«Meine Oldtimer schneiden beim Abgastest immer gut ab»
Herr Meier, Verbrennungsmotoren kommen zunehmend in Verruf. Haben die Menschen immer noch Freude, wenn Sie mit ihrem Vauxhall an ihnen vorbeifahren?
Ruedi Meier: Ich habe immer nur positive Reaktionen bekommen.
Aber so ein altes Auto stinkt ja schon ziemlich. Wobei Sie das wahrscheinlich eher als angenehmen Duft wahrnehmen.
Alle Autos, die auf Schweizer Strassen unterwegs sind, stossen Schadstoffe aus; merklich sauberer sind nur die neusten Motoren mit der besten Katalysatortechnik. Wobei meine Oldtimer beim Abgastest im Strassenverkehrsamt immer sehr gut abschneiden.
Ist die Fahrzeugkontrolle für Oldtimerbesitzer also kein Problem?
Leider nein. Ich höre immer wieder von Bekannten, wie pingelig die Strassenverkehrsämter bei den Kontrollen sind. Oft sind es nur Kleinigkeiten, die zu einer Beanstandung führen und dann relativ rasch in Ordnung gebracht werden müssen. Dabei kann das Beschaffen von Ersatzteilen sehr aufwändig und zeitraubend sein. Selber habe ich das auch schon mehrfach erlebt.
Wird diese Praxis dazu führen, dass Oldtimer früher oder später von den Strassen verschwinden?
Das nicht. Aber wir müssen aufpassen, dass es in der Schweiz nicht so weit kommt wie in Deutschland, wo Oldtimer aufgrund der Abgasvorschriften in gewissen Innenstädten nicht mehr erlaubt sind. Dabei ist die Umweltbelastung durch Oldtimer gemessen an ihrer Zahl und den gefahrenen Kilometern bescheiden.
Der Rädliträff dieses Wochenende war Teil der Historic Vehicle Days, an denen verschiedene Veranstalter in der ganzen Schweiz Aktionen rund um Oldtimer durchführen und gemäss der Dachorganisation «Flagge zeigen» sollen. Wieso das?
Wir wollen zeigen, dass alte Fahrzeuge ein Kulturgut sind. Um die Oldtimer zu erhalten, investieren wie viel Geld und Zeit, Unterstützung bekommen wir keine. Deshalb wollen wir den Leute klar machen, dass es alles andere als selbstverständlich ist, dass auf unseren Strassen überhaupt noch Oldtimer unterwegs sind.
Zur Person
Ruedi Meier ist 65 Jahre alt und wohnt in Rüti. Bis zu seiner Pensionierung arbeitete er für das kantonale Tiefbauamt als Vorarbeiter im Strassenunterhalt. Meier organisiert die jährliche Ustermer Oldtimermesse, zudem führt er jedes Jahr zwei Rädliträffs in Uster und drei vergleichbare Treffen in Bilten GL durch.
Besonders angetan hat es dem Rentner die britische Automarke Vauxhall. Zwei davon hat er selber in der Garage: Ein Modell 14/6, Jahrgang 1947, sowie ein ASX, Jahrgang 1933, mit dem er 2005 in Rahmen einer Rallye nach England fuhr. Früher restaurierte er seine Autos bis auf die Lederarbeiten komplett selber und reiste auf der Suche nach Ersatzteilen wiederholt nach Grossbritannien. Heute lässt er auch gerne mal einen anderen Experten ran.