Unter der Brücke leuchten die vielbeschäftigten Arbeiter in ihrer orangen Kleidung in die Nacht. Auf beiden Seiten der Brücke stehen zwei riesige Scheinwerfer, die in die Dunkelheit zünden und bis zum Waldrand das ganze Feld erhellen. Der Auspuffdeckel des Aggregats klappert vor sich hin, während die Bauleitung und Schaulustige auf der Kreuzung Wolfhaldenweg-Neugutweg darauf warten, dass es endlich losgeht.
Unter den Zuschauern befinden sich drei Väter, die ihre jungen Söhne für ein nächtliches Schauspiel auch mal länger wach bleiben lassen und ihnen die Funktionen der verschiedenen Baumaschinen und den ganzen Vorgang erklären. «Ich will auch mal Bagger fahren», meint ein Junge, der sogar einen Feldstecher um den Hals hängen hat.
Auf engstem Raum
Die in eine Fahrtrichtung für einen Teilabschnitt komplett gesperrte Autobahn wird bis auf den letzten Meter für Lastwägen, Bagger und weitere Schwermaschinen ausgenutzt. Bauarbeiter rufen sich in einer ruppigen Sprache gegenseitig Anweisungen zu. Die ganze Aktion läuft generalstabsmässig durchgeplant ab.
Wenn ein Bagger ins Rollen kommt, rennen ihm zwei Arbeiter nach, welche die Schutzunterlagen in kurzen Abständen verschoben unter die Raupen knallen, damit der noch frische Belag der A1 nicht zu Schaden kommt. Die vielen Autofahrer, die trotz später Stunde noch unterwegs sind, rollen pro Richtung auf einer verengten Spur neben der Baustelle vorbei und hupen regelmässig, obwohl inzwischen eine riesige Stauschlange entstanden ist, die sich um 00.30 Uhr bis fast ans Ende des Horizonts zieht.

