Für einige Naturschützer war das mit Bäumen überwucherte Grundstück mit Hausruine am Blumenweg ein letztes Stück Wildnis mitten in der Stadt. Ein Lebensraum für Flora und Fauna. Für viele Anwohner war es eine stinkende Mülldeponie, ein Schandfleck. Ein Hort, wo Vagabunden übernachteten, Vandalen wüteten und Diebe die letzten Wertgegenstände aus dem verlassenen Haus klauten.
«Als die Naturschützer das Waldfeststellungsverfahren eingeleitet haben, fand ich das eine Frechheit.»
Andreas Weber, Mitbesitzer Grundstück am Blumenweg
Als Vertreter einer Erbengemeinschaft ist Andreas Weber Mitbesitzer des Grundstücks. Auch Weber, der derzeit in Lugano lebt, hat wenig übrig für das, was auf seinem Boden einst passierte: «Das Haus war abbruchreif. Die Pflanzen wucherten wild durcheinander.»
Beides ist mittlerweile verschwunden. «Erst wollte ich nur einige Bäume fällen lassen», sagt Weber, «doch als die Naturschützer das Waldfeststellungsverfahren eingeleitet haben, fand ich das eine Frechheit. Ich entschied dann, gleich alle Bäume zu fällen.»
Mit diesem Feststellungsverfahren wollten die Naturschützer der Gesellschaft für Natur- und Vogelschutz Uster (GNVU) die Bäume schützen lassen (wir berichteten). Vom kantonalen Amt für Landschaft und Natur gab es jedoch einen negativen Entscheid, worauf Paul Stopper, Präsident Gesellschaft für Natur- und Vogelschutz Uster, einen Rekurs prüfte, was jetzt hinfällig geworden ist.

