Bezirk Hinwil

Bezirk Pfäffikon

Bezirk Uster

Tösstal

Themen

Specials

Services

ZO Portale

Abo

Politik

Vier Ja und ein trauriges Halleluja

Die Gemeindeversammlung in Maur blieb bis kurz vor Schluss eine unaufgeregte Veranstaltung. Emotionen kamen erst mit der Verabschiedung eines langjährigen Angestellten der Gemeinde auf.

Für Markus Gossweiler war es die letzte Gemeindeversammlung in Maur., 29 Jahre arbeitete Gossweiler als Gemeindeschreiber. Diese Aufnahme stammt aus dem Jahr 2011., Gemeindepräsident Roland Humm (SVP) würdigte Markus Gossweiler in seiner Lobrede.

Archivfoto: Urs Weisskopf

Vier Ja und ein trauriges Halleluja

Als sich die letzten Mitglieder des siebenköpfigen Gemeinderates auf der Bühne des Loorensaal formierten, sass einer schon längst auf dem Stuhl neben dem Rednerpult. Markus Gossweiler amtierte bereits als Maurmer Gemeindeschreiber, da war das jüngste Maurmer Exekutivmitglied, Urs Rechsteiner (CVP), wohl noch in der Primarschule. Fast 29 Jahre lang nahm Gossweiler in seiner Funktion an den Gemeindeversammlungen in Maur teil. Diejenige am Montagabend war seine letzte. Er gibt sein Amt in Maur ab und wird Gemeindeschreiber in Zollikon.

«Ihr habt den Besten bekommen.»

Roland Humm, Gemeindepräsident Maur (SVP)

Zum Abschluss der Versammlung in Maur gab es eine Laudatio für Gossweiler und auf dessen langes Schaffen im Dienste der Gemeinde. Gemeindepräsident Roland Humm (SVP) liess es sich nicht nehmen, die «anekdotische Würdigung einer wichtigen Person» zu halten.

Neues Ufer am Zürichsee

Über eine Powerpoint-Präsentation zeigte der Gemeindepräsident verschiedene Fotos von Gossweiler und das eines Sees. «Markus Gossweiler bricht auf zu neuen Ufern. Neuen Ufern an einem anderen See», sagte Humm. Es sei nun nicht mehr der Greifensee, sondern der Zürichsee.

«Es ist schön, wenn man die eigene Grabrede schon zu Lebzeiten hört.»

Markus Gossweiler, Gemeindeschreiber Maur

Dort liegt Zollikon, wo Gossweiler als neuer Gemeindeschreiber seine Stelle antritt. Humm sagte: «Dem Zolliker Gemeinderat können wir mit einem lachenden und einem weinenden Auge bestätigen, ihr habt den Besten bekommen.»

« Ab und zu hing er bei der Ausübung seiner Tätigkeit in den Seilen – hängen geblieben ist er aber nie», sagte Humm zum ungewohnten Bild des Gemeindeschreibers in Klettermontur. Er habe sich auch nicht dazu hinreissen lassen, der achte Gemeinderat zu sein, wie das in anderen Gemeinden hin und wieder wahrgenommen werde. «Ein Schaffer, der für die Gemeinde schafft und da ist.»

Grabrede zu Lebzeiten

Markus Gossweiler lächelte während der Lobrede immer wieder spitzbübisch und ergriff dann selber das Wort. Zum letzten Mal, wie er sagte. Dann gehe er in die hinterste Reihe und mache einen Blickwechsel. «Es ist schön, wenn man die eigene Grabrede schon zu Lebzeiten hört.» Das schmeichle einem, blende aber auch, weil gewisse Sachen ausgeblendet werde.

Gossweiler lobte alle Gemeindemitarbeiter und sagte:  «Tragen Sie den Behörden Sorge.» Die Behörden müssten für die Bevölkerung immer Problemlösungen parat haben, möglichst schnell und möglichst kostenlos. Für diese schwierigen Aufgaben werden sie sehr schlecht bezahlt. «Deswegen verdienen die Behörden hin und wieder auch ein Lob. Danke vielmal und ich freue mich jetzt auf den Apéro – Prost», sagte Gossweiler.

