Vereinshaus bleibt auf der Wunschliste des FC Maur
Kurt Plattner, Präsident des FC Maur, freut sich auf den neuen Trainingsrasen, der dem Club in der Looren nach den Sommerferien als zweite Fläche wieder zur Verfügung stehen wird. Noch aber muss der Rasen auf dem Areal des Generationenprojekts wachsen und ist nicht bespielbar.
Das eigentliche Hauptspielfeld gibt dem FC derzeit keinen Anlass zur Freude. «Der Rasen ist in einem schlechten Zustand», sagt Plattner. Vor allem wenn es geregnet habe, brauche es lange, bis das Wasser und die Feuchtigkeit entweichen. Grund: Auf dem Platz fehlt eine Entwässerungsanlage, die das Wasser abführt.
Auch die Bevölkerung sei vom miserablen Zustand des Hauptplatzes Looren betroffen. «Der Platz bleibt oft tagelang gesperrt, weil die Feuchtigkeit verdampfen muss. Das löst bei der Bevölkerung, die auch gerne darauf spielen, meist Unverständnis aus.»
Modernes Flutlicht
Der Maurmer Gemeinderat hat nun entschieden, diesen Mangel zu beheben. In einer Mitteilung schreibt er: «Eine Rasensanierung des Sportplatzes Looren ist unausweichlich, weil das bestehende Sickerleitungssystem nicht mehr richtig funktioniert und der Bodenaufbau erneuert werden muss.» Das kostet die Gemeinde 555‘000 Franken, die als gebundene Ausgaben nicht dem Maurmer Stimmvolk vorgelegt werden muss. Auch die Flutlichtanlage wird erneuert und mit LED-Leuchten ausgestattet, was nochmals 140‘000 Franken kosten soll. Diese Ausgaben sind deutlich tiefer als das 7,6-Millionen Franken teure Kunstrasen-Bauprojekt, das die Maurmer 2016 mit 63 Prozent deutlich abgelehnt hatten (siehe Box).
Vergebene Mühe: Das Werbevideo vom FC Maur vor der Abstimmung zum Kunstrasenprojekt mit Clubhaus brachte nicht den gewünschten Erfolg an der Urne.
(Video: youtube/Laurent Audergon)
Die Sanierungsarbeiten beim Hauptplatz werden gemäss Gemeinderat Ende Jahr beginnen und der Platz soll spätestens 2020 ab Juni spielbereit sein. Damit kann die Gemeinde dem Verein den Platz früher als erwartet zur Verfügung stellen. Ursprünglich hat der Gemeinderat noch mitgeteilt, dass der aufgewertete Sportplatz erst ab Frühjahr 2021 bespielt werden könne.
«Erst ab 2020 kann der Verein wieder normal funktionieren.»
Kurt Plattner, Präsident FC Maur
Für Plattner, der neben seinem Amt als Vereinspräsident auch als Assistenztrainer beim FC Maur wirkt, sind das erfreuliche Nachrichten. Dass der Platz nun früher für Fussballspiele bereit sein wird, sei allerdings auch dringend nötig. «Spiele müssen bei nassem Rasen abgesagt werden. Fürs Training müssen wir teilweise auf die Plätze in Aesch und Ebmatingen sowie auf die Hardplätze ausweichen.» Der Fussballplatz in der Looren sei mit seiner zentraler Lage wichtig, da er die Kicker aus den Quartieren Aesch, Maur, Binz und Ebmatingen verbinde.
Ein weiteres Sorgenkind des FC Maur ist das Vereinshaus. Auch dieses wurde abgelehnt, als die Stimmbürger an der Urne über das Generationenprojekt Looren entschieden. Die Fussballspieler müssen sich deshalb weiterhin in der nah gelegenen Sporthalle umziehen. «Ein Vereinshaus ist für den Club nicht nur ein Prestigeobjekt. Es ist Garderobe, Materiallager und Verpflegungsraum zugleich», sagt Plattner. Etwas was zudem beinahe alle Fussballclubs in der Region hätten, nur der FC Maur eben nicht.
Erst Bau, dann Vorschlag
Dies wird vorerst so bleiben. Plattner will erst den Abschluss der Überbauung mit der Erweiterung der Sekundarschulanlage und der Sanierung des Looren-Saals und des Mehrzweckgebäudes für 41,4 Millionen Franken abwarten. «Danach werden wir der Gemeinde unser Anliegen erneut präsentieren», so Plattner. Der Austausch mit der Gemeinde funktioniere schon heute sehr gut. Details könne er aber noch nicht nennen. Auch eine Finanzierung des Vereinshauses über einen Gewerbepartner könne er sich vorstellen. Alles noch sehr vage.
Gemeindeschreiber Markus Gossweiler sagt zum Wunsche eines Vereinshauses: «Zurzeit bestehen leider keine Alternativen aufgrund des Urnenentscheids.»
(Video: youtube/Gemeinde Maur)
Fest steht für Plattner, dass sich der Club erst nach den Sanierungsarbeiten der beiden Plätze um die weitere Schritte für die Vereinsentwicklung einsetzen könne. «Erst ab 2020 kann der Verein wieder normal funktionieren», so Plattner.
Überbauung Looren
Das Generationenprojekt Looren kam am 25. September 2016 in vier Vorlagen zur Abstimmung. Die gesamte Überbauung umfasste einen Baukredit in der Höhe von 60 Million Franken. Beim Urnengang kam jedoch nur das Kernmodul der Vorlage durch, das die Erweiterung der Sekundarschulanlage und die Sanierung des Looren-Saals und des Mehrzweckgebäudes für 41,4 Millionen Franken vorsieht. Die Stimmbürger lehnten den Bau eines neuen Feuerwehrgebäudes und einer Wertstoffsammelstelle für 10 Millionen Franken auf dem Looren-Areal ab. Auch der Bau des eines neuen Kunstrasenfeldes für 7,6 Millionen Franken wurde abgelehnt. Mit 70 Prozent Nein-Stimmen wurde die 10,5 Millionen Franken teure Variante mit zusätzlichem Vereinshaus am deutlichsten abgelehnt. Die Stimmbeteiligung war mit 60 Prozent überdurchschnittlich hoch. Wegen des krankheitsbedingten Ausfalls von Gemeindepräsident Roland Humm (SVP), übernimmt Yves Keller vorübergehend die Bauherrschaft des Generationenprojektes.
