Politik

Jugendliche fordern Wasserrutschbahn für Wetziker Badi Meierwiesen

Eine Wasserrutschbahn wie in der Badi Pfäffikon: Das fordern Jugendliche für die Wetziker Badi Meierwiesen. Nun prüft der Stadtrat das Anliegen.

Donik Vllasalija vor der Badi Meierwiesen in Wetzikon.

Bild: Christian Merz

Jugendliche fordern Wasserrutschbahn für Wetziker Badi Meierwiesen

Donik Vllasalija geht im Sommer fast täglich in die Badi Meierwiesen. Hier trifft sich der 15-Jährige mit Kollegen. Aber etwas fehlt den Jugendlichen: «Eine richtig tolle Rutschbahn, so wie beispielsweise in Pfäffikon», sagt der Sekundarschüler, der im Lendenbach zur Schule geht.

«Die jetzige Rutschbahn ist erbärmlich.»
Donik Vlassalija, Sekschüler aus Wetzikon

«Zu einer Badi gehört einfach eine Wasserrutschbahn.» Tatsächlich hat es in der Badi Meierwiesen nur eine kleine, blaue Kinderrutsche. Das Urteil des Jugendlichen über diese ist vernichtend: «Die jetzige Rutschbahn ist einfach erbärmlich.»

Es war die Turnlehrerin von Donik Vllasalija, die ihn auf die Online-Plattform www.engage.ch aufmerksam machte (siehe Box). Auf dieser Plattform wurde die Idee einer Rutschbahn in der Badi Meierwiesen von ein paar Jugendlichen gepostet.

Kurz darauf fand ein Treffen zwischen Politikern und Jugendlichen im Stadthaussaal statt, bei dem auch Vllasalija dabei war.  

Unterstützung von rechts

Dort kam er mit den beiden SVP-Gemeinderatsmitgliedern Rico Schaffer und Rolf Zimmermann in Kontakt. Sie ermunterten die Jugendlichen, eine Projektgruppe zu gründen und eine Petition für eine Wasserrutschbahn in der Badi einzureichen.

«Innert einem Monat hatten wir 900 Unterschriften zusammen», erzählt der 15-Jährige. «Wir haben im Schulhaus, im Quartier, im Kollegenkreis gesammelt.»

Dass er, dessen Eltern aus dem Kosovo stammen, ausgerechnet von zwei SVP-Politikern Unterstützung erhielt, hat ihn nicht gross beschäftigt. «Es geht nur um die Rutschbahn. Alles andere interessiert mich nicht.»

Die Petition wurde kürzlich dem Wetziker Stadtpräsidenten Ruedi Rüfenacht (EVP) übergeben. Das Ressort Bevölkerung & Sport der Stadt Wetzikon arbeitet nun eine Stellungnahme an die Jugendlichen aus, dafür hat es ein halbes Jahr Zeit.

«Ich finde es wichtig, dass man uns ernst nimmt.»
Donik Vlassalija, Sekschüler aus Wetzikon

Verbindlich ist eine Petition nicht, da sie auch von Minderjährigen unterschrieben werden kann. Also von Leuten, die nicht stimmberechtigt sind.

«Aber es sind so viele, die das wollen», sagt Vllasalija. «Als Stadtpräsident würde ich meinem Volk diesen Wunsch erfüllen.»

Lehre als Polymechaniker

Dass er auch als Jugendlicher die Möglichkeit hat, etwas in Wetzikon zu bewegen, gefällt ihm. «Normalerweise sind es die Erwachsenen, die bestimmen und sagen, wohin es geht», sagt der Sekundarschüler. «Ich wusste gar nicht, dass wir Jugendlichen uns auch einbringen und mitbestimmen können. Aber ich finde es wichtig, dass man uns ernst nimmt.»

Selbst in die Politik einzusteigen, das kann sich Donik Vllasalija momentan nicht vorstellen. Im August beginnt er eine Lehre als Polymechaniker. «Dann werde ich nicht mehr so viel Zeit haben. Auch für die Badi nicht.»

Die Onlineplattform engage.ch bietet jungen Menschen die Möglichkeit, ihre Anliegen, Ideen und Fragen in die politischen Planungs- und Entscheidungsprozesse einzubringen und sich mit anderen darüber auszutauschen. Gemeinden oder Jugendparlamente können ihren Kanal auf der Onlineplattform selber verwalten. Jährlich wird eine nationale Kampagne durchgeführt, bei der Jugendliche die Möglichkeit haben, sich über www.engage.ch direkt in die nationale Politik einzubringen. Vierzehn Anliegen werden anschliessend von den jüngsten National- und Ständeräte ausgewählt und nach einem Treffen mit den Jugendlichen im Bundeshaus in die nationale Politik eingebracht.Die Onlineplattform engage.ch bietet jungen Menschen die Möglichkeit, ihre Anliegen, Ideen und Fragen in die politischen Planungs- und Entscheidungsprozesse einzubringen und sich mit anderen darüber auszutauschen. Gemeinden oder Jugendparlamente können ihren Kanal auf der Onlineplattform selber verwalten. Jährlich wird eine nationale Kampagne durchgeführt, bei der Jugendliche die Möglichkeit haben, sich über www.engage.ch direkt in die nationale Politik einzubringen. Vierzehn Anliegen werden anschliessend von den jüngsten National- und Ständeräte ausgewählt und nach einem Treffen mit den Jugendlichen im Bundeshaus in die nationale Politik eingebracht.

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