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Vereine kritisieren das neue Parkplatzregime scharf

Neuerdings muss zahlen, wer die Parkplätze bei den Dübendorfer Sportanlagen nutzt. Die Vereine sind empört, dass auch freiwillige Helfer, die sich für den Sport einsetzen, zur Kasse gebeten werden.

Der Parkplatz beim Fussballplatz Zelgli: Auch die Betreiber des Restaurants leiden unter den Gebühren, sagt der Klubpräsident.

Thomas Bacher

Vereine kritisieren das neue Parkplatzregime scharf

Seit dem 1. April sind die Parkplätze bei den Dübendorfer Sport- und Freizeitanlagen kostenpflichtig. Die Verantwortlichen der Stadt wollten damit die Kosten für die Infrastruktur verursachergerecht verteilen und vor allem die Fremdparkierer loswerden, welche die Plätze oft blockiert hatten. Tatsächlich hat es seither beim Freibad und dem Kulturzentrum Obere Mühle deutlich mehr freie Parkplätze.

Doch seit Anfang April wurde die Kritik an der Massnahme in den letzten Wochen immer lauter. Alles andere als erfreut ist etwa Christoph Lutz, SVP-Gemeinderat und Vizepräsident von «Dübi Inside». Die Vereinigung unterstützt sämtliche Junioren in den Dübendorfer Sportvereinen finanziell. «Die Parkgebühren sind fatal», sagt Lutz. «Die Vereine haben schon jetzt grösste Mühe, freiwillige Helfer und Juniorentrainer zu finden. Das alles wird nun noch schwieriger, wenn die Leute, die sich ehrenamtlich für den Sport engagieren, auch noch dafür bezahlen müssen.»

Er sei nicht grundsätzlich gegen die Parkplatzbewirtschaftung bei den Sportanlagen, sagt Lutz, und die Massnahme habe ja auch schon den von der Stadt erhofften Effekt erzielt. «Aber die negativen Auswirkungen auf die Vereine müssen dringend korrigiert werden.» Er schlägt deshalb vor, dass die Vereine Gratis-Parkkarten erhalten sollen. Und er kündigt an, dass die SVP zu diesem Thema eine Motion einreichen werde.

Strafe für Freiwillige

Markus Herzog, Präsident des Fussballclubs Dübendorf (FCD), regt sich ebenfalls über das neue Parkplatzregime auf. «Unsere Freiwilligen leisten im Jahr tausende Stunden Fronarbeit. Sie sorgen so dafür, dass die Kinder und Jugendlichen von der Strasse weg sind und Sport treiben. Und jetzt werden sie dafür sogar noch bestraft.»

«Das zielt konkret auf den Trainings- und Matchbetrieb und ist letztlich reine Geldmacherei.»

Markus Herzog, Präsident FC Dübendorf

Zwar hat auch er Verständnis dafür, dass die Stadt gegen die Dauerparkierer und Berufspendler vorgehen wolle, selbst wenn das auf dem Parkplatz bei den Fussballplätzen seiner Meinung nach nie ein Problem gewesen sei. «Aber dafür hätte es gereicht, von 7 bis 19 Uhr Gebühren zu erheben, so wie das auch bei Parkplätzen im Zentrum der Fall ist», sagt Herzog. «Werden aber bis 22 Uhr Gebühren verlangt und dazu noch am Wochenende, dann zielt das konkret auf den Trainings- und Matchbetrieb und ist letztlich reine Geldmacherei.» Auch die Betreiber des Restaurants auf dem Areal litten bereits unter den Gebühren, so Herzog.

Inzwischen habe man die Verantwortlichen bei der Stadt Dübendorf kontaktiert und Parkkarten als mögliche Lösung vorgeschlagen.

