Am schweizerischen Frauenstreiktag vom 14. Juni werden sich die Streikenden in Uster von 10 bis 13 Uhr beim Stadthaus versammeln. Teilnehmen dürfen auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung – während ihrer Arbeitszeit und ohne Lohneinbusse. Das hat der Stadtrat so beschlossen.
Die Stadtregierung zeige Sympathie für die Anliegen des Frauenstreiks und setze sich auch auf politischer Ebene «intensiv mit der umfassenden Gleichberechtigung der Geschlechter» auseinander, schreibt der Stadtrat in einer Medienmitteilung. In der jüngsten Personalmitteilung heisst es ausserdem: «Dem Stadtrat ist es wichtig, dass möglichst viele streikwillige Personen an der Ustermer Veranstaltung teilnehmen können.»
Verwaltung müsse neutral bleiben
Für SVP-Gemeinderat Hans Keel ist das ganz klar ein politisch motivierter Aufruf zum Streik. «Der linke Stadtrat zeigt seine ideologische Haltung unverblümt.» Er bezeichnet den Entscheid dann auch als «ideologisch-populistisches Scharmützel» mit dem einzigen Ziel, Wirbel zu machen. «So etwas ist unerhört, das können wir nicht tolerieren.» Eine Stadtverwaltung müsse bei politischen Anliegen neutral bleiben.
«Ehrlich gesagt bin ich entsetzt darüber, denn so wird der Streik von den Steuerzahlerinnen und Steuerzahlern finanziert.»
Hans Keel (SVP), Gemeinderat

