Stadt geht gegen Abfall-Schlitzohren vor
Die Stadt Dübendorf hat Anfang Juni im Bereich Abfallwesen diverse Änderungen eingeführt. Das betrifft einmal die Hauptsammelstelle beim Bauhof, wo die Mindestgebühr für nicht wiederverwertbare, brennbare Abfälle auf zwei Franken angehoben wurde; die Kosten von 40 Rappen pro Kilo bleiben.
Grund für die Massnahme ist laut Stadtschreiber Martin Kunz der Umstand, dass das ursprüngliche System ausgenutzt wurde. «Statt den Hauskehricht mit Gebührensäcken zu entsorgen, haben immer mehr Leute den kostenpflichtigen Abfall aus ihrem Haushalt in normalen Säcken auf der Hauptsammelstelle vorbeigebracht.»
Das rechnet sich, wenn man nicht gerade Katzensand oder volle Babywindeln entsorgt – zielt gemäss Kunz aber am Grundsatz vorbei, dass die Gebühren verursachergerecht erhoben werden. «Denn so war es natürlich nicht gedacht.» Ein weiterer Aspekt sei die neu eingeführte Option für Kartenzahlung, die erst ab zwei Franken möglich sei.
Kalender zum Runterladen
Eine weitere Änderung ist, dass der Wertstoffkalender nicht mehr wie früher an jeden Haushalt verschickt wird – aus ökologischen wie auch ökonomischen Gründen. «Wir haben festgestellt, dass der Kalender vielfach gleich weggeworfen wurde», sagt Kunz und verweist auf die städtische Website, wo eine digitale Ausgabe heruntergeladen werden kann.
«Letztlich sind Wertstoffe auch ein Geschäft, und da ist man froh um zusätzliche Lieferungen.»
Martin Kunz, Stadtschreiber von Dübendorf
Wer keinen Zugang zum Internet hat oder einen physischen Kalender bevorzugt, kann ein Exemplar auf der Hauptsammelstelle, im Ökibus oder im Stadthaus beziehen. Er kann auch per Telefon oder online nach Hause bestellt werden.
Abfall willkommen
Der Entscheid geht auch darauf zurück, dass es neuerdings für den Zugang zur Hauptsammelstelle keine Entsorgungsberechtigung mehr braucht; die entsprechende Karte war jeweils Teil des Wertstoffkalenders. Mit dieser Zugangskontrolle wollte die Stadt Auswärtige von der Hauptsammelstelle fernhalten. Denn wer keine Karte vorweisen konnte, musste eine Grundgebühr von zehn Franken entrichten.
Inzwischen hat sich aber gezeigt, dass Auswärtige das Angebot in Dübendorf nicht in dem Mass nutzen, wie befürchtet. Im Gegenteil: Neue private Recyclingunternehmen, wie etwa das Mülliland im nahen Wallisellen, hätten spürbare Auswirkungen auf die Abfallmenge. «Mit der neuen Sammelstelle haben wir eine Infrastruktur geschaffen, die, selbst während der Stosszeiten, noch mehr Kunden bewältigen könnte», sagt Kunz, «und auch das Personal ist ja schon da.» Letztlich seien Wertstoffe auch ein Geschäft, und da sei man froh um «zusätzliche Lieferungen».
Separate Rechnung
Bisher wurden die Infrastrukturkosten des Abfallwesens zusammen mit der Stromrechnung durch die Glattwerk AG abgerechnet. Neu bekommen die Dübendorferinnen und Dübendorfer sowie ansässige Firmen für die Grundgebühren eine separate Rechnung von der Stadt. Der Wechsel sei aus «organisatorischen Gründen» erfolgt, sagt Kunz, an der Höhe der Gebühren ändere sich nichts. Sie betragen im Jahr Fr. 57.60 pro Wohneinheit respektive pro Unternehmen mit höchstens 250 Vollzeitstellen.
