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Drei Wände voll Sonnenschein

In Effretikon steht das erste Oberländer Hochhaus mit Solarfassade. Rund 350 Solarmodule wurden an dem Gebäude verbaut. Selbstversorgend ist das Haus trotzdem nicht.

Dieses Hochhaus ist Teil der Effretiker Wattbuck-Siedlung., Das 1968 erbaute Gebäude ist auf drei Fassadenseiten mit Solarmodulen ausgestattet., Sie liefern den ganzen Tag Strom., Es ist das erste Oberländer Hochhaus mit einer Solarfassade, Geheizt wird in dem Gebäude jedoch noch mit Gas.

PD

Drei Wände voll Sonnenschein

14 Stockwerke, 45 Wohnungen, 470 Quadratmeter Solarfläche: Das sind die Zahlen zum neu renovierten Hochhaus in der Effretiker Wattbuck-Siedlung. Das 1968 erbaute Gebäude, welches der Pensionskasse der Zürcher Kantonalbank gehört , leistet heute einen wertvollen Beitrag zur Energiewende.

Gerade noch rechtzeitig, findet Franz Schnider, Geschäftsführer der Hinwiler Arento AG, die mit der Fassadensanierung beauftragt wurde: « Nach Aussage von Klimaforschern sollte bis 2030 auf fossile Brennstoffe verzichtet werden, wollen wir die gefährliche Klimaentwicklung noch abwenden. »

Auslöser für die Sanierung des Hochhauses war denn auch der hohe Heizenergieverbrauch des Gebäudes. Eine bessere Dämmung und eine Photovoltaik-Anlage sollten dies nachhaltig ändern. « Selbstversorgend ist das Gebäude aber auch heute noch nicht » , sagt Franz Schnider. Vom Strom, der mit den Solarpanels unter den Fensterbändern produziert wird, können die Haushalte versorgt werden . Geheizt wird an der Wattbuck 3 jedoch immer noch mit Gas.

Ein Haus mit Vorzeigecharakter

Dennoch sieht Franz Schnider im Solar-Hochhaus Vorzeigecharakter –  nicht zuletzt deshalb, weil es sich dabei um das erste Oberländer Hochhaus mit einer Solarfassade handelt. Aber auch, weil das Unternehmen der ökologische Wert des Solarstroms über den Herkunftsnachweis abkaufen und diesen für die eigene Elektro-Flotte nutzen kann.

« Wir sind mit unseren Autos fast ausschliesslich fossilfrei unterwegs. »  Zudem ermöglicht der sanierte Bau eine besonders effiziente Form der Stromgewinnung. Dadurch, dass die Solarzellen an der Fassade und nicht auf dem Dach des Gebäudes angebracht sind, kann auch im Winter genügend Strom produziert werden. « Wenn die Sonne im Winter tiefer steht oder Schnee liegt, kann bei Photovoltaik-Anlagen auf dem Dach weniger Strom gewonnen werden » , so Schnider.

Die Solarmodule am Wattbuck-Hochhaus liefern jahreszeiten-unabhängig Strom. Sie sind auf der Ost-, als auch Süd- und Westfassade angebracht, so dass zu jeder Tageszeit eine Fläche beschienen wird. Der jährliche Ertrag der rund 350 Module liegt bei rund 53‘000 Kilowattstunden. Franz Schnider sieht deshalb in renovationsbedürftigen Hochbauten viel Potential: « Sie kompensieren jene Solaranlagen, die auf hohe Mittags- und Sommerspitzen ausgelegt sind. »

Zeithorizont berücksichtigen

In der Schweiz gebe es viele dem Effretiker Wohnhaus ähnliche Bauten, die in den nächsten Jahren modernisiert werden müssten. Dabei gelte es auch den Zeithorizont zu berücksichtigen. « Frisch renovierte Gebäudehüllen halten mindestens 40 Jahre. Bis 2050 sollten wir gemäss Energiestrategie 2050 des Bundesrats unseren Gebäudepark energetisch angepasst haben. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt um damit anzufangen. »

Die Energiesituation Illnau-Effretikon

Die Stadt Illnau-Effretikon hat in ihrem Strategiepapier „Energiezukunft Illnau-Effretikon 2008 bis 2050“ Zielwerte für thermische Solar- und Photovoltaikfläche festgelegt. Bis 2030 soll pro Einwohner je ein Quadratmeter erreicht werden. Derzeit zählt die Stadt 158 thermische Solaranlagen mit einer Gesamtfläche von 2‘116 Quadratmetern. 2018 wurden 13 neue Photovoltaik-Anlagen mit einer Gesamtfläche von über 1400 Quadratmetern realisiert. Damit können drei Prozent des Stromverbrauchs auf dem gesamten Stadtgebiet gedeckt werden.

Auf sonnenfassade.ch kann errechnet werden, wie viel Strom oder Wärme die eigene Hausfassade potentiell produzieren könnte.

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