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Bei neuen Wohnungen fehlt es an Mietern

In der Wohnbausiedlung Silbergrueb in Mönchaltorf stehen Neuwohnungen seit einem halben Jahr leer. Leise Kritik an den Mietpreisen für die Genossenschaftswohnungen ist von der SP zu hören.

In der Silbergrueb sind noch zehn Wohnungen frei., Die Wohnungen kosten bis zu 2500 Franken pro Monat., Die Aussenräume sind noch nicht vollständig fertig. So stellen sich die Macher diese vor., So soll die fertige Anlage einst aussehen. Zwei Bauetappen müssen noch realisiert werden.

PD

Bei neuen Wohnungen fehlt es an Mietern

105 Quadratmeter für 2510 Franken im Monat. So viel kostet die Miete der teuersten und grössten Wohnung in der Mönchaltorfer Wohnbausiedlung. Die Wohnung ist noch zu haben. Von den bisher 102 gebauten Wohnungen sind zehn frei: eine seit einem Jahr, sieben seit November 2018 und zwei weitere wurden gekündigt und sind ab sofort wieder bezugsbereit.

«Als günstiger Wohnraum können die Objekte nicht bezeichnet werden.»

Annemarie Portmann, SP-Präsidentin Mönchaltorf

Bauherrin und Verwalterin der Silbergrueb ist die Siedlungsgenossenschaft Sunnige Hof mit Sitz in Zürich. Fabienne Imobersteg, Pressesprecherin der Genossenschaft, sagt dazu: « Die Preise sind angemessen. Bisher hatten wir keine Rückmeldungen, dass Interessierte die Preise infrage stellen.» Die Genossenschaft kalkuliert auf der Basis der reinen Kostenmiete. «Das heisst, die Mieten sind genau so hoch, dass sie unsere Investitionen decken.»

Miete nicht günstig

Zudem sei der Ausbaustandard mit eigenem Waschturm, Parkettboden, Haushaltsgeräten, Natursteinabdeckung und den Aussenräumen sehr hoch. «Mit vergleichbaren Objekten in der Nähe können unserer Preise durchaus mithalten», so Imobersteg.

(Video: youtube/ Kaufmann Architekten AG)

Für die Mönchaltorfer SP-Präsidentin Annemarie Portmann sind die Preise wegen des Asbaustandards der Wohnungen «wohl gerechtfertigt». Doch als «günstigen Wohnraum» könnten sie nicht bezeichnet werden. Portmann sieht das Problem bei den hohen Bodenpreisen. «Wenn eine Genossenschaft Boden erwerben muss, dann ist es auch für sie schwierig, günstigen Wohnraum anzubieten.»

Gemeinde soll für tiefe Bodenpreise sorgen

Eine öffentliche Wohnbauförderung mit reduziertem Bodenpreis sei in der SP Mönchaltorf schon diskutiert aber auch aufgrund der Mehrheitsverhältnisse verworfen worden. Die Gemeinde müsse angehalten sein, ihr Land zu einem bestmöglichen Preis zu veräussern. «Eine aktive Wohnbauförderung mit reduziertem Bodenpreis wurde nicht realisiert», so Portmann.

«Wir sind zuversichtlich, dass wir bis im Sommer sämtliche Wohnungen der ersten beiden Etappen vermietet haben»

Fabienne Imobersteg, Pressesprecherin Sunnige Hof

Gemeindepräsident Urs Graf (FDP) sagt zu dieser Aufforderung: «Für eine grosse Stadt wie Zürich mag das ein Ziel sein. Aber nicht für uns als kleine Gemeinde.» Zumal die Gemeinde bei der Silbergrueb sowieso keinen Einfluss auf die Gestaltung der Bodenpreise nehmen konnte, so Graf. Das Land habe Erbengemeinschaften gehört.

Unbeliebtes Erdgeschoss

Mit den Verantwortlichen der Siedlungsgenossenschaft stehe Graf zudem regelmässig im Kontakt, weil das Bauprojekt noch nicht abgeschlossen ist. Mit dem Bau der dritten und vierten Etappe werden in der Silbergrueb noch weitere Wohnungen entstehen. Wie viele das sein werden, ist laut Graf derzeit noch offen.  

Von den ersten beiden Etappen sind ausnahmslos Dreieinhalb- und Viereinhalbzimmerwohnungen frei. Imobersteg von der Genossenschaft Sunnige Hof sagt: «Wir haben einen höheren Anteil an dreieinhalb- und Viereinhalbzimmerwohnungen als an Zweieinhalbzimmerwohnungen, folglich sind auch mehr davon frei.»

Die Genossenschaft geht davon aus, dass sich die Objekte nicht wegen der Wohnungsgrössen schwer vermieten lassen, sondern wegen deren Lage. So befänden sich die noch freien Wohnungen mehrheitlich im Erdgeschoss. «Wir sind aber zuversichtlich, dass wir bis im Sommer sämtliche Wohnungen der ersten beiden Etappen vermietet haben», sagt Imobersteg.

Kinderzählung in der Silbergrueb

Graf behält die Wohnsituation in der Silbergrueb monatlich im Auge, wie er sagt. Für ihn seien vor allem die Anzahl Bewohner wichtig. «Für eine Gemeinde mit 3850 Einwohnern sind die 150 Mieter, die zurzeit in der Silbergrueb wohnen keine unerhebliche Zahl», sagt Graf. Auch die Kinderzahl müsse im Auge behalten werden, um den Bedarf an Schulplätzen abschätzen zu können. Zurzeit wohnen etwa 15 Kinder in der Überbauung. Die Zahlen bezieht Graf vom Einwohneramt.

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