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Gemeinde Egg will keinen «Schnellschuss»

Nach 15 Jahren schliesst «Hirschen»-Wirt Patrick Winter das Egger Traditionslokal. Nun ist die Gemeinde am Zug. Sie muss als Inhaberin der Liegenschaft einen neuen Pächter finden. Möglich wäre auch eine Zwischennutzung.

Der «Hirschen» in Egg: Seit bald zwei Wochen ist das Lokal geschlossen.

Seraina Boner

Gemeinde Egg will keinen «Schnellschuss»

Seit Anfang März ist die Küche des «Hirschen» kalt, die Lichter sind gelöscht: Nach 15 Jahre hat der Wirt Patrick Winter das Traditionslokal geschlossen. Als Grund gibt er einerseits das geänderte Essverhalten an. «Die Leute gehen heutzutage weniger ins Restaurant, und wenn, dann eher in der Stadt», sagt er.«»

Auch das Mittagsgeschäft habe gelitten, da sich die Menschen vermehrt in den Grossverteilern eindeckten. Auf der anderen Seite sei es immer schwieriger geworden, einsatzfreudige Mitarbeiter zu finden. Das hat letztlich dazu geführt, dass Winter zuletzt selber am Herd stand. Die Folge davon: «Ich hatte keine Zeit mehr für Marketing, konnte keine Veranstaltungen mehr planen und vor allem die Gäste nicht mehr betreuen.»

«Hartes Business»

Im Gemeindehaus bedauert man die Schliessung des Restaurants. «Nachdem es zuvor gleich mehrere Pächterwechsel gab, hat Herr Winter Konstanz in den Betrieb gebracht und das Lokal wieder zu einem Treffpunkt gemacht», sagt Gemeindeschreiber Tobias Zerobin, «dafür sind wir ihm dankbar.» Letztlich könne er Winters Entscheid nachvollziehen. «Die Gastronomiebranche ist ein hartes Business.»

«Wir lassen uns überraschen.»

Tobias Zerobin, Gemeindeschreiber von Egg

Wie es mit dem «Hirschen» weitergeht, ist noch nicht klar. «Der Gemeinderat macht sich nun auf die Suche nach einer Nachfolgelösung», sagt Zerobin. Was die künftige gastronomische Ausrichtung der Dorfbeiz anbelangt, habe man keine bestimmten Vorstellungen. «Wir lassen uns überraschen, welche Konzepte uns die potenziellen Pächter vorlegen.» Für die Prüfung werde man sich ausreichend Zeit nehmen, sagt Zerobin, denn einen «Schnellschuss» wolle man vermeiden.

Nicht ausgeschlossen sei eine temporäre Nutzung als Pop-up-Restaurant, das hänge jedoch ebenfalls davon ab, was für ein Konzept allfällige Betreiber vorlegten. «Wir hoffen aber, dass wir das Restaurant schnell wieder öffnen können.»

Restaurant als Sachzwang

Nicht in Frage kommt laut Zerobin eine Subventionierung des Betriebs durch die Gemeinde, denn dies würde die übrigen Gastronomen im Ort benachteiligen. Auch ein Verkauf des «Hirschen» sei eher unwahrscheinlich. «Ursprünglich hat die Gemeinde die Liegenschaft wegen des Saals übernommen, um diesen den Vereinen zur Verfügung zu stellen.» Das Restaurant habe man quasi als Sachzwang dazubekommen. Das Konzept, wonach die Gemeinde für den Betrieb und die Vermietung zuständig ist, habe sich bewährt.

Natürlich sei es fraglich, ob Betrieb und Unterhalt eines Restaurants zu den Kernaufgaben einer Gemeinde gehören, sagt Zerobin. Doch eine Umnutzung des Lokals für Wohnraum stehe nicht zur Debatte, da damit Lärmklagen wegen Veranstaltungen im Saal fast schon vorprogrammiert wären. «So gesehen freuen wir uns jetzt erst einmal auf gute Konzepte von interessierten Gastronomen.»

Der Egger «Hirschen» macht zu

13.03.2019

Zu wenig Umsatz Seit Montag ist der «Hirschen» in Egg zu. Beitrag in Merkliste speichern

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