Velos sollen über die Ustermer Tumigerstrasse Vortritt bekommen
Das Wichtigste in Kürze
- Die Stadt Uster will die Tumigerstrasse sanieren
- Pro Velo Zürich will an einer Verzweigung den Vortritt der Velofahrer erzwingen
- Zusätzlich ist der Bau eines neuen Radwegs auf der Tumigerstrasse möglich
Die Tumigerstrasse zwischen Uster und Greifensee ist für manch Greifenseer eine gute Möglichkeit, die Bahnschranken auf der Zürichstrasse zu vermeiden und wird deswegen häufig zur Umfahrung genutzt. Der rund 2,3 Kilometer langen Tumigerstrasse ist dies mittlerweile anzusehen. Während die Zürichstrasse und der parallel dazu verlaufende Radweg in die Zuständigkeit des Kantons fallen, ist die gesamte Tumigerstrasse in der Verantwortung der Gemeinden Greifensee und Uster.
Etwa 1,2 Kilometer der Gemeindestrasse gehört zu Uster. Der entsprechende Abschnitt sei in einem schlechten Zustand und müsse saniert werden, schreibt die Stadt Uster im Projektplan zur Tumigerstrasse. Dabei sollen gleichzeitig die Leitungen unter der Strasse erneuert werden. Dies soll insgesamt rund drei Millionen Franken kosten. Der Plan liegt noch bis Anfang August bei der Stadtverwaltung auf, solange sind Einsprachen gegen das Projekt möglich.
«Zerschneidung» des Radwegs
Eine solche hat der Verein Pro Velo Kanton Zürich bereits angekündigt. Yvonne Ehrensberger, Leiterin Planung und Infrastruktur, sagt, dass sie die Einsprache am Montagnachmittag bei der Post aufgegeben habe.
«Kantons- und Stadtregierungen sollen ihren Worten endlich Taten folgen lassen.»
Yvonne Ehrensberger, Leiterin Planung und Infrastruktur Pro Velo Zürich
Die Verantwortlichen stören sich an der Verzweigung Tumiger- / Zürichstrasse. Ehrensberger sagt: «Die Tumigerstrasse zerschneidet den kantonalen Radweg, eine Hauptverbindung, entlang der Zürichstrasse. Die Velofahrer sollen dort aber Vortritt haben.»
Im aktuellen Sanierungsprojekt bleibt die Situation im Vergleich zum Status Quo unverändert und die Autofahrer haben Vortritt. Für Ehrensberger ist es höchste Zeit dies zu ändern: «Kantons- und Stadtregierungen sollen ihren Worten endlich Taten folgen lassen.» Der Regierungsrat habe mit einem Beschluss klar definiert, dass Unterbrüche im Velonetz zu vermeiden seien.
«Eine Änderung dieses Vortrittsrechtes müsste mit dem kantonalen Tiefbauamt und der Kantonspolizei geprüft werden.»
Marcel Kauer, Projektleiter der Abteilung Bau Uster
Ehrensberger erwartet jetzt von der Stadt Uster, dass diese beim Kanton den Vortritt des Radwegs über die kommunale Tumigerstrasse durchsetzt. Sie sehe keinen Grund, dass bei der Verzweigung Tumiger- / Zürichstrasse kein Vortrittsrecht für Velofahrer festgelegt werden soll.
Späte Einsprachen
Marcel Kauer, Projektleiter der Abteilung Bau in Uster, sagt, dass noch keine Einsprachen gegen das Projekt zur Sanierung der Tumigerstrasse bei der Stadt eingingen. Vielfach würden diese jedoch immer erst gegen Ende der Einsprachefrist eintreffen.
Das Anliegen von Pro Velo Zürich nehme man bei der Stadt Uster zur Kenntnis, sagt Kauer. «Eine Änderung dieses Vortrittsrechtes müsste mit dem kantonalen Tiefbauamt und der Kantonspolizei geprüft werden.» Dass der Wunsch des Vereins umgesetzt wird, sei zumindest nicht ausgeschlossen. Kauer kennt in Uster ein Beispiel, wo ein solches Vortrittsrecht der Velofahrer bereits heute gut funktioniert: Bei der Verzweigung der kantonalen Pfäffikerstrasse und der kommunalen Winikerstrasse.
Ob die Bauarbeiten auf der Tumigerstrasse, die auf Ende August terminiert sind und bis Ende Oktober 2020 dauern sollen, verschoben werden, hänge vom weiteren Verlauf des Verfahrens ab. Nachdem der Stadtrat über die Einsprachen entschieden hat, kann der Entscheid ans kantonale Baurekursgericht weitergezogen werden.
Radweg in nächster Etappe?
Als mögliche Option könnte ein zusätzlicher Rad- und Gehweg neben der Tumigerstrasse realisiert werden, so Kauer. Die Realisierung eines separaten Rad-/Gehwegs ist mit der geplanten Sanierung nicht vorgesehen, kann jedoch zu einem späteren Zeitpunkt umgesetzt werden. «Der Anstoss für den Bau eines Rad-/Gehwegs entlang der Tumigerstrasse könnte beispielsweise vom Gemeinderat kommen», sagt Kauer.
Yvonne Ehrensberger stört sich nicht gross daran, dass die Stadt bei ihren Sanierungsarbeiten den kommunalen Radweg nicht sofort bauen will. «Für uns ist das kantonale Velonetz zentral. Bestrebungen einen kommunalen Radweg auf der Tumigerstrasse zu bauen, würden wir aber unterstützen.»
