Der Stadtrat stellt sich nicht grundsätzlich gegen Temporeduktionen in Dübendorf. Das betonte er zuletzt in seiner Antwort auf eine Interpellation, mit der die BDP/CVP/EVP-Fraktion Tempo 30 auf Quartierstrassen forderte. Er sei bereit, «einzelfallmässig» in Quartieren und vor allem im Bereich von Kindergärten oder Schulhäusern eine Temporeduktion zu prüfen. Für eine breite Einführung von Tempo 30 gebe es in Dübendorf aber keine politische Mehrheit, sagt der Stadtrat und verweist auf entsprechende Initiativen, die in den Jahren 2004 und 2013 von den Stimmberechtigten abgelehnt wurden.
Mehr Lärm durch vermeintliche Beruhigung
Für diese Haltung musste der Stadtrat an der Gemeinderatssitzung vom Montag Schelte einstecken. Tanja Boesch (EVP), die Erstunterzeichnerin der Interpellation, unterstellte der Stadtregierung Mutlosigkeit. Ausserdem hätten die politischen Verantwortlichen mit den Tempo-30-Zonen in Gockhausen oder Hermikon nicht viel für den guten Ruf von Temporeduktionen getan, da die betroffenen Strassen einem Hindernisparcours glichen. «Schikanen sorgen dafür, dass Automobilisten wiederholt abbremsen und wieder Gas geben müssen», sagte sie. Das verhindere einen flüssigen Verkehr und verursache zusätzlichen Lärm.
«Die Zonen sollen möglichst günstig eingeführt werden»
Tanja Boesch (SVP), Gemeinderätin
Ausserdem seien die baulichen Massnahmen teuer. Die Kosten seien 2004 ein Grund gewesen, dass die flächendeckende Einführung von Tempo 30 abgelehnt wurde, so Boesch. «Deshalb haben wir auch darauf hingewiesen, dass die Zonen möglichst günstig eingeführt werden sollen.» Tempo-30-Zonen vor Schulhäusern seien eine gute Sache, aber die dahinter liegenden Strassen gehörten auch zum Schulweg und müssten deshalb ebenfalls berücksichtigt werden, sagte Boesch und kündigte eine entsprechende Motion an. «Damit alle Quartierbewohner von 30er-Zonen profitieren können.»

