«Uster West» geht weitere Umwege
Wie geht es mit der Umfahrung «Uster West» weiter? Diese Frage wollten die drei Ustermer Kantonsrätinnen Sabine Wettstein (FDP), Claudia Wyssen (SP) und Anita Borer (SVP) vom Regierungsrat beantwortet haben.
Die Zürcher Regierung muss beim Projekt Umfahrungsstrasse «Uster West» nochmal über die Bücher. Dies weil das Baurekursgericht aufgrund eines Rekurses entschied, der Kanton müsse den Naturschutz rund um das Werriker- und das Glattenriet sowie die Brandschänki in Uster verbessern. Dazu muss der Regierungsrat die Schutzverordnung anpassen.
«Ich hoffe immer noch, dass ‹Uster West› kommt.»
Anita Borer (SVP), Kantonsrätin
So sollen zwischen der Strasse und der Moorlandschaft Pufferzonen geschaffen werden. Dazu will der Regierungsrat mittels Gutachten die Dimensionierung dieser Zonen abklären.
«Schwammige» Antwort
Für Sabine Wettstein, die bei der Anfrage federführend war, ist die Antwort der Regierung «schwammig». Ihr geht das Vorgehen generell zu wenig schnell. Nach ihrer Meinung müssten die Arbeiten an der Schutzverordnung weiter fortgeschritten sein.
Wettstein sagt dazu: «Dieses Gutachten hätte schon ab 2012 in Auftrag gegeben werden sollen, als der Kantonsrat den Verpflichtungskredit für die Erstellung der Strasse bewilligte.»
Doch auch eine Alternative zu «Uster West» ist gemäss Regierungsrat möglich. So schreibt dieser, dass er eine Ersatzlösung erarbeiten werde, sollte sich das Vorhaben in der bisher geplanten Form als nicht realisierbar erweisen.
Dem Moorschutz gerecht werden
Diese Antwort befriedigt die Politikerinnen nicht. Sie kritisieren unisono, dass immer noch nicht gesagt werden könne, ob die Strasse überhaupt gebaut wird.
«Das Thema ist in Uster parteiübergreifend.»
Sabine Wettstein (FDP), Kantonsrätin
Anita Borer (SVP) begrüsst zwar die vertiefte Abklärung, kritisiert aber, dass sich der Regierungsrat nicht in die Karten schauen lässt. Sie zeigt sich aber zuversichtlich: «Ich hoffe immer noch , dass ‹Uster West› kommt.»
Es sei wichtig, dass es bald eine Über- oder Unterführungslösung in Uster gebe. Beim Beschluss des Rahmenkredites hiess es, die Anliegen des Moorschutzes seien mit einbezogen. Falls die neue Moorschutzverordnung den rechtskräftigen Entscheid für «Uster West» kippen würde, wäre das für sie unverständlich.
Die Schranken bleiben länger zu
Für Wyssen fehlt beim Kanton die Absicht, beim Projekt Umfahrungsstrasse vorwärts zu machen. «Es erinnert mich an den Berliner Flughafen. Mit dem Unterschied, dass dort gebaut wird.» Dabei sei «Uster West» für eine Entlastung des Ustermer Zentrums enorm wichtig. «Dies führt zu einer besseren Passierbarkeit der Stadt. Heute ist die Stadt durch die Bahnschranken zweigeteilt», so Wyssen.
Dies ist ein weiterer Punkt der Anfrage der drei Politikerinnen, die eine weitere Verschärfung der Situation an den Bahnübergängen befürchten. Denn bis 2035 werden stündlich 24 anstatt 16 Züge wie heute zwischen Uster und Zürich.
«Es braucht doch keine Studie, um abzuklären, ob die Bahnschranken bei einer Fahrplanverdichtung länger geschlossen sind.»
Claudia Wyssen (SP), Kantonsrätin
Auch hier vertröstet der Regierungsrat mit einer weiteren Abklärung, die in Arbeit sei: Die Auswirkungen des Doppelspurausbaus der SBB im Aathal würden derzeit in einer Studie der SBB detailliert untersucht.
Dieser Punkt stört insbesondere SP-Kantonsrätin Wyssen: «Es braucht doch keine Studie, um abzuklären, ob die Bahnschranken bei einer Fahrplanverdichtung länger geschlossen sind.»
Mehr Leute, mehr Autos
Für Wyssen ist allerdings noch nicht klar, was sie und ihre zwei Kantonsratskolleginnen jetzt mit den Antworten des Regierungsrates anfangen wollen. «Was wir zum Projekt ‹Uster West› weiter unternehmen werden, müssen wir noch besprechen.»
Auch FDP-Kantonsrätin Wettstein kann sich auch eine weitere Allianz mit Borer und Wyssen vorstellen: «Das Thema ist in Uster parteiübergreifend.»