Nicht in Humms Kompetenz

Vier Geschäfte wurden an der Maurmer Gemeindeversammlung behandelt. Zur Jahresrechnung 2018 sagte Gemeindepräsident Roland Humm (SVP) unverhohlen, dass diese seine Kompetenz übersteigt. «Ich könnte Ihnen jetzt eineinhalb Stunden erzählen, wieso die Rechnung so positiv abgeschlossen hat. Fachlich korrekt und transparent wäre das nicht», sagte Humm. Und so übergab er das Wort an Finanzvorstand Yves Keller (FDP).

Statt kleinem Minus ein grosses Plus

22.04.2019

Jahresrechnung Maur

Die Rechnung 2018 der Gemeinde Maur weist einen Gewinn von 5 Millionen Franken aus – weit besser Beitrag in Merkliste speichern Keller ging detailliert auf die Rechnung ein, die ein Plus von fünf Millionen Franken aufweist. Die höheren Steuereinnahmen seien auf die Steuern der vorgehenden Jahre und die Grundstückgewinnsteuern zurückzuführen. Ansonsten gelte: «Die Steuereinnahmen steigen nicht. Das heisst, dass ein bis zwei gute Steuerzahler Maur verlassen haben.» Weniger Ausgaben gab es bei der Bildung, weil es zurzeit weniger Schüler und Klassen in Maur habe. Daran dürfe man sich leider nicht gewöhnen, sagte Keller. Das zeige die Budgetierung 2020 die wieder in die andere Richtung gehe.

Pflege wird immer teurer

Bei der Pflegefinanzierung staune der Gemeinderat jeweils bei der Budgetierung. «Diese Kosten gehen leider nur in eine Richtung, nämlich nordwärts», sagt Yves Keller zu den Aufwandsteigerungen. Bei der Abstimmung hiessen die 88 Maurmer Stimmberechtigten die Rechnung einstimmig gut.

«Es hat eine Weile gedauert, bis die Abrechnung bei uns war.»

Karin Stamm, RPK-Mitglied (FDP)

Ebenfalls einstimmig fielen die Entscheide zum Projektierungskredit des Generationenprojektes Looren und zur Abrechnung des Kredits zur Entwicklungsplanung des Looren-Areals aus. Letzteres veranlasste RPK-Mitglied Karin Stamm (FDP) zu einer leisen Kritik. «Es hat eine Weile gedauert, bis die Abrechnung bei uns war.» Der Gemeinderat solle diese künftig «zeitgerechter» vornehmen, so Stamm.

«Erfreuliches» zur Einbürgerung

Gemeindepräsident Humm rechtfertigte die Arbeit des Gemeinderates mit dem späten Eintreffen der letzten Abrechnung. Diese sei erst im Herbst 2018 eingetroffen und man habe die Kreditabrechnung erst dann aufarbeiten können.

Auch das letzte Geschäft, die Teilrevision der Einbürgerungsgebühren, nahmen die Stimmbürger ganz im Sinne des Gemeinderats ohne Gegenstimme an.  Roland Humm findet den Artikel 32 der Revision «erfreulich». Dieser besagt, dass die Gebühr für die Erteilung des Gemeindebürgerrechts erlassen wird, wenn der Bewerber mindestens während zehn Jahren ununterbrochen in der Gemeinde Maur wohnhaft ist.

Abo

Möchten Sie weiterlesen?

Liebe Leserin, lieber Leser

Nichts ist gratis im Leben, auch nicht Qualitätsjournalismus aus der Region. Wir liefern Ihnen Tag für Tag relevante Informationen aus Ihrer Region, wir wollen Ihnen die vielen Facetten des Alltagslebens zeigen und wir versuchen, Zusammenhänge und gesellschaftliche Probleme zu beleuchten. Sie können unsere Arbeit unterstützen mit einem Kauf unserer Abos. Vielen Dank!

Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

Sie sind bereits Abonnent? Dann melden Sie sich hier an

Digital-Abo

Mit dem Digital-Abo profitieren Sie von vielen Vorteilen und können die Inhalte auf zueriost.ch uneingeschränkt nutzen.

Sind Sie bereits angemeldet und sehen trotzdem nicht den gesamten Artikel?

Dann lösen Sie hier ein aktuelles Abo.

Fehler gefunden?

Jetzt melden.

Kontakt

Inserieren

Abo

Services

Über uns