Wangen-Brüttisellen sucht Wohnungen für Asylbewerber
Bisher lebten die Asylsuchenden, welche der Gemeinde Wangen-Brüttisellen vom Kanton zugewiesen wurden, im kantonalen Durchgangszentrum in Volketswil. Das hatte für die Gemeinde den Vorteil, dass sie bisher – gegen eine finanzielle Abgeltung – keinen Wohnraum zur Verfügung stellen musste. Die Unterbringung ist ein Punkt, der in vielen Kommunen immer wieder für Schwierigkeiten sorgt.
Doch nun schliesst die zuständige Immobilienfirma das Zentrum. Stattdessen wird es von der Gemeinde Volketswil an einem anderen Ort neu gebaut und dann dem Kanton vermietet. Im neuen Durchgangszentrum werden 134 Plätze zur Verfügung stehen, also rund 40 weniger als in den bestehenden Gebäuden an der Kindhauserstrasse.
Jetzt wird koordiniert
Das hat zur Folge, dass Wangen-Brüttisellen neu Wohnraum für 49 Asylsuchende zur Verfügung stellen muss. Und das bis Ende Jahr. «Eine durchaus sportliche Vorgabe», sagt Arun Müller, Leiter Gesellschaft in Wangen-Brüttisellen.
Man fange aber nicht bei Null an. «Als Gemeinde müssen wir ohnehin eine gewisse Anzahl Notwohnungen für Bedürftige wie etwa Sozialhilfebezüger unterhalten.» Einen Teil der Asylsuchenden könne man deshalb in solchen gemeindeeigenen Unterkünften unterbringen. «Wir sind derzeit daran, das Ganze zu koordinieren.»
«Das Ziel ist aber schon, dass wir für die Leute genügend Wohnungen finden.»
Arun Müller, Leiter Gesellschaft
Aktuell sucht die Gemeinde noch Platz für vier Familien. Deshalb hat sie im amtlichen Publikationsorgan einen Aufruf platziert. Darin bittet sie Privatpersonen, sich zu melden, falls sie über geeigneten Wohnraum verfügen sollten. Auch befristet. Eine Woche nach dem ersten Aufruf hat sich eine Person gemeldet – allerdings aus der Nachbargemeinde Dietlikon. Daher wurde der Text diese Woche erneut abgedruckt.
Familien zuerst
Die Gemeinde prüfe allerdings auch andere Optionen zur Unterbringung, etwa eine Lösung mit Wohncontainern, wie sie zum Beispiel die Gemeinde Greifensee realisiert hat. «Das Ziel ist aber schon, dass wir für die Leute genügend Wohnungen finden», sagt Müller. Asylsuchende Familien hätten dabei oberste Priorität, damit die Kinder in einem geregelten Umfeld leben und die Schule besuchen könnten. «Ich bin zuversichtlich, dass wir bei uns bis Ende Jahr für alle Familien einen Platz gefunden haben.»
Definitiv zu knapp bemessen ist laut Müller die Zeit, um die zugewiesenen 14 Einzelpersonen in der Gemeinde unterzubringen. Sie werden nun vorübergehend von der Asylorganisation Zürich (AOZ) betreut.
