Ein Einhorn für 10'000 Franken
«Schön wäre es, wenn wir 50 oder mehr Interessenten finden, die ein Einhorn gestalten», sagte Barbara Sturzenegger, die Präsidentin der Verschönerungsvereins Dübendorf ( VVD), im vergangenen Juli. Nun, nach Ablauf der Anmeldefrist, sind es deutlich mehr: 81 lebensgrosse Einhörner werden von Mitte Mai bis Ende Oktober in ganz Dübendorf aufgestellt sein. Vorbild für die Aktion anlässlich des 100-jährigen Bestehens des VVD ist die Stadt Zürich mit ihren Löwen, Kühen und Teddys.
Das teuerste kostet 10‘000 Franken
«Die Sponsorensuche war Knochenarbeit», sagt Sturzenegger, «aber jetzt sind wir mehr als zufrieden mit dem Resultat.» Gemäss der VVD-Präsidentin sind es grösstenteils Gewerbetreibende und Gastronomen, die sich ein Polyester-Einhorn inklusive Sponsoring-Paket mit Kosten von 2500 bis 10‘000 Franken leisten.
«Die Platzierung wird sicher eine Herausforderung.»
Barbara Sturzenegger, Präsidentin VVD
Daneben wird in jeder Schule in Dübendorf ein Einhorn gestaltet und aufgestellt. Auch der Samariterverein und der Gemeinnützige Frauenverein beteiligen sich an der Aktion, ebenso wie zehn Privatpersonen, die das Dübendorfer Wappentier für ihren Garten gekauft haben. «Es ist gut, dass eine breite Bevölkerungsschicht mitmacht, denn so geniessen die Einhörner später eine breitere Akzeptanz», sagt Sturzenegger auch im Hinblick auf die Gefahr möglicher Vandalenakte.
Wer bekommt den besten Platz?
Nun geht es darum, die Einhörner in Zusammenarbeit mit dem Tiefbauamt auf das ganze Stadtgebiet zu verteilen. Gerade für das Zentrum gebe es besonders viele Wünsche von Firmen, die sich einen Werbeeffekt erhofften, sagt Sturzenegger. «Das wird sicher eine Herausforderung, aber das schaffen wir schon.»
«Es haben uns viele Leute angesprochen, denen die Originalversion zu gross war.»
Barbara Sturzenegger, Präsidentin VVD
Für Einhorn-Käufer, die ihre 1,50 Meter hohen Rohlinge nicht selber gestalten möchten, vermittelt der VVD einheimische Künstler. Ein Angebot, das jedoch kaum genutzt wurde. Eine qualitative Mindestanforderung gibt es laut Sturzenegger nicht. Einschränkungen existieren dennoch. So sind Rassismus, Obszönitäten sowie beleidigende oder verletzende Aussagen verboten.
Es gibt auch eine kleine Version
Neben den grossen Einhörnern wurden auch kleinere Varianten mit einer Höhe von 22 cm erstellt. «Es haben uns viele Leute angesprochen, die sich zwar gerne an der Aktion beteiligt hätten, denen die Originalversion aber zu gross war», sagt Sturzenegger. Mittlerweile habe man 250 Exemplare zu einem Preis von 99 Franken verkauft. 130 Stück hat allein der kantonale Malermeisterverband bestellt, der damit einen Gestaltungswettbewerb für seine Lehrlinge durchführt. Die besten Arbeiten werden später in Dübendorf ausgestellt.
Ob auch der VVD einen Wettbewerb für die Mini-Einhörner macht, hängt davon ab, wie viele Personen sich daran beteiligen. «Die Käufer können uns Fotos ihrer Werke schicken», sagt Sturzenegger, «wenn der Rücklauf gross genug ist, machen wir ebenfalls eine Prämierung.»