«Die Parkgebühren stellen unseren Klub vor grosse Probleme», sagt Beat Gmünder, Vizepräsident des Eishockeyclubs Dübendorf. «Der Vorstand ist nun der Prellbock für die betroffenen Spieler, Eltern, Trainer und Funktionäre, dabei wurden wir in keiner Weise in den ganzen Vorgang einbezogen.» Weiter ins Detail gehen möchte Gmünder nicht. Der Vorstand wolle den offiziellen Weg beschreiten. «Wir haben dem Stadtrat unseren Antrag schon vor Wochen eingereicht und warten nun auf eine Antwort.»

Jasmin Wiederkehr, die Präsidentin des Dübendorfer Eislaufclubs (DEC), ist in der Sache hin und her gerissen. Einerseits bedeuteten die Gebühren zusätzliche Ausgaben für die Leute aus dem Umfeld des Klubs. Auf der anderen Seite bekomme der Verein von der öffentlichen Hand aber auch Geld für die Jugendförderung.

«Für die meisten ist es möglich, mit dem öffentlichen Verkehr anzureisen.»

Jasmin Wiederkehr, Präsidentin Eislaufclub

Bis zu einem gewissen Punkt könne sie verstehen, dass die Stadt ihre Parkplätze bewirtschaften und Einnahmen generieren wolle, sagt Wiederkehr, schliesslich sei der Unterhalt der Anlage nicht gratis. «Und letztlich ist es für die meisten ja auch möglich, mit dem öffentlichen Verkehr anzureisen, zumal wir direkt vor den Sportanlagen eine Bushaltestelle haben.»

Mit Widerstand gerechnet

Finanzvorstand Martin Bäumle (GLP/GEU) bestätigt, dass verschiedene Klubs nicht einverstanden sind mit der Parkplatzbewirtschaftung. «Es war zu erwarten, dass es Kritik geben wird.» Er werde nun mit den Betroffenen das Gespräch suchen und die Beweggründe des Stadtrats darlegen – aber nicht auf den Entscheid zurückkommen. Denn es sei nicht vorgesehen, dass Vereine einen Stadtratsbeschluss umstossen könnten, der aufgrund eines Auftrags aus dem Gemeinderat zustande gekommen sei.

Die zeitliche Dauer der Kostenpflicht habe man so festgelegt, dass Fremdparkierer während den Öffnungszeiten der Anlagen ferngehalten würden, sagt Bäumle. «Falls es dennoch Probleme gibt, können wir die Kostenpflicht jederzeit auf 24 Stunden ausweiten.»

«Dass bei Parkplätzen immer alles ganz anders ist, kann ich nicht nachvollziehen.»

Martin Bäumle (GLP/GEU), Finanzvorstand

Die Abgabe von Tages-, Monats- und Jahreskarten werde geprüft – nicht aber von Gratiskarten, sagt Bäumle, und wundert sich: «Ich habe noch nie die Forderung gehört, dass die Stadt die Kosten für ein ÖV-Billett erstatten soll. Dass bei Parkplätzen immer alles ganz anders ist, kann ich nicht nachvollziehen.» Zudem wäre es schwierig, schlüssig zu entscheiden, wer Anspruch auf eine subventionierte Parkkarte haben sollte und wer nicht, so Bäumle.

Stadt will nicht alles behalten

Gemäss Bäumle ist vorgesehen, «einen kleinen Teil» der Einnahmen aus den Parkgebühren an die Sport- und Freizeitanlagen Dübendorf AG, die als übergeordnete Organisation die Anlagen betreibt, zurückfliessen zu lassen. Und ebenso an die Betreiber der Oberen Mühle. Diese könnten damit eigenständig Rückerstattungen etwa für Trainer oder auch für Restaurantgäste finanzieren. Wie hoch dieser Betrag sein wird, könne man erst sagen, wenn der Normalbetrieb laufe und klar sei, wie hoch die Einnahmen ausfallen. Bäumle: «Zuerst einmal wird der Ertrag wegen der Anschubkosten für die Bewirtschaftung sehr gering sein.»

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