Reto Heeb ist der neue höchste Dübendorfer
Reto Heeb (CVP) ist der neue Präsident des Dübendorfer Gemeinderats. Das Parlament hat den 47-Jährigen gestern mit 36 Stimmen (bei 37 Anwesenden) zum höchsten Dübendorfer gewählt. Damit erzielte er ein gleich gutes Resultat wie 2017 Sandro Bertoluzzo (FDP). Paul Steiner (SVP) haben im vergangenen Jahr – durchaus typisch für einen Vertreter einer Pol-Partei – einige Stimmen für ein Glanzresultat gefehlt. Neue erste Vizepräsidentin ist Flavia Sutter (Grüne, 35 Stimmen). Ivo Hasler (SP, 34 Stimmen) nimmt als zweiter Vize neu ebenfalls auf dem sogenannten Bock Platz.
In seiner Antrittsrede zeigte sich Heeb erfreut über das gute Resultat und legte sich bereits fest: «Diese Aufgabe ist für mich sicher der Höhepunkt in meinem politischen Leben.»
Geht die Reise dieses Jahr nach Oerlikon?
Während Heebs Vorgänger Paul Steiner in ländlicher Umgebung aufgewachsen war, nämlich im kleinen Ort Alpthal im Kanton Schwyz, outete sich Heeb als «richtiger Städter» – konkret als Oerliker. Er konnte also zu Fuss zur Schule gehen und nicht wie Steiner mit dem Velo oder den Skiern.
«Ich bin ein richtiger Städter.»
Reto Heeb (CVP), Gemeinderatspräsident und gebürtiger Oerliker
Die Frage der Herkunft ist nicht ganz unerheblich, führt der amtierende Ratspräsident seine Kolleginnen und Kollegen doch auf dem Ratsausflug in der Regel in seine frühere Heimat. Sollte sich Heeb an dieses ungeschriebene Gesetz halten, wäre zumindest die Anfahrt einiges kürzer als im letzten Jahr.
Keine Liebe auf den ersten Blick
Schon während seiner Schulzeit knüpfte Heeb erste Freundschaften nach Dübendorf und trat schliesslich der örtlichen CVP bei. Dass er 1998 nach Dübendorf zog, habe letztlich aber damit zu tun gehabt, dass er nach freiem und bezahlbarem Wohnraum an guter Verkehrslage gesucht – und diese Kombination eben in der Stadt an der Glatt gefunden habe, sagte er fast schon entschuldigend. Wie sehr sich Dübendorf in all den Jahren verändert hat, machte er den Anwesenden anhand verschiedener Luftaufnahmen deutlich.
Die Wunschliste des neuen Präsidenten
Dass er als Ratspräsident bis auf allfällige Stichentscheide politisch quasi kaltgestellt ist, trägt der zweifache Vater anscheinend mit Fassung. Nicht seine politische Meinung stehe im kommenden Jahr im Vordergrund, «sondern die Aufgabe, die Stadt Dübendorf ehrenhaft und mit Stolz zu vertreten».
«Der Gemeinderat hat sich stets diszipliniert und respektvoll verhalten.»
Lobende Worte des scheidenden Ratspräsidenten Paul Steiner (SVP)
Im Hinblick auf den Ratsbetrieb äusserte Heeb gleich mehrere Wünsche. Etwa, dass Diskussionen nicht nur parteiideologisch, sondern der Sache verpflichtend sowie mit Anstand und Fairness geführt werden. Oder dass der Gemeinderat weitsichtige Entscheide fällt, die zur Emanzipation der Stadt Dübendorf beitragen.
Zwei traurige Momente in Steiners Amtsjahr
Dass der Job des höchsten Dübendorfers offensichtlich viel Spass macht, zeigte die kurze Abschiedsansprache des scheidenden Gemeinderatspräsidenten Paul Steiner, der ein Jahr mit vielen Höhepunkten und «interessanten Begegnungen» Revue passieren liess – und schliesslich dem Parlament ein Kränzchen wand: «Der Gemeinderat hat sich stets diszipliniert und respektvoll verhalten.» Es habe aber auch traurige Momente gegeben, sagte Steiner und zählte den Tod von Gemeinderat Marcel Berli und den Absturz der Ju-52 auf, die in sein Amtsjahr fielen.
Stadtpräsident André Ingold (SVP), der «zweithöchste Dübendorfer», war des Lobes voll für die Arbeit Steiners, den er als würdigen und umtriebigen Repräsentanten Dübendorfs bezeichnete. Richtig «dübendorferig» war dann auch das Geschenk, das sich Steiner ausgesucht hatte: Eine Skulptur des ortsansässigen Künstlers und Gemeinderatskollegen Bruno Eggenberger (BDP) – natürlich mit Einhornmotiv.
Beschlüsse des Gemeinderats
■ Das Parlament wählte Reto Heeb (CVP) zum Präsidenten des Gemeinderats für das Amtsjahr 2019/2020. Erste Vizepräsidentin ist Flavia Sutter, zweiter Vize ist Ivo Hasler (SP).
Die Stimmenzähler sind Andreas Sturzenegger (FDP), Cornelia Schwarz (SVP) und Angelika Murer Mikolasek (GLP/GEU).
■ Die Jahresrechnung 2019 wurde ohne Gegenstimme genehmigt (Bericht folgt).
■ Der Gemeinderat winkte den Geschäftsbericht 2018 diskussionslos und einstimmig durch.
■ Fünf Bürgerrechtsgesuche wurden bewilligt.(zo)
