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Greifensee erbt fast eine Million Franken

An der Greifenseer Gemeindeversammlung wurden die Jahresrechnung und eine Bauabrechnung ohne Gegenstimme genehmigt. Die Rechnung schloss auch dank der Hinterlassenschaft eines Verstorbenen positiv ab. Er wurde an der Versammlung geehrt.

Nichts zu beanstanden hatten die Stimmberechtigten an der Gemeindeversammlung Greifensee: Sie winkten beide Geschäfte durch., Gemeindepräsidentin Monika Keller (FDP) führte durch die Greifenseer Gemeindeversammlung., Finanzvorstand Bruno Schaerli (Aktion G) erklärte das Plus der Jahresrechnung., Gemeinderat Markus Bauer (Aktion G) präsentierte das Geschäft zum Druckerhöhungspumpwerk Wildsberg.

PD

Greifensee erbt fast eine Million Franken

Gemeindepräsidentin Monika Keller (FDP) ist eine Füchsin. Bewusst wartete sie am Mittwochabend mit der Werbung für den neuen Steg des Seebads Furen bis zum Schluss der Gemeindeversammlung. Vielleicht wären sonst ein paar der 36 Stimmberechtigten im Kirchgemeindesaal der Versuchung des nahen Greifensees erlegen.

«Im Rechnungsjahr hatten wir Weihnachten, Ostern und Geburtstag zusammen.»

Bruno Schaerli,Gemeinderat (Aktion G) 

Doch sie blieben standhaft und hörten sich geduldig die Erläuterungen von Gemeinderat Bruno Schaerli (Aktion G), der als Finanz- und Liegenschaftsvorstand Details zur Jahresrechnung präsentierte. Dieser lobte denn auch den starken Willen der Stimmbürger mit einer kleinen Anekdote: «Es gab mal im bernischen Wachseldorn eine Gemeindeversammlung, wo neben dem fünfköpfigen Gemeinderat nur ein Bürger aufgetaucht ist.» Als Stimmzähler habe der Gemeindepräsident ran müssen – eine überschaubare Aufgabe, sagte Schaerli.  

Frauen leicht untervertreten

Schaerli setzte im sommerlich aufgeheizten Kirchgemeindesaal das Warm-Up vor der Jahresrechnung fort.  Eine Studie von Gemeindeversammlungen zeige, wer an diesen Versammlungen übervertreten sei: Senioren, Alteingesessene und Hauseigentümer. «Wie ich beurteilen kann, sind heute tatsächlich die Frauen leicht untervertreten und Senioren sind auch nicht mangelhaft anwesend», sagte Schaerli.

«Offenbar hat er sich in unserer Gemeinde sehr wohl gefühlt.»

Monika Keller, Gemeindepräsidentin (FDP)

Zur Jahresrechnung, die mit einem Plus von rund 1,3 Millionen Franken weit über dem ursprünglich budgetierten Minus von 2,4 Millionen lag, sagte Schaerli treffend: «Im Rechnungsjahr hatten wir Weihnachten, Ostern und Geburtstag zusammen.» Es habe verschiedene Sonderfaktoren gegeben, die alle nur in eine positive Richtung aus Sicht der Rechnung zeigten. Solch ausserordentliche Erträge waren beispielsweise der Nachlass eines Bürgers in der Höhe von 960‘000 Franken, der die Gemeinde als Alleinerbin einsetzte.

Grosszügiges Erbe

Dieser Bürger war Fred Heinz Christen. Wie Monika Keller sagte, sei man von dem Erbe völlig überrascht worden. Leider habe sie Christen nicht gekannt. An der Beerdigung habe sie mit Bekannten von Christen gesprochen. «Offenbar hat er sich in unserer Gemeinde sehr wohl gefühlt», sagte Keller.

Einen Verwendungszweck für das Geld habe er aber nicht definiert. Erste Ideen, wie das Geld in seinem Sinn verwendet werden soll, seien schon da. Christen sei ein geselliger Mensch gewesen, deswegen sei wohl etwas in diese Richtung sinnvoll. Für Ideen sei sie dankbar und dankte auch dem Verstorbenen für dessen Grosszügigkeit.

Bruno Schaerli führte aus, was neben dem Erbe zum Gewinn in der Jahresrechnung geführt habe.  So habe die gute Wirtschaftslage zu hohen Steuereinnahmen geführt und die hohen Immobilienpreise hätten bei Transaktionen zu guten Ergebnissen bei den Grundstückgewinnsteuern geführt. Die Mehreinnahmen bei den Steuern fiel dementsprechend um 790‘000 Franken und bei den Grundstücksteuern um 630’000 Franken höher als veranschlagt aus. Weniger hoch als erwartet waren die Ausgaben bei der Gesundheit, wo vor allem die Pflegeheime und die Spitex zu Buche schlagen. Statt der budgetierten 1,9 Millionen Franken, fielen nur Kosten in der Höhe von 1,7 Millionen an.

Kostenüberschreitung beim Pumpwerk

Mehrausgaben von 430‘000 Franken musste dagegen bei der Bildung hingenommen werden, wobei der Aufwand bei diesem Posten nun bei fast 9 Millionen Franken angekommen ist.

Einen kleinen Hinweis aufs kommende Budget machte Schaerli noch beim Finanzausgleich: «2019 und 2020 werden wir keinen Rappen vom Kanton bekommen.» Dies werde auch der Normalfall bleiben.
Die Stimmberechtigten genehmigten die Jahresrechnung 2018 ohne Gegenstimme.

Beim zweiten Geschäft des Abends erklärte Gemeinderat Markus Bauer (Aktion G), Ressortvorstand Tiefbau, die Bauabrechnung für das Druckerhöhungspumpwerk Wildsberg über 904‘000 Franken. Mit dem Bau wird die Löschwasserversorgung des Gebiets Wildsberg sichergestellt, was gemäss Bauer vorher nicht gegeben war. Die Kostenüberschreitung von rund 51‘000 Franken bergründete er mit den Ausgaben für die Hangsicherung, die wegen des falsch eingeschätzten Terrains notwendig wurden.

Die Stimmberechtigten beanstandeten die Mehrkosten nicht und hiessen die Bauabrechnung ohne Gegenstimme gut.

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