Adolfg Muschg, ein Autor, der schon mit Grössen wie Max Frisch und Friedrich Dürrenmatt am Tisch sass, setzte sich am Donnerstagabend in der Villa Grunholzer an ein bescheidenes Holztischchen. Flankiert wurde der 85-Jährige Schweizer Schriftsteller mit internationalem Renommée vom griechischen Übersetzer Theo Votsos und der Moderatorin Monica Mutti vom Übersetzerhaus Looren (siehe Box).
Wieso die Übersetzung ins Griechische?
Adolf Muschgs Buch «Heimkehr nach Fukushima» wird zurzeit von Theo Votsos ins Griechische übersetzt. Votsos erzählte in der Villa Grunholzer, dass er Adolf Muschg als Student entdeckt habe. Es sei eine «Offenbarung» gewesen. «Das Buch wollte ich unbedingt übersetzen», so Votsos. Er hat sich dann mit Muschg in Griechenland zusammengesetzt und dabei ist eine Freundschaft entstanden. Mit vier oder fünf Monaten Aufwand rechnet Votsos, um das Buch ins Griechische zu übersetzen – bei zehn Stunden täglicher Arbeit. Votsos hat noch andere Schweizer Bücher übersetzt: zum Beispiel Werke der Autoren Jeremias Gotthelf und Robert Walser. Zurzeit arbeitet er auch an einer Übersetzung von Gottfried Kellers «Der grüne Heinrich».
Muschg, der letzte Woche den Gottfried Keller-Preis erhalten hat, las aus seinem Buch «Heimkehr nach Fukushima». Eine Geschichte über die verstrahlte Gegend nach dem GAU, den verzweifelten Versuch der japanischen Regierung, die Bewohner zu einer Rückkehr zu gewinnen, und einen Dorfbürgermeister, der nahe des Unglücksmeiler von Fukushima eine Künstlerkolonie ansiedeln will. Mittendrin ist da noch die Liebesgeschichte der Protagonisten Paul und Mitsuko.

