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In Uster herrscht Lohngleichheit – oder zumindest fast

In den Betrieben der Stadt Uster gibt es keine systematische Lohndiskriminierung aufgrund des Geschlechts. Das hat eine Untersuchung gezeigt. Es bleiben aber rund 20 Fälle, bei denen Frauen mutmasslich weniger verdienen als Männer. Da wollen die Verantwortlichen nun genauer hinschauen.

In der Stadtverwaltung Uster gibt es laut Untersuchung keine systematische Lohndiskriminierung.

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In Uster herrscht Lohngleichheit – oder zumindest fast

Im Herbst 2018 hat der Ustermer Stadtrat eine umfangreiche Lohnuntersuchung angeordnet. Er wollte damit abklären, ob es bei den rund 900 Angestellten der Verwaltung und der städtischen Betriebe geschlechterspezifische Lohnunterschiede gibt. Nun zeigen die Ergebnisse: Die Lohndifferenz aufgrund des Geschlechts liegt beim städtischen Personal bei 2,5 Prozent.

«Die Untersuchung belegt, dass es in Uster keine systematische Lohndiskriminierung gibt», sagt Stadtschreiber Daniel Stein. Er räumt ein, dass eine Differenz von 2,5 Prozent auf den ersten Blick nicht als Lohngleichheit durchgehe. «Man kann aber insofern von einer Lohngleichheit sprechen, als Uster deutlich unter dem Toleranzwert von 5 Prozent bleibt,  welche die Charta der Lohngleichheit im öffentlichen Sektor als Vorgabe definiert.»

Die Sache mit der Baby-Pause 

Das Ergebnis habe aber auch mit dem System zu tun, welches für die Untersuchung verwendet wurde. Es handelt sich dabei um das Selbsttest-Tool Logib, das von den Eidgenössischen Büros für die Gleichstellung von Frau und Mann herausgegeben wird. Es beurteilt Löhne aufgrund von Kriterien wie Alter, Dienstjahre, Ausbildung, Hierarchiestufe oder dem betrieblichen Kompetenzniveau.

«Nicht berücksichtigt werden etwa Fälle, wenn eine Frau nach mehrjähriger Kinderpause wieder Teilzeit in ihren früheren Beruf zurückkehrt und dann aufgrund der Pause weniger verdient als jemand, der ohne Unterbruch gearbeitet hat», sagt Stein. Diese würde dann als «nicht erklärbar» und damit als geschlechterspezifische Lohndifferenz taxiert.

«Es ist äusserst schwierig, eine 100-prozentige Lohngleichheit zu erreichen. 

Daniel Stein, Stadtschreiber von Uster

Konkret wurden rund 20 Fälle im unteren Lohnsegment ausgemacht, in denen Frauen «mutmasslich» weniger verdienten als Männer. Diese würden nun einer genaueren Betrachtung unterzogen. «Sowohl die Verwaltungsleitung wie auch der Stadtrat haben das Ziel, eine grösstmögliche Lohngleichheit herzustellen.» Das Ergebnis der Untersuchung verdeutliche, dass man auf einem guten Weg sei. «Gleichzeitig ist uns bewusst, dass es äusserst schwierig ist – unabhängig vom Geschlecht –, eine 100-prozentige Lohngleichheit zu erreichen.»

Regelmässig überprüfen

Mit dem vorliegenden Ergebnis könnte die Stadt Uster nun die oben erwähnte Lohn-Charta unterschreiben, wie dies ein Postulat aus den Reihen der SP-Fraktion im Gemeinderat fordert. Stadtschreiber Stein will den Stadtratsbeschluss nicht vorwegnehmen, er sagt aber, dass die Unterzeichnung «ganz bestimmt sehr wohlwollend» geprüft werde.

«Nun müssen aber auch noch diese 2,5 Prozent weg.»

Florin Schütz (SP), Gemeinderat Uster

Wer die Charta unterzeichnet, verpflichtet sich unter anderem, die Lohngleichheit in regelmässigen Abständen zu überprüfen. Das sei sowieso geplant, sagt Stein, «es steht einfach noch nicht fest, in welchem zeitlichen Abstand und mit welcher Methode». Weiter fordert die Charta die Einhaltung der Lohngleichheit im Rahmen des öffentlichen Beschaffungswesens – etwas, das die Stadt Uster bereits so handhabe, wie Stein festhält. «Wenn wir feststellen, dass ein Unternehmen, mit dem wir zusammenarbeiten, Lohndiskriminierung zulässt, führt das zu einer Kündigung des Vertrags. Vorgekommen ist das meines Wissens aber noch nie.»

«Symptomatisch» 

SP-Gemeinderat Florin Schütz, der das besagte Postulat zur Lohn-Charta zusammen mit Fraktionskollegin Salome Schaerer eingereicht hat, bezeichnet das Ergebnis der Untersuchung als «sehr erfreulich». «Nun müssen aber auch noch diese 2,5 Prozent weg.» Ausserdem sei es wichtig, dass die Löhne weiterhin überprüft würden, und das regelmässig. Dass in Uster in erster Linie Frauen betroffen seien, die Teilzeit arbeiten, sei für ihn symptomatisch. «Überproportional viele Frauen arbeiten in einem Teilzeit-Modell, dadurch verdienen sie nicht nur in ihrem Arbeitsleben weniger, sondern erhalten später auch eine deutliche tiefere Rente.»

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