Die Idee kam den Hinterbliebenen von Gottfried Meyer aus Mönchaltorf: Der Grabstein des einstigen Imker Meyer sollte zum Wildbienenhort werden. Künstler Marcel Plüss macht Kunstwerke, die Wildbienen ein Zuhause bieten. Und so hat er die Grabskulptur aus Apfelbaumholz im Auftrag der Familie Meyer erstellt, die seit einer Woche auf dem Mönchaltorfer Friedhof steht.
«Ich hätte mir auch eine drei Meter grosse Skulptur vorstellen können.»
Marcel Plüss, Künstler
Ein aufgeschnittener Holzstamm, weniger als einen Meter gross, mit vielen unterschiedlich grossen Löchern darin. Für Künster Marcel Plüss hätte das Grabmal durchaus noch ein bisschen grösser sein können. «Ich hätte mir auch eine drei Meter grosse Skulptur vorstellen können.» Doch die Vorgaben der Gemeinde sind klar: Maximal darf ein Grabsteinen einen Meter hoch und 60 Zentimeter breit sein. Beim Bewilligungsverfahren habe er sich an diese Vorgaben gehalten und das Gesuch sei auch problemlos bewilligt worden, so Plüss.
Harmlose Einzelgänger
Wieso auch nicht, denn Wildbienen werden je kaum Friedhofbesucher belästigen: Sie treten nicht in Schwärmen auf und sind harmloser als die Honigbiene. Markus Heinzer vom Imker-Verein Bezirk Uster erklärt das so: «Honigbienen sind aggressiver als Wildbienen, da sie ihre Königin und die Vorräte vor Räubern verteidigen müssen.» Wildbienen sind dagegen Einzelgänger ohne Königin. «Man muss Wildbienen fast zerdrücken, damit sie zustechen.» Zudem ist der Stachel der Wildbiene weich und kommt im Gegensatz zum Honigbienenstachel nur schwer durch die menschliche Haut.

