Das Untergeschoss des Mönchhofs in Mönchaltorf ist symptomatisch für so viele Bauten in der Schweiz: Es dominiert ein klobiger Schutzraum. Dieser diente dem Mönchaltorfer Gemeinderat einst als Kommandoposten für den Katastrophenfall. Am Donnerstagabend standen vor den dicken Stahlbetonwänden, den grossen Lüftungsrohren und den massiven Türriegeln Apérohäppchen. Zu Feiern gab es nach den Renovationsarbeiten die Wiedereröffnung des historischen Dorfarchivs.
«Im Schutzraum musste der Schimmelpilz entfernt werden.»
Felix Hess, Präsident des Vereins Mönchaltorfer Forum
Vor noch verschlossener Tür und auf engem Raum hielt Felix Hess, Präsident des Vereins Mönchaltorfer Forum, die Eröffnungsrede. Der ehemalige Gemeindepräsident bedankte sich bei den Gemeindevertretern, denn ohne diese wäre die Renovation des Archivs nicht möglich gewesen (siehe Box). Diese war offenbar dringend nötig. So sagte Hess: «Im Schutzraum musste der Schimmelpilz entfernt werden.» Darin sei früher ein Menge Zeugs eingelagert gewesen. Ein Besucher bezeichnetet den vorherigen Zustand des Archivs im Verlauf des Abends gar als Grümpelkammer. Auch Hess machte keinen Hehl aus der unrühmlichen Vergangenheit des Archivs: «Vieles war nicht Archivwürdig».
Die «gute Seele des Archivs»
Als dann die Türen des Archivs geöffnet wurden, konnten die etwa 30 Leute bestaunen, was das Mönchaltorfer Forum für würdig erachtet. So haben unter anderem Möbel mit Schnitzereien des Mönchaltorfer Holzbildbauers Heinrich Berchtold, ein altes Eisengitter mit Ornamenten und eine Bibel von 1712 die Entrümpelung überlebt.

