Der Ustertag aus Zürcher Sicht
Nach einem Bildungsvertreter, einer Dirigentin und einem Militär ist dieses Jahr wieder einmal ein Politiker an der Reihe beim Ustertag. Am 17. November wird der Zürcher Regierungsrat Ernst Stocker am traditionellen Anlass in Uster als Hauptredner sprechen.
Anknüpfen an Tradition
Mit seinem Auftritt knüpft das Ustertagkomitee, das jeweils die Referenten an den Anlass einlädt, an eine Tradition an, die lange galt: Am Ustertag sollen regelmässig auch Zürcher Politiker, die nicht im Bundesrat sind oder waren, zu Wort kommen. Das letzte Mal war dies 1995 der Fall, als FDP-Nationalrätin Vreni Spoerri-Toneatti über die «Herausforderung für die Schweiz» sprach.
Noch viel weiter in den Annalen zurückgeblättert werden muss um festzustellen, wann das letzte Mal ein Zürcher Regierungsrat als Hauptredner zu hören war: 1962 referierte der FDP-Regierungsrat Ernst Brugger aus Gossau über «Kirche und Staat im Kanton Zürich». Sieben Jahre nach seinem Auftritt in Uster war er in den Bundesrat gewählt worden.
Vom Bauern zum Politiker
Der am 20. April 64-jährige Stocker wurde 2010 in den Regierungsrat gewählt. Er war zunächst Vorsteher der Volkswirtschaftsdirektion, seit 2015 schaut er für die Zürcher Finanzen. Der Wädenswiler ist diplomierter Meisterlandwirt. Lange führte er einen landwirtschaftlichen Betrieb, den er inzwischen seinem Sohn verpachtet hat.
Vor der Wahl in die Zürcher Regierung gehörte Stocker ab 1987 dem Kantonsrat an, den er 2003/04 auch präsidierte. 1998 wurde er zudem in seiner Heimatgemeinde zum Stadtrat gewählt. 2006 erfolgte die Wahl zum Stadtpräsidenten.
Wädenswiler dominieren
Die Ustertagfeier vom 17. November wird im traditionellen Rahmen stattfinden – wobei nicht ganz, denn der Anlass ist diesmal fest in Wädenswiler Hand. So wird vor Stocker CVP-Nationalrat Philipp Kutter als Vorredner auftreten. Und Kutter hat neben seinem Mandat in Bern auch noch eines in Wädenswil: Er folgte 2010 Stocker als Wädenswiler Stadtpräsident nach.
Der Festakt in der reformierten Kirche Uster beginnt um 14 Uhr. Musikalisch umrahmt wird die Feier wie im Vorjahr von der Stadtmusik Uster und dem Konzertchor des Sängerbundes. Nach der Kirche wird in der Landihalle ein Apéro offeriert, ehe der Bevölkerung ein Risotto in der Stadthalle serviert wird und die geladenen Gäste die Nachfeier im Stadthofsaal begehen.
