Ehrerweisung für viel Engagement
Am Vorabend des nationalen Frauenstreiktags war das weibliche Geschlecht im Stadthaussaal Effretikon Trumpf. Vier Frauen waren die Empfängerinnen des Anerkennung- und des Jugendförderpreises. Jedes Jahr ehrt die Stadt Illnau-Effretikon auf diese Weise Bürger, die sich in besonderem Masse verdient gemacht haben.
Bereits zum fünften Mal wurde der Jugendförderpreis überreicht. Ziel des Preises ist die Ehrung aussergewöhnlicher Leistungen respektive die Förderung besonderer Talente in den Bereichen Sport, Kultur, Gesellschaft sowie Schule, Beruf oder Studium. Beide Preise sind mit je 4000 Franken dotiert. Dieses Jahr dürfen sich eine Dirigentin, eine Trainerin und zwei junge Sportlerinnen darüber freuen.
Monika Schütz
Monika Schütz ist vielen Illnau-Effretikern als eines der Gesichter der Stadtmusik sowie der Stadt-Jugendmusik bekannt. Seit 2008 dirigiert Schütz die Stadtmusik, seit 2013 zudem auch die Stadtjugendmusik. In diesen Funktionen leiste sie seit Jahren einen Beitrag zum kulturellen Vereinsleben, wie Stadtpräsident Ueli Müller (SP) in seiner Laudatio hervorhob. Die gebürtige Fehraltorferin hat diverse Projekte wie Musicals, Nacht der Musik oder Schülerkonzerte mitinitiiert.
« Diese beiden Musikkorps gehören zu Illnau-Effretikon wie der Kirchturm oder der Bahnhof » , sagte Müller. Besonders auffällig und beeindruckend sei die musikalische Vielseitigkeit, welche beide Orchester an ihren Konzerten jeweils präsentiert. Monika Schütz wandte sich in der Folge neben Familienangehörigen auch an ebendiese Musikformationen, die gemeinsam im Foyer des Stadthaussaals zur Preisübergabe aufspielten. « Es ist ungemein schön zu sehen, dass die Stadt und die Illnau-Effretiker hinter ihrer Stadtmusik und ihrer Stadtjugendmusik stehen » , sagte die Doppel-Dirigentin.
Christine Lässer
Kaum ein Effretiker Handballer, der nicht von Christine Lässer trainiert wurde. Seit 30 Jahren ist diese im Verein Grün-Weiss Effretikon. Halb so lange amtet Lässer als Vorstandsmitglied. Selber spielte sie einst mit Yellow Winterthur in der 1. Liga und durfte mehrere Cup-Siege nach Hause tragen. Heute leitet sie mit Trainerkollegen diverse Juniorenteams und steht noch immer drei Mal die Woche in der Halle.
In seiner Laudatio hob Stadtrat Marco Nuzzi (FDP) die ständige Begeisterung für den Sport hervor und gab zugleich Lässers Lebensmotto preis: « Entweder gewinnt man oder man lernt daraus. » Die Preisträgerin selber wies in ihrer Rede dann mit einem Augenzwinkern darauf hin, dass Grün-Weiss Effretikon zwar nicht zu den wichtigsten Vereinen der Stadt gehöre. « Dafür sind wir mit Gewissheit einer der coolsten. »
Alina Wegmann
Die Ottikerin Alina Wegmann ist Stammmitglied des Voltige-Clubs Harlekin und darf auf unzählige Schweizermeistertitel und Turniersiege zurückblicken. An den letzten Europameisterschaften holte sich ihr Team die Bronzemedaille. Wegmann trainiert bis zu sechs Mal die Woche und nimmt besucht regelmässig nationale wie auch internationale Wettkämpfe.
Stadtrat Samuel Wüst (SP) fasste Voltige für die Zuhörer kurz als Kunststückchen von jungen Menschen auf einem galoppierenden Pferd zusammen. Es handle sich zwar um eine kleine Randsportart, jedoch um eine enorme Konzentration und Höchstleistung erfordere.
« Diese Auszeichnung ist für eine Sportlerin in einer eher unbekannten Randsportart eine riesige Ehre » , sagte Wegmann und verkündete auf diesem Wege sogleich stolz, dass sie mit dem Voltige-Club Harlekin soeben die Qualifikation für die Weltmeisterschaften geschafft hat.
Noa Schärz
Noa Schärz aus Illnau spielt seit kleinauf Fussball. Heute ist sie Stammspielerin im 1. Frauenteam des Grasshopper Clubs Zürich. Diese Tatsache liess Stadtrat Marco Nuzzi (FDP) zu einer Spitze gegen das kriselnde Männerteam, das soeben aus der Super League abgestiegen ist, hinreissen. « Noch immer geniessen die GC-Fussballerinnen deutlich weniger Privilegien verglichen mit ihren männlichen Kollegen. Doch vielleicht wird sich dies ja nächste Saison ändern. »
Die Preisträgerin konnte selber nicht anwesend sein. Noa Schärz weilt derzeit in Serbien, wo das Schweizer Nationalteam ein Testspiel bestreitet. Es wäre dies das Länderspieldebüt für die 18-Jährige. Marco Nuzzi nahm den Ball sogleich auf: «Wir hoffen, dass Illnau-Effretikon bald eine Nationalspielerin haben wird.» Stellvertretend für die Abwesende nahm Bruder Kim Schärz den Jugendförderpreis entgegen. Seine Schwester sei ungemein stolz und freue sich nun in der Ferne riesig über diese Auszeichnung.
