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Politik

«Die Konkurrenz ist einfach zu gross»

Mit der Wiedereinführung des Mittagsmenüs wollte das Porter House wieder näher ans Ustermer Publikum rücken. Doch nach nur wenigen Monaten wurde das Angebot wieder gestrichen. Im Interview spricht Porter-House-Inhaber Andreas Gröbli über die Gründe.

Andreas Gröbli erklärt, weshalb das Mittagsgeschäft dem Porter House Schwierigkeiten bereitet.

PD, Christian Merz

«Die Konkurrenz ist einfach zu gross»

Andreas Gröbli, mit dem Porter House wollten Sie Anfang Jahr wieder ins Mittagsgeschäft einsteigen. Jetzt, noch vor dem Sommer, haben sich die Öffnungszeiten wieder auf 16 Uhr nach hinten verschoben. Was ist der Grund für diesen Rückzieher?

Andreas Gröbli: Zur Mittagszeit kamen einfach zu wenige Leute. Das Mittagsgeschäft ist ein unrentables Geschäft. Mit nur 20 bis 30 Gästen pro Tag können wir nicht gewinnbringend arbeiten. Dazu kommt, dass im Porter House die Küche sehr weit entfernt ist von den äussersten Tischen, da müssten wir zwei Serviceangestellte beschäftigen, das rechnet sich am Mittag nicht.

Weshalb kamen so wenige Gäste? Abgelegen ist der Standort direkt am Bahnhof ja sicher nicht.

Der Standort ist zwar zentral, aber nicht gemacht fürs Mittagsgeschäft. Die Konkurrenz ist zu gross. Es gibt den Steiner Beck, den chinesischen Peking Garden, den Mac Donalds und viele andere Verpflegungsorte. Da konzentrieren wir uns lieber wieder auf das rentable Abendgeschäft.

«Man kann nicht immer nur irische Konzerte und Partys machen, da geht man den Leuten langfristig auf den Sack.»

Thema Abendgeschäft: Das Porter House veranstaltet regelmässig 90er oder 2000er Partys und trat vergangenes Wochenende als Sponsor des Hiphop Festivals Flowzh auf. Will man wegkommen von dem Irish Pub-Image und der entsprechenden Musik?

Nein aber musikalisch sind wir sehr offen und möchten unserem breiten Publikum gerecht werden. Man kann nicht immer nur irische Konzerte und Partys machen, da geht man den Leuten langfristig auf den Sack. Und: Es gibt ja in Uster sonst nicht viele Ausgehorte. Fürs Flowzh wurden wir von den Veranstaltern angefragt.  Wir wissen, dass es eine grosse Hiphop-Community in Uster gibt, die sehr oft im Porter House anzutreffen ist. Deshalb haben wir gerne zugesagt, auch aus Marketing-Überlegungen.

Auch online scheint das Porter House neuerdings mehr Wert auf Marketing zu legen. Das Lokal gibt vermehrt Rückmeldungen auf Bewertungen. Ist Online-Interaktion mit Kunden wichtig für ein Restaurant?

Wir bedanken uns jetzt online bei positiven Reaktionen und fragen bei schlechten nach, warum diese so ausgefallen sind und versuchen die Kritik zu berücksichtigen. Diesen Feedback Prozess nehmen wir sehr ernst. Das Porter House läuft seit längerem hervorragend und ist ein fester Bestandteil von Uster geworden und das wiederspiegelt sich in den Bewertungen.

«Heute erhalten wir nur noch selten das Feedback, dass wir zu teuer wären.»

Gilt dies auch für das Image, wonach das Porter House zu teuer war?

Das ist eine alte Geschichte aus den Anfängen. Das kam, weil wir das sehr edle «dry aged beef» angeboten haben das zwischen 89-130 Franken kostet. Das war aber nur ein Produkt unter vielen. Was viele am Anfang auch gestört hat, war der Franken Aufschlag, den wir bei Gratis Live-Konzerten auf Getränke verlangt hatten. Aber von dem Aufschlag sind wir kurz nach der Eröffnung wieder weggekommen. Das Echo zog sich dann aber länger hin. Heute erhalten wir nur noch selten das Feedback, dass wir zu teuer wären. In der Happy Time von 16 bis 18 Uhr kostet die Stange gar nur 3.50 Franken. Da kann man doch nicht von teuer sprechen, oder?

Gibt es Ideen, wie man das Porter House bis 16 Uhr nutzen könnte? Etwa für Kultur oder ein Coworking-Space?

Wir haben nichts im Köcher, sind aber immer daran interessiert, die Ausnützungsziffer zu erhöhen. Eventuell werden wir uns ab Herbst der Lieferplattform Eat.ch anschliessen. Dann würde die Küche tagsüber dafür genutzt.

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Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

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