«Die Jungen können die Klimaproblematik nicht isoliert betrachten»
Herr Angliker, wieso wollten Sie Präsident der FDP Dübendorf werden?
Stefan Angliker: Auch wenn das alle sagen: Ich will die Partei voranbringen und den Wähleranteil steigern.
Bei den Kantonsratswahlen sank der Wähleranteil der FDP in Dübendorf um 1,4 Prozentpunkte auf aktuell 10,7 Prozent, wie wollen Sie da Gegensteuer geben?
Der Verlust hat sicher damit zu tun, dass Dübendorf zum Stammland der Grünliberalen gehört, die deutlich zulegen konnten. Tief beunruhigt bin ich nicht von der Entwicklung, zumal wir bei den Gemeindewahlen vor einem Jahr den Wähleranteil ausbauen konnten.
Werden Sie in Dübendorf nun vermehrt grüne Themen beackern?
Ökologische Anliegen sind uns ja keineswegs fremd. Die FDP legt das Thema einfach liberal aus und setzt statt auf Verbote auf Anreize.
«Wir müssen darauf achten, dass nicht jeder Hausbesitzer nur für sich plant.»
Wie könnte dieses Prinzip auf Gemeindeebene umgesetzt werden?
Wir machen uns da keine Illusionen: Vieles ist auf kantonaler und nationaler Ebene vorgegeben. Was wir bis zu einem gewissen Punkt beeinflussen können, ist die Bau- und Zonenordnung, mit der sich die Verdichtung steuern lässt. Denkbar wäre auch eine Förderung von alternativen Heiz- und Energieformen. Aber dazu müssen wir erst auf die Verabschiedung des kantonalen Energiegesetzes warten.
Was wird Sie als Parteipräsident in den nächsten Jahren beschäftigen?
Eine grosse Herausforderung ist sicher, das Bevölkerungswachstum so zu lenken, dass alle davon profitieren. Dazu gehört eine gute Verkehrserschliessung ebenso wie der Aufbau einer adäquaten Infrastruktur. Und wir müssen darauf achten, dass nicht jeder Hausbesitzer nur für sich plant. Sehr am Herzen liegt mir meine Arbeit in der Jugendkommission. Ich möchte erreichen, dass sich die Jungen vermehrt politisch einbringen und die Politik auch als Gesamtpaket verstehen, in das verschiedenste Aspekte einfliessen. Die Klimaproblematik etwa kann man nicht isoliert betrachten.
Sie sind 26 Jahre alt und bereits Parteipräsident. Ist das der Anfang einer grossen politischen Karriere? Für den Gemeinderat haben Sie letztes Jahr ja bereits kandidiert.
Das Amt als Gemeinderat würde mich nach wie vor reizen. Für ein Exekutivamt bin ich aber noch zu jung.
Zur Person
Stefan Angliker ist 26 Jahre alt und studiert Verkehrssysteme an der ZHAW School of Engineering. Der FDP trat er vor sechs Jahren bei, seit vier Jahren ist er im Vorstand der Ortspartei. Angliker übernimmt die Nachfolge von Adrian Ineichen, der das Präsidium der FDP Dübendorf nach vier Jahren abgibt. Als Begründung für den Schritt gibt Ineichen seine neuen Rolle als Mitglied der Schulpflege einer familiären Veränderung (er wurde im November zum ersten Mal Vater). (zo)
