Sommerferien allerdings nicht ganz einfach. Weil auch die Steuervorlage die Leute nicht an die Urne zog, habe ich mit einer tiefen Stimmbeteiligung gerechnet.»

«Es gibt nicht das ideale Profil, um Statthalter zu werden.»

Tumasch Mischol (SVP), unterlegener Statthalter-Kandidat

Dass er aufgrund seiner Parteizugehörigkeit nicht gewählt wurde, sei durchaus möglich, sagt Mischol. Wäre Mischol Statthalter im Bezirk Hinwil und damit auch Bezirksratspräsident geworden, so hätte die SVP zeitweilig eine Mehrheit im dreiköpfigen Gremium gehabt. Derzeit gehören Parteikollegin Ruth Frei-Baumann aus Wald und Andreas Lätsch (FDP) aus Rüti zu den amtierenden Bezirksräten. Der 44-Jährige sagt darauf: «Die Stimmbürger haben wahrscheinlich nicht alle realisiert, dass die SVP ihren gegenwärtigen Sitz im Bezirksrat bei der Erneuerungswahl 2021 nicht verteidigt und anderen Parteien den Vorrang gewährt hätte.»

Im Gegensatz zur Wahl, ist das Amt als Statthalter für Mischol nicht politisch. Als Bezirksratspräsident und als Statthalter sei man schliesslich  an die Vorgaben seitens Bund, Kanton und Gemeinden gebunden und stehe oft zwischen Behörden und Verwaltungen der Gemeinde. Erfahrungen als Rechtsanwalt sind laut Mischol für diese Aufgabe nicht zwingend erforderlich. «Es gibt nicht das ideale Profil, um Statthalter zu werden.»

Seinen bisherigen Job als stellvertretender Gemeindeschreiber in Volketswil will Mischol weiterhin behalten. «Es ging mir nicht vordergründig darum, den Job zu wechseln.» Das Statthalteramt hätte ihn als neue Herausforderung aber gereizt. Seinem Konkurrenten Wolfgang Harder habe er via Facebook gratuliert. «Auch wenn ich die Wahl nicht für mich entscheiden konnte, wünsche ich ihm nur das Beste.» Harder wird sein neues Amt im Januar 2020 antreten.

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