Vor dem Musikcontainer in Uster spielt ein Duo sanfte Musik, unter Sonnenschirmen trinken Herren in schönen Hemden kühle Bowle. Es ist Donnerstagnachmittag. Bei der Szenerie handelt es sich um den angekündigten Arbeitgeberanlass zum Thema «Humor im Business». Nicht angekündigt ist der alltägliche Arbeitnehmeranlass, der eine Ecke weiter stattfindet, wo ein Bauarbeitertrio mit ihren Hämmern harte Handwerkermusik schlägt, während den Männern die Sonne auf den entblössten Buckel brennt. Zur Abkühlung gibt es Wasser aus dem Schlauch. Im Musikcontainerfoyer besprüht ein Herr die geladenen Gäste mit Erfrischungsspray.
«Chirurgen sagen, dass sie nur durch ihren zynischen und sarkastischen Humor durch ihren Berufsalltag kommen.»
Jenny Hofmann, Humorforscherin Psychologisches Institut der Universität Zürich
Bis zur Begrüssung des Ustermer RAV-Leiters Marcel Langhi ist der Effekt des Erfrischungsspray verpufft und die 130 Gäste müssen beim Bedürfnis auf Kühlung auf die angebotenen kühlen Getränke oder die Fächer zurückgreifen. Der 15. Arbeitgeber wurde von den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) Uster, Fehraltorf und Rüti organisiert. Langhi sagt, wer diese geladenen Gästen sind: Arbeitgeber, Spezialisten vom HR, Leute die Menschen einstellen. «Gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Themen müssen wir täglich verarbeiten und stehen deswegen stets unter Spannung», sagt Langhi. Deswegen sei das Thema «Humor in Business» ein wichtiges.
Die Dunkle Seite des Humors
Den wissenschaftlichen Teil des Anlasses übernimmt dann Jenny Hofmann, Humorforscherin am Psychologischen Institut der Universität Zürich. «An der Uni nehmen wir Humor ziemlich ernst», sagt Hofmann. Deswegen werde ihr Referat auch nicht lustig. So zeigt sie eine Statistik, die den Zusammenhang zwischen Arbeits- und Lebenszufriedenheit wiedergibt, hier spielt Humor eine wichtige Rolle. Auf die dunkle Seite des Humors gehören Auslachen, Mobbing, Sarkasmus. Sarkasmus und Zynismus könnten aber auch persönliche Bewältigungsstrategien sein, so Hofmann. «Chirurgen sagen, dass sie nur durch ihren zynischen und sarkastischen Humor durch ihren Berufsalltag kommen.»

