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Lärmende Teenies, das Sozialamt und der liebe Verkehr

Zu viele Fragen können die Dübendorfer Stadträte auch überfordern. Das zeigte sich diese Woche an der Sitzung des Gemeinderats.

Die Sache mit dem Gegenverkehr gestaltet sich auf der Memphis-Brücke zuweilen schwierig.

Archiv: Thomas Bacher

Lärmende Teenies, das Sozialamt und der liebe Verkehr

Der Verkehr war das Hauptthema in der Fragestunde des Dübendorfer Gemeinderats, die am Montag stattfand. So erfuhren die Anwesenden etwa, dass der Stadtrat auf der Unteren Zelglistrasse wegen der Schulwegsicherheit Tempo 30 prüft, nicht aber auf der Sonnenberg-, Grüze- und Oberdorfstrasse. Weiter wurde deutlich, dass die Sonnenbergstrasse trotz wiederholter Kritik nicht in den Urzustand zurückversetzt wird. Und dass es nicht ganz einfach sei, die zuweilen chaotische Verkehrssituation rund um die Memphisbrücke zu verbessern.

Auch der Dauerbrenner Sozialamt kam zur Sprache. Die zuständige Stadträtin Jacqueline Hofer (SVP) erklärte, dass sich die externe Untersuchung etwas verzögert habe, weil diese «sehr gründlich» durchgeführt werde. Das Ergebnis soll aber noch diesen Monat vorliegen. Theo Zobrist (SP) wiederum sprach von Fällen, in denen Kunden auf der Stadtverwaltung angeblich keine Beratung erhielten. Das entlockte Stadtpräsident André Ingold (SVP) ein leicht knurriges, verbales Kopfschütteln, weil er diesbezüglich noch nie irgendwelche Reklamationen vernommen habe.

Aufs Übelste beleidigt

Flavia Sutter (Grüne) beschäftigte die Mähtechnik entlang der Wege in Stettbach und der fehlende Keller für die Elterngruppe. Urs Menet (SP) wiederum störte sich an den Jugendlichen, die nach 22 Uhr auf dem Sportplatz des Dorf-Schulhauses lärmten. Er habe vor Ort schon versucht, seinen Standpunkt als Nachbar darzulegen und auf die Arealordnung hinzuweisen, sei darauf aber aufs Übelste beleidigt worden.

Bildungsvorsteherin Susanne Hänni (GLP/GEU) ist sich des Problems bewusst, eine Lösung konnte sie aber nicht präsentieren. Einerseits sollten die Kinder und Jugendlichen Sport treiben und sich austoben können, sagte Hänni. Gleichzeitig äusserte sie Verständnis für die geplagten Anwohner. Ausserhalb der Schulzeit sei die Polizei zuständig bei Verstössen gegen Ruhe und Ordnung auf dem Areal, daneben stehe aber auch der aufsuchende Sozial- und Ordnungsdienst (SIP) regelmässig in Kontakt mit den Jugendlichen.

Grosser Wissensdurst

André Csillaghy (SP) und Patrick Schärli (CVP) machten es der Exekutive an diesem Abend nicht eben leicht. Sie hatten zu den Themen 5G beziehungsweise Parkplatzbewirtschaftung einen dermassen umfangreichen Fragenkatalog zusammengestellt, dass sich die zuständigen Stadträte ausserstande sahen, den Wissensdurst im Rahmen der Fragestunde zu stillen. Stattdessen forderten sie die beiden Gemeinderäte auf, ihre Fragen im Rahmen eines parlamentarischen Vorstosses zu stellen.

SVP geisselt Stadtrat wegen Tempo 30
 
Orlando Wyss (SVP) liess in einer Fraktionserklärung kein gutes Haar am Beschluss der Exekutive, im Zentrum Tempo 30 einzuführen. Der Stadtrat habe mit seiner Verkehrspolitik eine 180-Grad-Kehrtwende vollzogen und darüber hinaus vergessen, dass das Volk an der Urne wiederholt Nein gesagt habe zu flächendeckendem Tempo 30. «Der Stadtrat versucht mit seiner autofahrerfeindlichen Politik die Automobilisten abzustrafen», sagte Wyss. Ein weiterer Vorwurf: Die Stadtregierung verspreche sich durch Tempo 30 mehr Bussgeldeinnahmen und nehme billigend in Kauf, dass Autofahrer vermehrt durch Übertretungen kriminalisiert würden. «Hier wird die SVP nicht mitmachen.»

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