Maur will über soziale Medien die jungen Bürger erreichen
Maur will in der Kommunikation auf den sozialen Medien präsent sein. Die Gemeinde hat kürzlich eine Stelle für einen Informationsbeauftragten mit 60-Prozent-Pensum ausgeschrieben. Im Stellenbeschrieb werden Affinität zu neuen Medienformen und zu Social Media gewünscht. Wie Gemeindeschreiber Markus Gossweiler sagt, sei im neuen Kommunikationskonzept die Digitalisierung ein wichtiges Thema: «Wir wollen den Anschluss an die junge Generation nicht verpassen.»
Es sei allerdings noch offen, welche Kanäle genutzt werden sollen. «Heutzutage sind nicht mehr alle sozialen Medien bei den Jungen populär. Facebook ist mittlerweile eher ein Seniorenkanal», sagt Gossweiler.
Fehlendes Know-How
Mit der Schaffung der Stelle soll zudem die Kommunikation entlastet werden. «Bei der Gemeinde fehlt uns das Know-How, um über die sozialen Medien zu kommunizieren.»
«Der Aufwand jeden Tag mindestens etwas posten zu müssen, ist enorm.»
Monika Keller, Gemeindepräsidentin Greifensee (FDP)
Die Kommunikation läuft in Maur hauptsächlich über Markus Gossweiler. Maur muss zurzeit den Ausfall von Gemeindepräsident Roland Humm (SVP) verkraften, der ebenfalls kommunikative Aufgaben erfüllt hat. Humm ist aus gesundheitlichen Gründen bis Anfang April krankgeschrieben. Mit dem Ausfall hat die neue Stelle aber nichts zu tun. Der Stellenantritt ist auf 1. Juni vorgesehen. Bei der Gemeinde rechnet man mit jährlichen Lohnkosten von rund 60’000 Franken.
Auch die Printausgabe der «Maurmer Post», die als amtliches Publikationsorgan dient, soll beibehalten werden, sagt Gossweiler.
Greifensee statt Facebook
Während die Gemeinde Maur die jüngere Bevölkerung mit der neuen Stelle abholen möchte, sieht man bei der Kommunikation in Greifensee die jungen Leute mit der Printzeitung gut versorgt.
Gemeindepräsidentin Monika Keller (FDP) sagt, dass die wöchentlich erscheinende Zeitung Nachrichten aus Greifensee (NAG) «massgeblich von jungen Leuten geschrieben wird und sich somit auch an ein junges Publikum richtet.» Zudem würden jungen Leuten bis 21 Jahre die Flyer von Easy Vote mit den Abstimmungsunterlagen zugeschickt, um sie auf Abstimmungen vorzubereiten. Der Austausch finde in Greifensee noch viel über das persönliche Gespräch statt. «Wir sind eine kompakte Gemeinde. Die jungen Leute treffen sich gerne am See und reden miteinander.»
Bei der Gemeinde werde im nächsten Jahr das Kommunikationskonzept überarbeitet. Doch auch dann sei die Bewirtschaftung der sozialen Medien nicht vorgesehen. «Bei der Kommunikation über diese Medien stellt sich immer auch die Frage, was man damit erreichen will», sagt Keller. Der Aufwand jeden Tag mindestens etwas posten zu müssen, sei enorm.
«Die sozialen Medien hatten bei uns bis anhin keine Priorität.»
Cornelia Müller, Gemeindeschreiberin Mönchaltorf
Im digitalen Bereich soll die Webseite verbessert werden. «Den Bürgern werden mit erweiterten Angeboten der Gang zum Gemeindeschalter erspart», so Keller.
Webseite soll’s richten
Auch in Mönchaltorf will man den Maurmer Weg nicht einschlagen. Erst kürzlich hat die Gemeinde ihre Webseite erneuert. Seit 2018 wird diese als offizielles amtliches Publikationsorgan eingesetzt. Auf der Webseite gibt es die Möglichkeit, einzelne Beiträge direkt über soziale Medien wie Facebook oder Twitter zu teilen. Gemeindeschreiberin Cornelia Müller sagt: «Die Gemeindewebsite ist ein zentrales Element unserer aktuellen Informations- und Kommunikationspolitik.»
Der Gemeinderat Mönchaltorf wird sich demnächst mit der Überarbeitung und Aktualisierung des Informations- und Kommunikationskonzeptes beschäftigen. «Die sozialen Medien hatten bei uns bis anhin keine Priorität.» Die Gemeinde nutzt für die Berichterstattung auch die alle zwei Monate erscheinenden «Mönchaltorfer Nachrichten».
