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Mit Raumpaten gegen Littering in Dübendorf

Die Stadt Dübendorf hat dem Littering mit verschiedenen Massnahmen den Kampf angesagt. Eine davon ist, dass freiwillige Helfer und Institutionen in einem bestimmten Gebiet für Ordnung sorgen. Noch gibt es viel zu tun.   

Monique Freund (links) ist die erste Raumpatin Dübendorfs, Caroline Albrecht leitet das Projekt.

Seraina Boner

Mit Raumpaten gegen Littering in Dübendorf

Das Wichtigste in Kürze:

  • Dübendorf hat ein Littering-Problem
  • Privatpersonen und Institution übernehmen Patenschaften für ein bestimmtes Gebiet
  • Es braucht noch viele Freiwillige
     

Für Aussenstehende mag es vielleicht wie ein normaler Spaziergang aussehen. Doch wenn Monique Freund einmal pro Tag mit ihren Hunden im Fuchshütte- und Föhrlibuck-Quartier im Norden Dübendorfs unterwegs ist, dann ist sie effektiv auf Abfalltour. Getränkedosen, Fast-Food-Verpackungen und ganz viele Zigistummel landen dann in ihrem Abfallsack und schliesslich im Mülleimer.

Monique Freund ist Raumpatin in Dübendorf, und zwar die erste. Noch bevor das Projekt im April richtig angelaufen ist, war sie schon dabei. «Den Impuls gegeben hat ein Bericht im Fernsehen über die Plastikverschmutzung in den Meeren und die vielen Seevögel, die verhungert sind, weil sie die den Magen voller Plastik hatten», sagt Monique Freund. Das habe sie sehr berührt. Ihr sei bewusst, dass sie kaum etwas gegen die Verschmutzung der Meere tun könne. «Doch hier, vor meiner Haustüre, hier kann ich etwas bewirken.»

«Die Stadt Wädenswil hat die Patenschaften vor zehn Jahren eingeführt und sehr gute Erfahrungen damit gemacht.»

Caroline Albrecht, Projektleiterin

Die Primarlehrerin spricht auch mit ihren Schülerinnen und Schülern regelmässig über Abfall und Recycling. Etwa dass Plastik ein Wertstoff ist, wenn man ihn wiederverwertet. «Die Kinder machen jeweils begeistert mit, wenn wir dieses Thema behandeln.» Ihre beiden Söhne im Teeniealter hingegen sind nicht so überzeugt von der Sache, räumt Monique Freund lachend ein: «Die sind der Meinung, dass die Leute noch mehr Abfall liegen lassen, wenn sie sehen, dass jemand alles wieder wegräumt.»

«Ufhebe statt ufrege»

Caroline Albrecht sitzt im Fachausschuss Prävention und Gesundheitsförderung und leitet das Projekt Raumpatenschaften. Und sie kennt dieses Argument. Jedoch ist sie vom Gegenteil überzeugt. «Sobald irgendwo Abfall herumliegt, wird noch mehr weggeworfen», sagt sie. «Die Stadt Wädenswil etwa hat die Patenschaften vor zehn Jahren eingeführt und sehr gute Erfahrungen damit gemacht.»

Letztlich gehe es nicht nur darum, die Sauberkeit im öffentlichen Raum zu verbessern. «Ziel ist es auch, die Bevölkerung zu sensibilisieren und eine Vorbildfunktion auszuüben», sagt Caroline Albrecht.  Schliesslich könne jeder etwas tun. Und effektiv regten sich auch die meisten über Littering auf. Sie sage dann immer: «Ufhebe statt ufrege.»

Erst ein kleiner Teil abgedeckt

Sie selber habe Fehlbare auch schon direkt angesprochen. Bei Einzelpersonen könne man durchaus etwas erreichen, wenn der Ton stimme, sagt Caroline Albrecht. Ihr Ruf eile ihr manchmal auch voraus. «Es kommt vor, dass mich Leute auf der Strasse ansprechen und sagen, dass sie ihren Abfall gerade eben in den Mülleimer geworfen haben», sagt sie und lacht.

Inzwischen bestehen in Dübendorf ein gutes Dutzend Raumpatenschaften. Den Grossteil der Paten machen Privatpersonen oder gleich ganze Familien aus. Beteiligt seien aber auch Institutionen wie Kirchen oder die Schule, sagt Caroline Albrecht. «Und die Mitarbeitenden von der Abteilung Tiefbau helfen uns, wo sie können.»

Noch ist lediglich ein kleiner Teil der Fläche Dübendorfs durch Raumpatenschaften abgedeckt. «Das Projekt ist wohl einfach noch nicht richtig bekannt», mutmasst sie. Zumindest ein bisschen ändern wird sich das in den nächsten Tagen: Dann werden Tafeln aufgehängt, auf denen man sehen kann, wer in dem entsprechenden Gebiet für Ordnung sorgt.

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